Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Eltern  von  Papst  Leo  IX.  handelte,  die  Abtei  also  ein  egisheimisches  Hauskloster
war740,  wird  ein  Großteil  der  Güter,  über  die  die  Abtei  verfügen  konnte,  aus  dem
Besitz  der  Stifterfamilie  gekommen  sein.  Ob  Artoisheim  aus  egisheimischem  Besitz
stammte,  läßt  sich  letztendlich  nicht  verifizieren,  zumal  von  einer  Festsetzung  von
Abgaben  an  die  Abtei  am  3.  Mai  nichts  in  der  Bulle  Leos  IX.  für  Heiligkreuz  zu
finden  ist741.

Artzenheim
(F,  D6p.  Haut-Rhin,  Arr.  Colmar,  Cant.  Andolsheim)
Ähnliches  wie  für  Artoisheim  gilt  für  das  südlich  von  Marckolsheim  gelegene  Dorf
Artzenheim742.  Die  Notitia  bonorum  für  das  Kloster  Heiligkreuz  bei  Woffenheim
gibt  an,  daß  die  Abtei  eine  Hufe  bei  Artzenheim  besaß743.  Da  Heiligkreuz  eine
Stiftung  von  Graf  Hugo  IV.  von  Egisheim  und  seiner  Gemahlin  Heilwig  gewesen
ist,  könnte  die  Tradierung  dieser  Hufe  an  die  Abtei  auf  ein  Mitglied  der
Grafenfamilie  zurückgehen.  Sicher  ist  dies  allerdings  nicht,  weil  in  der  Notitia
bonorum  diese  Schenkung  mit  keiner  konkreten  Person  in  Verbindung  gebracht
wird.

Betzenhausen
(D,  Bld.  Baden-Württemberg,  Lkr.  Breisgau-Hochschwarzwald)
Der  an  der  Dreisam  gelegene  breisgauische  Ort  Betzenhausen744  wurde  von  Otto  I.
an  das  Kloster  Einsiedeln  geschenkt,  wie  wir  aus  einem  Diplom  Ottos  II.  vom  14.
August  972  erfahren,  in  dem  er  die  Schenkungen  seines  Vaters  für  Einsiedeln
bestätigt745.  Betzenhausen  gehörte  offenbar  zu  dem  Hof  Riegel,  wie  Paul  Kläui  aus
dem  Bestätigungsdiplom  Heinrichs  II.  1004  schließt746,  das  als  Pertinenzen  Riegels
namenüich  allerdings  nur  Endingen,  Wöllingen,  Kenzingen,  Teningen,  Burkheim
und  Bahlingen  nennt,  die  übrigen  Pertinenzen  aber  unter  dem  Begriff  et  cetera
loca747  zusammenfaßt.  Außerdem  nennt  Gilg  Tschudi  in  seinen  Annalen
Betzenhausen  ebenfalls  als  Pertinenz  von  Riegel,  was  obige  Vermutung  nur

refectionem  fratrum.  Ipso  namque  die  de  Bischoveswilre  quinque  siclos  ...  de
Artolvesheim  duos  siclos  cerce  (Zitat,  ebda.,  S.  149);  weitere  Drucke  bei  SCHÖPFLIN,
Alsatia  diplomatica  I,  Nr.  680,  S.  477  f,  u.  bei  Grandidier,  Histoire  11,2,  Nr.  502,
S.  152  ff.
740  Siehe  oben,  S.  197  ff.
741  Siehe  die  Bulle  für  Heiligkreuz,  abgedruckt  bei  Schöpflin,  Alsatia  diplomatica  I,
Nr.  207,  S.  163  f.
742  Clauss,  Wörterbuch,  S.  52.
743  Viellard,  Documents,  Nr.  97,  S.  147-150:  ...  Mansus  ad  Arzenheim  (Zitat,  ebda.,
S.  150).
744  Krieger,  Wörterbuch,  1.  Bd.,  Sp.  170.
745  D  O  II  24,  S.  33  f.,  Zitat,  S.  34:  confirmamus  ...  id  est  iuris  sui  curtem  Riegol  vocatum
cum  locis  ...  Bezenhusa,  ...  in  ducatu  Alamannico  in  pago  Brisikeuue  sitis.
746  Liber  Heremi,  S  109;  siehe  dazu  Kläui,  Untersuchungen,  S.  92  f.;  siehe  dazu  D  H  II  77,
S.  97  f.
747  D  H  II  77,  S.  97  f.  Siehe  das  Zitat  auf  S.  408  in  Anm.  111.

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