Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

in  Regensburg  bestätigt  der  König  am  26.  August  des  Jahres  894  dem  Kloster  St.
Gallen  Schenkungen  einer  adeligen  Frau  namens  Pirin  und  eines  Thiothart.  Es
handelt  sich  um  Güter  zu  Bäriswil,  Biegel,  Büren  zum  Hof  in  der  Kirchgemeinde
Limpach,  Eichhof/Eichholz  bei  Messen,  Langenthal,  Lyssach,  Uetigen  und  in  den
nicht  näher  bestimmbaren  Örtlichkeiten  namens  Albinesuuilare  und  Riete\  Pirin
nimmt  von  ihrer  Schenkung  die  Besitzungen  in  dem  Ort  Gomerkinden  und  eine
Hufe  in  Radelfingen  aus475.  Alle  genannten  Güter  liegen  jedoch  in  super  iori
Aragouue  in  comitatu  Hebarhardi475 476  und  gruppieren  sich  entlang  dem  Lauf  der
Emme,  so  daß  wir  hier  eine  -  wenn  auch  eingeschränkte  -  Lokalisierung  der
Grafschaft  Eberhards  vornehmen  können  (siehe  dazu  die  Karte  Nr.  2).
Für  die  Nachkommen  Eberhards  I.  haben  wir  keinen  Nachweis  über  den  Besitz
dieser  Grafschaft.  Es  muß  auch  offenbleiben,  ob  es  sich  bei  der  Grafschaft  um  ein
vom  König  übertragenes  Amt  oder  um  alten  Familienbesitz  gehandelt  hat477.
Oberrotweil
(D,  Bld.  Baden-Württemberg,  Lkr.  Breisgau-Hochschwarzwald)
Der  breisgauische  Ort  Oberrotweil478  gehörte  zu  den  ehemaligen  Besitzungen  des
Grafen  Guntram479  und  war  Pertinenz  des  Hofes  Riegel,  wie  wir  aus  den
Aufzeichnungen  von  Gilg  Tschudi  wissen480.  Riegel  und  seine  Pertinenzen  wurden
952  von  Otto  I.  dem  Grafen  Guntram,  der  des  Hochverrates  angeklagt  war,  entzogen
  und  an  das  Kloster  Einsiedeln  gegeben481.  Eine  diesbezügliche  Schenkungsmonasterium

  Argentinensis  civitatis,  ubi  principalis  episcopii  sui  sedes  est,  ...
concederemus  (Zitat,  S.  130);  zu  Bach  vgl.  auch  Stettler,  Studien,  S.  116.
475  D  Arn.  130,  S.  193  ff.:  Quapropter  omnium  fidelium  nostrorum  praesentium  scilicet  et
futurorum  cognoscat  prudentia,  qualiter  venerabilis  episcopus  ac  dilectus  fidelis  noster
Salomon  obtulit  obtutibus  nostris  quandam  cartulam,  in  qua  continebatur,  qualiter
quadam  nobilis  matrona  nomine  Pirin  tradidit  ad  sanctum  Gallum  confessorem  Christi
suum  proprium,  hoc  est  in  superiori  Aragouue  in  comitatu  Hebarhardi  in  locis  nominatis,
id  est  Riete  et  in  Utingun  et  in  Pigiluna  et  in  Lisacho  et  in  Albinesuuilare  et
Perehtoltespuron  et  ad  Eichi  et  ubicumque  habuit  in  prefalo  pago,  nihil  extra  dimittens,
nisi  quod  habuit  in  Comirichingun  et  unam  hobarn  in  Ratolingun  sitam.  Insuper  alteram
nobis  ostendit  traditionis  notitiam,  in  qua  continebatur,  qualiter  Thiothart  tradidit  ad  iam
dictum  sanctum  Gallum  quicquid  illi  et  fratri  suo  Puboni  in  partem  suam  eorum  parentes
dederunt  in  locis  nominatis,  hoc  est  Peroltesvuilare  et  in  Langatun  in  superiori  pago  et
comitatu.  (Zitat,  S.  194).
476  Siehe  das  Zitat  in  der  vorangegangenen  Anm.  Zur  geographischen  Bestimmung  siehe
auch  Sthitler,  Studien,  S.  131.
477  Siehe  dazu  auch  oben,  S.  162  f.
478  Heute  trägt  der  Ort  den  Namen  ’Oberrotweil'.  Vgl.  den  Art.  'Rotweil'  bei  Krieger,
Wörterbuch,  2,  Bd.,  Sp.  684  ff.;  KläUI,  Untersuchungen,  S.  93,  und  GEUENICH,  Graf
Guntram,  S.  13,  und  Karte,  S.  11,  bezeichnen  den  Ort  noch  mit  dem  Namen  'Rotweil'.
Salzgeber,  Landschenkungen,  S.  250,  hat  'Oberrotweil'.
479  Siehe  Geuenich,  Graf  Guntram,  S.  13,  und  Karte,  S.  11.
480  Liber  Heremi,  S.  109;  siehe  dazu  Kläui,  Untersuchungen,  S,  92  f.;  vgl.  neuerdings
Salzgeber,  Landschenkungen,  S.  250.
481  Siehe  oben  das  Kap.  'Der  Prozeß  gegen  Guntram';  zu  Riegel  siehe  oben,  den  Art.  'Riegel'.

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