Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Landgutes,  das  als  Sancti  Petri  Fons  bezeichnet  wurde,  an  dem  der  Herzog
ursprünglich  ebenfalls  Rechte  besaß374.

Liel
(D,  Bld.  Baden-Württemberg,  Lkr.  Lörrach)
Der  im  Breisgau  an  der  Straße  von  Frei  bürg  nach  Basel  bei  Schliengen  gelegene  Ort
Liel375  befand  sich  im  Besitz  des  Grafen  Guntram.  Möglicherweise  war  Liel  von
Guntram  okkupiertes  Reichsgut,  eine  genaue  Bestimmung  der  rechtlichen
Besitzlage  kann  allerdings  nicht  durchgeführt  werden376.  Der  Ort  wurde  jedenfalls
von  König  Otto  I.  im  Zusammenhang  mit  dem  Hochverratsprozeß  gegen  Guntram,
der  wohl  vom  7.  bis  8.  August  952  auf  dem  Augsburger  Hoftag  stattfand377,  dem
Grafen  abgesprochen.  Der  König  schenkte  Liel  am  9.  August  952,  also  unmittelbar
nach  der  Konfiskation,  an  das  Kloster  Einsiedeln378.
Ob  Liel  zu  den  Pertinenzen  des  ehemaligen  Königshofes  Riegel  zählte,  wie  bei  Gilg
Tschudi  erwähnt379,  muß  fraglich  bleibcn380.

Long  w  y
(F,  Dép.  Meurthe-et-Moselle,  Arr.  Briey,  Hauptort  des  Gant.)
Die  im  Norden  Lothringens  an  der  Grenze  zum  heutigen  Großherzogtum
Luxemburg  liegende  Stadt  Longwy381  war  im  11.  Jahrhundert  in  luxemburgischem
Besitz  und  wurde  wahrscheinlich  als  Heiratsgut  der  Gräfin  Ermensinde  von

374  Siehe  das  Zitat  in  der  vorigen  Anm.  Es  sei  darauf  hingewiesen,  daß  die  Urkunden  Hillins
von  Trier  und  Alexanders  III.  gegenüber  derjenigen  von  Stephan  von  Metz  in  einem
entscheidenden  Punkt  abweichen.  Während  in  der  Urkunde  Stephans  von  Metz  ein
Gerhard  von  Mousson  als  Schenker  eines  Teiles  der  Terra  Sancti  Petri  Fons  genannt
wird,  fehlt  diese  Aussage  in  den  beiden  anderen  Urkunden.  Dort  werden  lediglich  der
Herzog  und  die  übrigen  in  der  Stephan-Urkunde  genannten  Lehensnehmer  als  Schenker
genannt  (Quellennachweise  siehe  vorige  Anm.).  Es  ist  jedoch  der  auch  in  anderen
Punkten  mehr  differenzierenden  Urkunde  Stephans  von  Metz  der  Vorzug  zu  geben.
375  Krieger,  Wörterbuch,  2.  Bd.,  Sp.  72  f.
376  Vgl.  auch  H.  Büttner,  Geschichte  des  Elsaß  I,  S.  160  f.
377  Zum  Augsburger  Hof  tag  und  dem  Prozeß  gegen  Guntram  siehe  oben,  S.  177-183.
378  D  O  I  155,  S.  237:  Noverint  ....  qualiter  nos  ...  concedimus  atque  offerimus  ecclesiae
sancte  dei  genitricis  Mariae  que  constructa  est  in  loco  qui  dicitur  Meginratescella,  et  ibi
deo  servientibus  heremitis  quendarn  locum  Lielahe  nominatum  qui  nobis  de  raebus
Gundrammi  populari  iudicio  in  regia  rectaque  venit  vestituram,  cum  omnibus  utensiliis
ad  eundem  predictum  locum  pertinentibus,  mobilibus  et  inmobilibus  quesitis  et
inquirendis  agris  pratis  vinetis  et  mancipiis,  ea  videlicet  ratione  quatenus  servi  dei  in
loco  prelibato  conversantes  iam  predictum  predium  quod  constat  esse  in  pago
Brischguue  in  comitatu  filii  nostri  Liutolfi,  per  succedentia  temporum  curricula  secure  et
quiete  fruantur,  omnium  hominum  contradictione  retnota.  -  Vgl.  zur  Schenkung  von  Liel
an  Einsiedeln  J.  A.  Kraus,  Geschichte,  S.  542,  neuerdings  auch  Salzgeber,
Land  Schenkungen,  S.  248.
379  Liber  Heremi,  S.  402  f.;  vgl.  ebda.,  S.  407.
380  Vgl.  Salzgeber,  Landschenkungen,  S.  250.
381  Reichsland  111,  S.  588.

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