St. Stephan bei Salées-Eaux
(F, Dép. Moselle, An. Château-Salins, Cant. Vic-sur-Seille, Com. de. Ley)
Graf Hugo VIII. von Dagsburg übertrug mittels einer undatierten Urkunde der
Prämonstratenserabtei Salivai, deren Schutzvogt er war538 539, ein St. Stephan genanntes
Lehen, que adiacet Salse Aque&9. Bei diesem Lehen handelte es sich wahrscheinlich
um ein zu der im Seilletal, bei der oberlothringischen Gemeinde Ley540
gelegenen Saline Salées-Eaux gehörendes Gut541, das ebenfalls dagsburgischer
Besitz gewesen zu sein scheint, und in dessen Umgebung man mit Marimont,
Mantoncourt und Ommeray542 weitere ehemalige dagsburgische Besitzungen
nach weisen kann.
Sarral be/Saar alben
(F, Dep. Moselle, Arr. Forbach, Hauptort des Cant.)
Das lothringische Saaralben543 ist Anfang des 13. Jahrhunderts als allodiale
Besitzung in der Hand Graf Alberts II. von Dagsburg mehrfach bezeugt544. So
schenkte er der Abtei Herbitzheim, über welche die Dagsburger Grafen auch die
Vogtei ausübten545 547, eine Salzpfanne in Saaralben, wie wir aus einer Urkunde von
Bischof Reynald von Metz vom 7. Mai 1308 für das Kloster Herbitzheim wissen54^.
Auch in die um 1204 getroffenen Erbschaftsabmachungen zwischen Albert II. und
seinem Neffen, Herzog Heinrich von Brabant, wurde Saaralben miteinbezogen. Der
Dagsburger Graf setzte den Herzog als Erben de Castro de Alba cum omnibus
appenditiis suis547 ein. Allerdings kam es in der Folgezeit bekanntlich nicht zu
538 Siehe dazu unten im Kapitel 'Vogteien und Patronate' den Art. 'Salivai'.
539 Original in Nancy, AD M-et-M, B 481, Nr. 40, ohne Datum. Siehe im Anhang, Urkunde
Nr. 5.
540 Siehe Reichsland III, S. 953 f.
541 Vgl. dazu die Belege der mittelalterlichen Namensformen für Salées-Eaux (= Saleaux)
bei Lepage, Dictionnaire, S. 123.
542 Siehe dazu die Art. zu den einzelnen genannten Orten.
5« Reichsland III, S. 934 ff.
544 In Reichsland III, S. 935, ist zu lesen, daß Saaralben vom Metzer Bischof an Albert von
Dagsburg verpfändet worden ist, worüber ich aber keinen Quellennachweis finden
konnte. Es wird wohl eine Verwechslung mit dem vom Metzer Bischof an den
Dagsburger Grafen verpfändeten Hof Argancy vorliegen, siehe oben den Art. 'Argancy'.
545 Siehe dazu unten im Kap. 'Vogteien' den Art. 'Herbitzheim'.
546 Abschrift im Kopialbuch von Joh. Andreae 1638, im Landesarchiv Saarbrücken,
Bestand: Nassau-Saarbrücken II, Nr. 2444. Siehe im Anhang, Urkunde Nr. 30.
547 Original in Bruxelles, AGR, Chartes de Brabant, n° 9. Siehe im Anhang, Urkunde Nr. 13.
Die Urkunde ist bei But KENS, Trophées I, preuves, S. 234, gedruckt, allerdings
unvollständig und völlig fehlerhaft. So wird aus dem Castro de Alba (im Original) bei
Butkens ein Castro Albapai. Parisse, La noblesse Lorraine I, S. 482, Anm. 88 u. S. 523,
Anm. 255, identifiziert, obzwar er nur den Druck bei Butkens kennt, das ominöse
Albapai richtig mit Saaralben. Ebenso setzt Toussaint, Grafen, S. 122, Albapai mit
Saaralben gleich. Aders, Regesten, Nr. 4, S. 21, der das Original eingesehen hat, möchte
allerdings in dem Castro alba die Burg Blämont sehen. Doch lassen sich die Dagsburger
Grafen nirgends als Besitzer der Burg Blämont nachweisen. Aders scheint den Namen
des Gaues - Pagus Albetisis (vgl. Reichsland III, S. 107) - in dem Blämont liegt, auf die
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