Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Strasbourg/Straßburg  (Hof  bei  St.  Aurelien)
(F,  Dep.  Bas-Rhin)
Die  starke  politische  Stellung,  die  Graf  Eberhard  I.  in  Straßburg  innehatte582,  läßt
auch  auf  Besitzungen  der  ersten  Egisheimer  Grafen  in  der  Bischofsstadt  schließen,
belegen  lassen  sie  sich  jedoch  im  einzelnen  nicht.  Allerdings  läßt  sich  in  der  Hand
des  Urenkels  von  Eberhard  I.,  Graf  Hugo  III.  raucus,  ein  Hof  bei  der  damals  im
suburbium  von  Straßburg  gelegenen  Aurelienkirche583  nachweisen.  Der  Hof  ging
im  Rahmen  der  Ausstattung  der  von  Eberhard  III.  initiierten  und  von  seinem  Sohn
Hugo  III.  raucus  vollendeten  Stiftung  Altdorf  durch  Schenkung  an  diese  Abtei584.
Der  Nachweis  dieses  Gutes  in  den  Händen  der  ersten  Egisheimer  Grafen  unterstützt
unsere  Vermutung,  daß  es  auch  in  der  Stadt  egisheimisches  Eigengut  gegeben
haben  muß,  das  allerdings  schon  in  der  Frühzeit  der  Familiengeschichte  in  andere
Hände  -  hierbei  wäre  an  den  Bischof  oder  an  in  der  Stadt  gelegene  Stiftskirchen  zu
denken  -  gelangt  sein  dürfte.

Teningen
(D,  Bld.  Baden-Württemberg,  Lkr.  Emmendingen)
Der  Ort  Teningen585  liegt  wenige  Kilometer  südwestlich  von  Riegel586  und  war
Pertinenz  dieses  Hofes587.  Teningen  befand  sich  in  der  ersten  Hälfte  des  10.  Jahrhunderts
  in  der  Hand  des  Grafen  Guntram588.  Im  Zusammenhang  mit  dem  Hochverratsprozeß
  gegen  Guntram  im  Jahre  952589  wurde  Teningen  von  König  Otto  I.
konfisziert  und  an  das  Kloster  Einsiedeln  weitergegeben,  wie  man  aus  einem  am  17.
Juni  1004  in  Zürich  ausgestellten  Bestätigungsdiplom  Heinrichs  II.  erfährt590.

Terra  Adelaidis
(B,  Prov.  Liège,  Arr.  Huy)
Hugo  VIII.  von  Dagsburg  hat  1163  eine  Landschenkung  eines  seiner  Bauern  an  das
von  der  Abtei  Floreffe  abhängige  Priorat  Wanze  bestätigt.  Es  handelt  sich  um  mit

582  Am  14.  März  898  wird  in  Straßburg  eine  Urkunde  presente  illustrissimo  comite
Eberharde  ausgestellt  (Bruckner,  Regesta  Alsatiae,  Nr.  650,  S.  387  f.).  Eberhard  I.  wird
durch  seine  Steilung  als  Graf  im  Nordgau  politischen  Einfluß  in  Straßburg  ausgeübt
haben.  Siehe  dazu  ausführlich,  S.  164-169.
583  Zu  St.  Aurelien  allgemein  siehe  Pfleger,  Kirchengeschichte,  S.  15  f.  u.  48  f.;  zur  Lage
von  St.  Aurelien  siehe  die  Karte  bei  Dolunger,  Straßburg,  S.  155.
584  Notitiae  Altorfenses,  MGH  SS  XV,2,  Nr.  2,  S,  994:  Hugo  comes  acquievit,  sed  magna
maioribus  cumulavit  beneficiis;  siquidem  ...  curiam  Arg  en  tinae  ad  Sanctam  Aureliam
cum  pertinentiis  suis;  siehe  dazu  auch  Sieffert,  Altdorf,  S.  98,  und  Barth,  Handbuch,  3.
Bd.,  Sp.  1357.
585  Krieger,  Wörterbuch,  2.  Bd.,  Sp.  1157-1160.
586  Siehe  dazu  die  Karte  bei  Geuenich,  Graf  Guntram,  S.  11.
587  D  H  II  77,  vgl.  auch  Liber  Heremi,  S.  109;  siehe  dazu  Kläui,  Untersuchungen,  S.  92  f.
588  DHII  77.
5®  Siehe  dazu  oben,  S.  177-183
590 D  H  II  77,  S.  98.  Siehe  das  Zitat  auf  S.  408  in  Anm.  111.

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