Luxemburg in ihre erste Ehe mit Graf Albert I. von Dagsburg-Egisheim eingebracht382.
Daß Graf Albert I. von Dagsburg im Besitz Longwys war, zeigt nicht nur der
Umstand an, daß er sich auch als Graf von Longwy betitelte383, sondern ebenso
eine Schenkung vom 10. Mai des Jahres 1096, in der Albert der Abtei St. Vanne bei
Verdun zusätzlich zu den beiden Kirchen in Mont-St-Martin und in Villers-la-Montagne
auch eine Kapelle in Longwy übertrug384. Diese Schenkung wurde
schließlich um 1124 von seiner Witwe Ermensinde, welche inzwischen mit Graf
Gottfried von Namur verheiratet war, bestätigt385.
Nach dem Tode Alberts I. ist Longwy nicht mehr im Besitz der Dagsburger Familie
nachzuweisen. Ermensinde hat Longwy nicht ihrem Sohn aus erster Ehe, Hugo VII.
von Dagsburg, vererbt, sondern das Heiratsgut für ihre erste Ehe folglich von den
Dagsburgem zurückgefordert und zurückerhalten386 und in ihre zweite Ehe eingebracht.
So ist der Besitz von Longwy bei Graf Heinrich von Namur, dem Sohn aus
Ermensindes zweiter Ehe, zu finden387, der auch in die luxemburgische Nachfolge
eingetreten ist388.
382 Siehe dazu die in Anm. 385 dargestellten Rechtsverhältnisse, die die Besitzansprüche
von Alberts I. Witwe Ermensinde verdeutlichen; vgl. auch Witte, Genealogische
Untersuchungen, 2. Teil, S. 113, und die Vorbemerkung zu der Urkunde Alberts I. von
Dagsburg vom 10. Mai 1096 bei H. Bloch, S. Vanne, 2. Teil, Nr. 57, S. 86.
383 Siehe den Brief der Mönche von S. Vanne an Papst Honorius II., in welchem sie sich
Uber die Bedrückungen ihrer Vögte Wilhelm von Luxemburg und Ermensinde
beschweren und als Gegensatz dazu die Vorbildhaftigkeit von deren Vorgängern, Konrad
von Luxemburg und Albert I., herausheben, abgedruckt bei H. Bloch, S. Vanne, 2. Teil,
Nr. 78, S. 102 f.: ... qui ad vestigia vestra venit, Conrado comiti de Luceburc et Alberto
comiti de Lonwy, quia amici fideles ecclesie nostre erant. Albert wird hier Graf von
Longwy genannt, aber der Kontext läßt nur den Schluß zu, daß er mit dem Dagsburger
Grafen Albert I. gleichzusetzen ist.
384 Druck ebda., Nr. 62, S. 86 f.: Noverint omnes presentes et futuri, quod ego Albertus
comes de Musau tradiderim beato Petro sanctoque Vitono de Virduno per manus
venerabilis Rodulfi abbatis duas iuris mei ecclesias, unam in Monte sancti Martini et
alteram in Villari, et capellam de Longui cum omnibus pertinentiis suis, videlicet
utriusque sexus famulis terris cultis et incultis pratis silvis aquis aquarumque decursibus,
eo tenore ut monachi deo inibi famulantes in perpetuum sine aliqua calumnia vel
contradictione quiete eas possideant ordinent atque disponant meique memoriam hac
eleemosina sustentati de caetero habeant (Zitat, S. 87); weiterer Druck bei Wampach,
Urkunden- und Quellenbuch, 1. Bd., Nr. 315, S. 469 ff.
385 Druck bei H. Bloch, S. Vanne, 2. Teil, Nr. 76, S. 98-101: Contuli etiam capellam meam
indominicatam de Longui, ut, sicut mei proprii iuris erat, sic et eorum perpetuo iuri
inserviat (Zitat, S. 100). Ermensinde erwähnt - ganz im Gegensatz zu der Schenkung der
Kirche in Mont-St-Martin - die Schenkung der Kapelle in Longwy durch Albert I. nicht,
betrachtete sich also trotz der Schenkung ihres verstorbenen Ehemannes weiterhin als
Rechtsinhaberin Uber die Kapelle, die sie durch ihre Schenkung nun endgültig an St.
Vanne Ubertrug; auszugsweiser Druck bei Wampach, Urkunden- und Quellenbuch, 1.
Bd., Nr. 364, S. 522-525.
386 Vgl. dazu auch im Kap. 'Vogteien und Patronate' den Art. zu 'Baslieux'.
387 Siehe dazu Rousseau, Henri I'Aveugle, S. 20 f., 25 u. 68.
388 Siehe dazu oben das Kapitel 'Die Fehde mit dem Grafen von Namur'.
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