Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Schenkung  wurde  später  von  seiner  Witwe  Ermensinde  bestätigt438.  Aus  jener
Bestätigungsurkunde  erfahren  wir  auch,  daß  Albert  I.  durch  diese  Übertragung  der
Kirche  an  St.  Vanne  die  Errichtung  eines  Priorates  von  St.  Vanne  aus  geplant
hatte439.

Morschwill  er/Morschweiler
(F,  Dep.  Bas-Rhin,  Arr.  Haguenau,  Cant.  Haguenau)
In  dem  westlich  von  Hagenau  und  nordwestlich  von  Brumath  gelegenen
elsässischen  Ort  Morschweiler440  besaß  der  eberhardinische  Gral'  Guntram  ebenfalls
  allodiale  Güter441.  Diese  Besitzungen  in  Morschweiler  waren  Pertinenzen  von
Brumath442  und  mußten  wohl  von  Guntram  -  ebenso  wie  die  Liegenschaften  in
Mommenheim  -  als  Folge  des  Hochverratsprozesses  gegen  ihn  an  Otto  I.  abgetreten
werden443,  der  sie  wiederum  am  11.  August  953  dem  Kloster  Lorsch444  schenkte.
Die  Übertragung  dieses  Güterkomplexes  an  Lorsch,  fast  genau  ein  Jahr  nach  der
Verurteilung  Guntrams,  war  anscheinend  die  Bedingung  für  Guntrams  Begnadigung
  durch  den  König,  wie  Thomas  Zotz  schlüssig  heraus  gearbeitet  hat445.

sancti  Martini  et  alteram  in  Villari,  et  capellam  de  Longui  cum  omnibus  pertinentiis  suis
(Zitat,  S.  87);  weiterer  Druck  bei  Wampach,  Urkunden-  und  Quellenbuch,  1.  Bd.,  Nr.
315,  S.  469  ff.
438  Druck  bei  H,  Bloch,  S.  Vanne,  2.  Teil,  Nr.  76,  S.  98-101:  Ego  Ermensendis  comitissa
Namucensis  notum  esse  volo  omnibus  Christi  fidelibus  utriusque  sexus  et  ordinis,  etatis
et  conditionis  tam  presentibus  quam  futuris  me  legitima  traditione  contulisse  ecclesie
beatorum  apostolorum  Petri  et  Pauli  sanctique  Vitoni  que  est  sita  in  suburbio
Virdunensis  civitatis  ecclesiam  mei  iuris  que  vocatur  Mons  sancti  Martini  cum  omnibus
pertinentiis  suis  tum  pro  remedio  anime  mee  tum  pro  senioris  mei  comitis  Alberti  pie
mercedis  recompensatione.  Nam  idem  memorabilis  senior  meus  eidem  cenobio  eandem
ecclesiam  per  manus  abbatis  Rodulfi  tradidit,  quatenus  in  eodem  loco  fratres  honori  et
servitio  dei  congruentes  constitueret,  qui  sui  memoriam  apud  deum  semper  haberent
(Zitat,  S.  99  f.);  auszugsweiser  Druck  bei  Wampach,  Urkunden-  und  Quellenbuch,  1.
Bd.,  Nr.  364,  S.  522-525.
439  Siehe  das  Zitat  in  Anm.  438.
440  Clauss,  Wörterbuch,  S.  693  f.;  Grandidier,  Histoire  1,2,  Nr.  274,  S.  120,  identifiziert
den  in  D  O  I  166,  S.  247,  Moresheim  genannten  Ort  nicht  richtig  mit  Meisheim.
441  ln  D  O  I  166,  S.  247,  heißt  es,  Guntram  habe  diese  Güter  hereditarii  iuris  besessen.
442  Ebda;  siehe  auch  Glöckner,Codex  I,  Nr.  69,  S.  352.
443  Siehe  dazu  Zotz,  König  Otto  I.,  S.  71-76.
444  D  O  I  166,  S.  247,  Zitat  siehe  oben  S.  402  mit  Anm.  69;  vgl.  Glöckner,  Codex  1,  Nr.  69,
S.  352.  Die  Annahme  bei  Böhmer-Ottenthal,  Nr.  232,  S.  109,  die  Angabe  XXX  hubas
bezöge  sich  nur  auf  Morschweiier,  ist  nicht  richtig,  sondern  die  30  Hufen  umfassen  den
gesamten  an  Lorsch  geschenkten  Brumather  Güterkomplex,  also  Brumath  und  seine
Pertinenzen  Mommenheim,  Gries,  Wahlenheim,  Berstheim  und  Morschweiler,  wie  aus
der  Überschrift  zum  Eintrag  dieser  Schenkung  im  Codex  Laureshamensis  deutlich  wird:
Donatio  Ottonis  primi  in  Brumat  XXXa  hubarum  (Glöckner,  Codex  I,  Nr.  69,  S.  352);
vgl.  auch  den  Eintrag  in  Glöckner,  Codex  III,  Nr.  3682,  S.  180;  ferner  Zotz,  König
Otto  I.,  S.  71,  Anm.  51.
445  Zotz,  König  Otto  I.,  S.  75  f.

456
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.