Oultremont
(B, Prov. Liège, Air. Huy)
In einer Urkunde Hugos VIII. von Dagsburg vom Jahre 1146 für die Abtei Flöne
wird in der Zeugenreihe ein Ministeriale namens Gerardus de Otroismont genannt,
der zur familia Musacensi gehörte500. Er dürfte in einer Örtlichkeit zwischen
Wamant und Dreye angesiedelt gewesen sein, in der der Dagsburger als Graf von
Moha Besitzrechte hatte. So existiert noch heute westlich von Wamant im
Anschluß an diesen Ort eine 'Chapelle de Oultremont'. Da sowohl in Dreye501 als
auch in dem wenige Kilometer davon entfernten Wamant502 Besitzungen und
Rechte der Dagsburger Grafen belegt sind, kann man davon ausgehen, daß das
ehemalige Otroismont dort zu lokalisieren ist.
Pfeddersheim
(D, Bld. Rheinland-Pfalz, gehört jetzt zur kreisfreien Stadt Worms)
In der ungefähr acht Kilometer westlich von Worms gelegenen Ortschaft
Pfeddersheim besaßen die Dagsburger Grafen Rechte, die ihnen vom Metzer
Bischof verliehen worden sind, und die wohl Hugo VIII. von Dagsburg im Zusammenhang
mit der Übertragung der Metzer Grafschaft und Vogtei durch den Bischof
erhalten hatte. Man erfährt von dem Pfeddersheimer Lehen erstmals durch ein am
25. September 1166 in Hagenau ausgestelltes Diplom Friedrich Barbarossas503, in
dem der Kaiser einen Vertrag bestätigt, der zwischen Bischof Theoderich von Metz
und dem Reichsministerialen Werner von Boianden geschlossen worden ist504.
Werner von Boianden hat für die Abtretung der Burg Habudingen vom Metzer
Bischof die Höfe Gau-Odemheim und Pfeddersheim zu Lehen erhalten. Da Hugo
VIII. als Vogt der Metzer Kirche und der Graf von Spanheim in diesen beiden
Orten jeweils Lehen besaßen505, wurden diese Lehen aus den vertraglichen Vereinbarungen
zwischen Bischof Theoderich und Werner von Boianden ausgenommen506.
Später haben die Dagsburger dieses Lehen an die Reichsministerialen von Boianden
weiterverlehnt, denn in dem Lehensbuch Werners von Boianden findet sich
Pfeddersheim als ein ihm von Graf Albert II. von Dagsburg gegebenes Lehen: De
500 Urkunde Hugos VIII. von 1146, Original in Huy, AEH, abbaye de Flône, boîte de chartes
1, n° 13; Druck bei DE Marneffe, Recherches, Nr. 4, S. 260 f.; Zitate nach dem Original.
501 Siehe oben den Art. 'Dreye'.
502 Siehe unten den Art. 'Wamant'.
503 D FI 517, S. 455 ff.
504 Zum Inhalt der Urkunde siehe Sibertin-Blanc, Les anciennes possessions, S. 69 ff.; zur
Rolle Werners von Boianden in Pfeddersheim siehe auch M. Parisse, A propos du
prieuré de Pfeddersheim. Un diplôme inédit de Frédéric Barberousse pour l'abbaye de
Gorze, in: JWLG 2, 1976, S. 145-157.
505 Siehe dazu auch im Kap. 'Vogteien und Patronate' den Art. 'Gau-Odemheim'.
506 D F I 517, S. 456: Aliam etiam gratiam Metensis electus Wernhero ministeriali nostro
superaddidit, ut, quodcumque beneficium in prememoratis curiis vacaret, in usum suum
cederet, excepto beneficio comitis de Spanheim ei comitis Hugonis Metensis advocati
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