Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

deckte  sich  in  seiner  Ausdehnung  mit  den  Grenzen  der  Grafschaft  Moha420.  Wir
können  wohl  davon  ausgehen,  daß  die  besagten  Orte  schon  in  jener  Zeit  zu  Moha
gehörten,  während  der  die  Dagsburger  die  Grafschaft  Moha  innehatten,  obwohl  wir
dafür  kein  direktes  Quellenzeugnis  besitzen.
Die  Grafschaft  Moha  wurde  von  den  Dagsburger  Grafen  nicht  nur  als  bloßes
Anhängsel  zu  den  übrigen  Besitzungen  betrachtet,  demi  sie  sind  ab  dem  späten  11.
Jahrhundert  immer  wieder  im  Maasgebiet  um  Lüttich  und  Huy  nachzuweisen.  Sie
waren  also  in  der  Grafschaft  Moha  von  Zeit  zu  Zeit  präsent  und  übten  durchaus
Herrschaftsrechte  aus421.
Nach  dem  Tod  der  letzten  Dagsburger  Gräfin,  Gertrud,  im  Jahre  1225  brach  der
Streit  zwischen  dem  Lütticher  Bischof  und  Herzog  Heinrich  von  Niederlothringen
erneut  aus,  bei  dem  letztendlich  der  Lütticher  Bischof  obsiegte,  der  Moha  mit
Waleffe  nun  seinem  Territorium  einverleiben  konnte422.

Mollkirch
(F,  Dep.  Bas-Rhin,  Arr.  Molsheim,  Cant.  Rosheim)
Der  Ort  Mollkirch423  bei  Girbaden  soll  ursprünglich  Allod  der  Egisheimer  Grafen
gewesen  sein.  Diese  Annahme  leitet  sich  davon  ab,  daß  Graf  Hugo  III.  raucus  der
Abtei  Altdorf  den  Zehnten  der  Orte,  welche  der  Länge  und  Breite  nach  um  den
sogenannten  Burcberck  lagen,  geschenkt  hat424.  Nach  den  Forschungen  von
Bernhard  Metz  und  Thomas  Biller  ist  es  sehr  wahrscheinlich,  daß  der  Burcberck  mit
dem  Purpurkopf  zu  identifizieren  ist,  der  gegenüber  der  Burg  Girbaden  in  der  Nähe
von  Grendelbruch  liegt425.

Mommenheim
(F,  Dep.  Bas-Rhin,  Arr.  Strasbourg-Campagne,  Cant.  Brumath)
In  dem  zwischen  Brumath  und  Hochfelden  gelegenen  Ort  Mommenheim426  hatten
die  Egisheimer  Grafen  Allodialbesitz.  Wir  finden  dort  den  Grafen  Guntram
hereditarii  iw/Ts427  begütert.  Mommenheim  gehörte  zu  den  Pertinenzen  von

420  Siehe  deMarneffe,  Recherches,  S.  232;  Herbillon,  Le  Comté,  S.  167.  Vgl.  jedoch
Wegnez,  Les  comtes,  S.  7-12,  die  den  Gerichtsbezirk  von  Wanze  geographisch  weiter
spannt,  sich  allerdings  auf  eine  Quelle  aus  dem  16.  Jahrhundert  und  eine  ebenfalls  im  16.
Jahrhundert  angefertigte  Abschrift  einer  Liste  aus  dem  14.  Jahrhundert  beruft.
421  Siehe  dazu  oben,  S.  204  f.  und  241-249.
422  Siehe  dazu  genauer  oben  das  Kapitel  'Die  Auseinandersetzungen  in  Niederlothringen'.
423  Clauss,  Wörterbuch,  S.  681  f.
424  Notitiae  Altorfenses,  MGH  SS  XV,2,  Nr.  2,  S.  994.  Grendelbruch  liegt  in  unmittelbarer
Nähe  vom  Burcberck,  siehe  dazu  Barth,  Handbuch,  Sp.  449  f.
425  Bhj.hr  u.  Metz,  Anfänge,  S.  249  u.  Nr.  2,  S.  281;  Sieffert,  Altdorf,  S.  94,  hingegen  sah
in  der  Nachfolge  von  Schöpflin,  Alsatia  diplomatica  I,  Nr.  208,  S.  165,  Anm.  (a),  in  dem
Burcberck  noch  den  Berg,  auf  dem  Girbaden  liegt.
426  Siehe  Reichsland  III,  S.  699.
427  DO  I  166,  S.  247.
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