Neuenmatten
(F, Dep. Bas-Rhin, Arr. Molsheim, Cant. Rosheim, Com. de Grendelbruch)
Der zur Gemeinde Grendelbruch gehörende Weiler Neuenmatten453 455 scheint
ursprünglich zu dem allodialen Besitz der Egisheimer Grafen im Breuschtal gehört
zu haben. Graf Hugo III. raucus hatte der Abtei Altdorf den Zehnten der Orte,
welche der Länge und Breite nach um den sogenannten Burcberck lagen,
geschenkt456. Zu diesen Orten ist auch Grendel bruch457 und der dieser Gemeinde
angehörende Weiler Neuemnatten zu rechnen.
Nordgau (Grafschaft)
(F, Dep. Bas-Rhin mit Überlappungen ins D£p. Haut-Rhin)
Mitglieder aus der eberhardinisehen Familie werden bis ins späte 11. Jahrhundert
als Grafen im elsässischen Nordgau bezeichnet458. Der Nordgau bildete - ebenso
Lothringen zurtickgefallen sind, da hierzu die Quellen schweigen. Taveneaux - Parisse
u. a., Histoire, S. 51, auch Mohr, Lothringen, 3. Bd., S. 57, nehmen an, daß die beiden
Orte erst nach dem Tode der Gertrud 1225 an das lothringische Herzogtum gekommen
sind. Pfister, Nancy, 1. Bd., S. 128, läßt offen, ob die Rückgabe von Nancy nach der
Scheidung Gertruds von Theobald IV. oder erst nach dem Tode Gertruds erfolgt ist. - Das
1980 erschienene Buch von Vartier, Histoire de Nancy, ist für eine ernsthafte
historische Auswertung unbrauchbar, da Vartier durch teilweise reißerisch erzählte
Legenden die Fakten verdreht (so z. B. S. 23 f.).
453 Nancy wird im Testament der Herzoginmutter Agnes von Lothringen vom 8. Juni 1226 -
abgedruckt in: Calmet, Histoire ecclésiastique, 2. Bd., 1. Aufl., preuves, col. 438 ff. -
nicht unter ihren Besitzungen erwähnt.
454 Daß Nancy wieder in herzoglichem Besitz war, belegen drei Urkunden. So nahm Herzog
Matthäus im Dezember 1227 die Abtei St. Goëry in Epinal unter seinen Schutz. Dafür
mußte die Abtei an den Richter von Nancy jährlich einen Wachszins zahlen (Le Mercier
de Moriere, Catalogue, Nr. 77, S. 134). Des weiteren überließ Herzog Matthäus am 25.
Februar 1247 seinem Gefolgsmann Kuno von Nancy seine Rechte, die er in Laiers an den
Gütern von St. Glossinde besaß (Le Mercier de Moriere, Catalogue, Nr. 305, S. 214).
Diese Urkunden zeigen, daß der Herzog Dienstleute und Herrschaftsrechte in Nancy
besaß. Die Besitzverhältnisse treten schließlich 1249 eindeutig zutage. In diesem Jahr
gab Friedrich, der Sohn von Herzog Matthäus II., Nancy als Heiratsgut an seine Frau
Margarethe, Tochter von Graf Theobald IV. von der Champagne, der inzwischen König
von Navarra geworden war (Le Mercier de Moriere, Catalogue, Nr. 346, S. 229 f.).
455 Clauss, Wörterbuch, S. 748.
456 Notitiae Altorfenses, MGH SS XV,2, Nr. 2, S. 994; Grendelbruch liegt in unmittelbarer
Nähe vom Burgberg; siehe dazu Barth, Handbuch, Sp. 449 f.
457 Siehe den Art. 'Grendelbruch'.
458 Schon Eberhard I. dürfte Graf im Nordgau gewesen sein, obwohl er explizit so nicht
bezeichnet worden ist. Siehe dazu oben, S. 165. Die letzte sichere Erwähnung eines
Mitglieds der eberhardini sehen Familie als Graf im elsässischen Nordgau in einem
Königsdiplom findet sich in D H IV 299, S. 392 f., vom 13. August 1077: ... in pago
Nortgoçin comitatu Gerhardi comitis (Zitat, ebda., S. 393). Ob auch noch Hugo VI. als
Graf im Nordgau fungierte, wie Seiler, Territorialpolitik, S. 56, 63 u. 67, behauptet, läßt
sich nicht eindeutig nachweisen. Hugo VI. wird allerdings in zwei Quellen als comes
Alsatiae bzw. als comes Alsaciae bezeichnet (Annales Ottenburani, MGH SS V, ed. G.
H. Pertz, ad 1090, S. 8, ebenso Liber de unitate ecclesiae conservanda, S. 263), was sich
in diese Richtung interpretieren läßt. Ob der Ottobeurer Annalist und der Verfasser des
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