Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

1215622.  Allerdings  scheint  Gertrud  nicht  die  gesamte  Herrschaft  Tiirkstein  in  ihrer
Hand  gehabt  zu  haben,  wie  aus  der  Formulierung  quantum  ad  ipsam  spectat
hervorgeht.  Möglicherweise  erklärt  sich  dieser  einschränkende  Zusatz  dadurch,  daß
Rechte  der  Abtei  Haute-Seille  gesichert  werden  sollten,  da  Teile  des  Türksteiner
Besitzkomplexes  der  Abtei  durch  die  ehemaligen  Besitzer  mit  der  Zustimmung
Alberts  II.  von  Dagsburg  geschenkt  worden  waren623.  Die  Umwandlung  Türksteins
in  ein  Metzer  Lehen  aus  dem  Jahre  1215  bestätigte  Gertrud  schließlich  dem  Bischof
in  einer  Urkunde  von  1224624.
Nach  dem  Tod  Gertruds  im  Jahre  1225  zog  der  Metzer  Bischof  Johann  von
Apremont  Türkstein  mit  den  anderen  Metzer  Lehen  für  das  Hochstift  Metz  ein625,
über  deren  Besitz  sich  Streit  mit  den  anderen  Erben  der  Dagsburger  entzündete,  der
zugunsten  des  Metzer  Bischofs  ausging626.  In  der  Folgezeit  baute  Bischof  Johann
die  Befestigungsanlagen  in  Türkstein  und  in  den  anderen  heimgefallenen  Lehen
aus627.

Tutschfelden
(D,  Bld.  Baden-Württemberg,  Lkr.  Emmendingen)
Der  im  Breisgau  gelegene  Ort  Tutschfelden628  war  von  Otto  I.  an  das  Kloster
Einsiedeln  gegeben  worden,  wie  aus  einem  Diplom  Ottos  II.  vom  14.  August  972
hervorgeht,  in  dem  dieser  die  Schenkungen  seines  Vaters  für  Einsiedeln  bestätigt629.
  Tutschfelden  war  anscheinend  Pertinenz  des  Hofes  Riegel.  Am  17.  Juni
1004  bestätigt  Heinrich  II.  in  einem  Diplom  die  Übertragung  des  Hofes  Riegel  mit
seinen  Pertinenzen  an  Einsiedeln  durch  Otto  I.630.  Hier  wird  zwar  Tutschfelden

622  Marichal,  Cartulaire  I,  Nr.  221,  S.  496-498:  Notum  facimus  quod  venerabilis  dominus
noster  C.,  Metensis  et  Spirensis  episcopus,  ...  nobis  et  uxori  noslre  G.,  ducisse
Lothoringie,  comitatum  Dasborc,  cum  appendiciis  suis,  sicut  pater  dicte  ducisse  antea
possedit  in  feodum  et  hominium,  reddidit,  tali  tamen  condicione  interposita,  quod  si  forte
contingeret  nos  sine  herede  proprii  corporis  decedere  nominata  uxor  nostra  alodium  de
Trucqustain,  quantum  ad  ipsam  spectat,  ...  ecclesie  beati  Stephani  Metensis  conferret,
feodum  suum  commutando,  quod  ab  ecclesia  beati  Stephani  Metensis  coadvixerit  in
feodum  optineret  (Zitat,  S.  497  f.);  zur  Datierung  der  Urkunde  siehe  oben,  S.  479  mit
Anm.  605.
623  Siehe  oben,  S.  480  f.
624  Die  Urkunde  ist  abgedruckt  bei  Marichal,  Cartulaire  I,  Nr.  147,  S.  343  f.:  Ego  comitissa
de  Daborch  notum  facio  ....  quod  ego,  laude  et  assensu  mariti  mei,  accrevi  feodum  quod
a  domino  meo,  episcopo  Metensi,  tenere  debeo,  de  hiis  omnibus  que  habeo  apud
Trukestein  (Zitat,  S  343).
625  Richeri  gesta  Senoniensis  ecclesiae,  MGH  SS  XXV,  lib.  IV,  cap.  23,  S.  312.  -  Gesta
episcoporum  Mettensium,  continuatio  altera,  MGH  SS  X,  S.  548.  Siehe  die  Zitate  auf  S.
430  in  Anm.  261.
626  Siehe  das  Kap.  'Der  Streit  um  die  Dagsburger  Erbschaft'.
627  Gesta  episcoporum  Mettensium,  continuatio  altera,  MGH  SS  X,  S.  550.  Siehe  das  Zitat
auf  S.  430  in  Anm.  262.
628  Krieger,  Wörterbuch,  2.  Bd„  Sp.  1208  ff.
629  D  O  II  24,  S.  33  f.,  Zitat,  S.  34:  confirmamus  ...  id  est  iuris  sui  curtem  Riegol  vocatum
cum  locis  ...  Tuttesuelda,...  in  ducatu  Alamannico  in  pago  Brisikeuue  sitis.
630  D  H  II  77,  S.  97  f.

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