Oberbergen
(D, Bld. Baden-Württemberg, Lkr. Breisgau-Hochschwarzwald)
Der breisgauische Ort Oberbergen466, bei Vogtsburg gelegen, zählte in der ersten
Hälfte des 10. Jahrhunderts zu den Besitzungen des Grafen Guntram46"7 und war
Pertinenz des Hofes Riegel, wie sich aus den Aufzeichnungen von Gilg Tschudi
ergibt468. Riegel und seine Pertinenzen wurden auf dem Augsburger Hof tag des
Jahres 952 von Otto I. im Zusammenhang mit dem Hochverratsprozeß gegen
Guntram konfisziert und an das Kloster Einsiedeln weitergegeben469. Eine
diesbezügliche Schenkungsurkunde Ottos I. ist zwar nicht erhalten, wir erfahren
aber von dieser Zueignung durch das Diplom Ottos II. für Einsiedeln, in dem er die
Besitzungen Einsiedelns bestätigt und den Ort Oberbergen namentlich anführt470.
Oberer Aargau (Grafschaft)
(CH, Kant. Aargau)
Im Oberen Aargau sind die Eberhardiner im späten 9. Jahrhundert als Inhaber einer
Grafschaft nachweisbar. Eberhard I. wird im Jahre 886 in einer in Madiswil im
Aargau ausgestellten Privaturkunde in der Datumszeile genannt471, in der eine Frau
namens Aba an Abt Bernhard von St. Gallen in pago Arageuve den Zehnten zu
Leimiswil gibt, der bisher Herzogenbuchsee zugehörig war. Der Zehnte soll
nunmehr Rohrbach in eodem pago angehören. Im Gegenzug erhält Aba dafür von
St. Gallen vier Hufen zu Rumendingen und eine zu Oesch472. Beide Orte gehören
zur Kirchgemeinde Kirchberg an der Emme473.
Des weiteren wird Eberhard I. in zwei Urkunden Arnulfs von Kärnten als Graf im
Oberen Aargau bezeichnet. So schenkt Arnulf am 22. April 891 in Regensburg an
die Straßburger Bischofskirche eine Hufe in dem nicht mehr lokalisierbaren Ort
Bach, der in der Grafschaft Eberhards im Oberen Aargau gelegen ist474. Ebenfalls
466 Krieger, Wörterbuch, 2. Bd., Sp. 371 f.
467 Siehe Geuenich, Graf Guntram, S. 13, und Karte, S. 11.
468 Liber Heremi, S. 109; siehe dazu Kläüi, Untersuchungen, S. 92 f.; vgl. neuerdings
Salzgeber, Landschenkungen, S. 250.
469 Zum Prozeß gegen Guntram siehe oben, S. 177-183; siehe auch unten den Art. 'Riegel'.
470 D O II 24, S. 33 f, Zitat, S. 34: confirmamus ... id est iuris sui curtem Riegol vocatum
cum locis... Berga, ... in ducatu Alamannico in pago Brisikeuue sitis.
471 Urkunde vom 14. April 886, abgedruckt bei Wartmann, Urkundenbuch, 2. Theil, Nr.
650, S. 254 f.: Notavi die jovis, XVIII kal. mai., annum VI Karoli imperatoris,
Eberhardum comitem (Zitat, ebda, S. 255).
472 Ebda., S. 254 f.: Ego itaque Aba cum manu filii mei Adalgozzi et advocati mei
Meginhardi in pago Arageuve decimam in Leimolteswillare marcho, quam habui ad
Puhsa mee ditionis loco, dedi monasterio sancti Galli ad locum Rorbach in eodem pago,
et econtra ab abbate pre/ati monasterii Pernhardo et advocato ejus Wallod nomine et
Wangino jam dicti monasterii preposito accepi //// hobas in Rumaningun et quintam in
Osse marcho mihi et posteris meis in proprietatem.
473 Siehe Steitler, Studien, S. 135.
474 D Arn. 88, S. 130 f.: Cognoscant omnes fideles nostri ..., quatenus unam hubam in
comitatu Eburhardi in superiore Argowe iacenlem in loco Bach vulgariter nominato ad
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