Oteppe
(B, Prov. Liège, Ait. Huy)
Siehe oben den Artikel 'Moha'.
Ottersheim
(D, Bld. Rheinland-Pfalz, Lkr. Donnersbergkreis)
Ottersheim bei Kirchheim-Bolanden gehörte zu den Gütern, welche der Reichsministeriale
Werner II. von Boianden von Graf Albert II. von Dagsburg zu Lehen
hatte, wie aus dem Lehnsbuch Werners II. hervorgeht. Das Lehnsbuch berichtet,
daß Werner II. von Boianden von Albert II. 30 Mansen in einem Ort namens
Otternheim und die Vogtei in Otternheim erhalten hatte494. Wilhelm Sauer nimmt
an, daß die 30 Mansen und die Rechte an der Vogtei auf ein und denselben Ort,
nämlich Ottersheim bei Kirchheim, zu beziehen sind495. Wie in dem Artikel zu
Gau-Odemheim ausgeführt, dürfte es sich dabei um Besitzungen und Rechte in
zwei verschiedenen Orten handeln, nämlich um Gau-Odemheim und Ottersheim.
Bei der Vogtei in Otternheim scheint es aller Wahrscheinlichkeit nach um die
Vogtei in Gau-Odemheim zu gehen. Die 30 Mansen in Otternheim können
demnach als in Ottersheim gelegen identifiziert werden496.
Ein weiterer Punkt, der der Klärung bedarf, ist die Frage, ob es sich bei dem Ort
Ottersheim auch tatsächlich um den ungefähr zehn Kilometer südöstlich von
Kirchheim-Bolanden an der Pfrimm gelegenen Ort handelt, da außer diesem
Ottersheim noch ein Ort gleichen Namens etwa 10 km östlich von Landau zu finden
ist. Obwohl das bei Landau gelegene Ottersheim gerade wegen seiner relativen
Nähe zum Elsaß eine geographische Nähe zu anderen Besitzungen der Dagsburger
Grafen auf weist, kommt es hierbei wohl nicht in Betracht, da einiges für das bei
Kirchheim-Bolanden gelegene Ottersheim spricht. Als erstes ist die Lage von
Ottersheim an der Pfrimm im Kemgebiet der Boiander anzuführen. Außerdem
finden sich alle anderen Besitzungen, die Werner II. von Albert II. zu Lehen hatte,
in unmittelbarer Nähe zu Kirchheim-Bolanden497, was einen Zusammenhang dieser
Orte wahrscheinlich macht. Als weiteres Argument sei noch die Angabe, welche
Johann Goswin Widder zu Ottersheim an der Pfrimm macht, angeführt498. Widder
schreibt, daß das an der Pfrimm gelegene Dorf Ottersheim „vormals zur Graffschaft
Leiningen“499 gehörte. Es ist durchaus wahrscheinlich, daß dieser Ort von den
Grafen von Dagsburg an die Grafen von Leiningen übergegangen ist, an welche ja
ein Teil des Dagsburger Erbes kam.
494 Sauer, Lehnsbücher, S. 24: De comite Alberto de Dagesburg ... triginta mansos in
Otternheim ...et advocatiam et Otternheim.
495 Ebda., S. 261, Anm. 203 u. 207.
496 Siehe dazu unten im Kapitel 'Vogteien und Patronate' den Art. 'Gau-Odernheim'.
497 Zu den anderen Lehen siehe Sauer, Lehnsbücher, S. 24.
498 J. G. Widder, Versuch einer vollständigen Geographisch-Historischen Beschreibung der
Kurfürstl. Pfalz am Rheine, 3. Theil, Frankfurt u. Leipzig 1787, S. 237-239.
499 Ebda., S. 237.
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