Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Diplom  Ottos  II.  für  Einsiedeln,  in  dem  er  die  Besitzungen  Einsiedelns  bestätigt  und
den  Ort  Kirchzarten  namentlich  anführt345.

Kolmont
(B,  Prov.  Limbourg,  Arr.  Tongres)
Die  Dagsburger  Grafen  haben  in  der  zweiten  Hälfte  des  12.  Jahrhunderts  Erbansprüche
  auf  den  heute  nicht  mehr  vorhandenen,  nördlich  von  Tongeren  gelegenen
Ort  Kolmont  und  die  nur  noch  als  Ruine  existierende  gleichnamige  Burg346
erhoben.  Kolmont  bildete  zusammen  mit  Bilzen  einen  Besitzkomplex,  der  den
Anlaß  für  die  militärische  Auseinandersetzung  gab,  die  die  Brüder  Hugo  und  Albert
II.  von  Dagsburg  mit  dem  Grafen  von  Loon  am  Anfang  der  siebziger  Jahre  des  12.
Jahrhunderts  hatten347.  Möglicherweise  haben  die  Dagsburger  Grafen  diese
Besitzansprüche  über  Gertrud,  die  Gemahlin  Hugos  VII.,  abgeleitet348.
Kolmont  ist  jedenfalls  -  ebenso  wie  Bilzen  -  im  14.  Jahrhundert  im  Besitz  der
Grafen  von  Loon  nachweisbar349.  Wann  Kolmont  in  den  Besitz  der  Grafen  von
Loon  gekommen  ist,  ob  schon  im  12.  Jahrhundert  oder  erst  beim  Tode  Alberts  II.,
läßt  sich  heute  nicht  mehr  feststellen350.

Krautergersheim
(F,  Döp.  Bas-Rhin,  Arr.  Selestat,  Cant.  Obemai)
Hugo  III.  raucus  hat  die  Abtei  Altdorf  unter  anderem  mit  einem  Hof  namens
Ergersheim  nebst  Zubehör  ausgestattet351.  Das  nördlich  von  Molsheim  gelegene
Ergersheim  ist  aber  wohl  nicht  gemeint,  da  dies  bischöflich-straßburgischer  Besitz
war352.  Es  kann  sich  also  bei  der  Schenkung  des  Hugo  raucus  nur  um  den  heute
Krautergersheim  genannten  Ort353  gehandelt  haben,  der  südöstlich  von  Molsheim
liegt.  Für  diese  Identifizierung  spricht  auch,  daß  in  der  Quelle  im  Satzzusammen¬345

  D  O  II  24,  S.  33  f.,  Zitat,  S.  34:  confirmamus  ...  id  est  iuris  sui  curtem  Riegol  vocatum
cum  locis  ...  Zarda,  ...  in  ducatu  Alamannico  in  pago  Brisikeuue  sitis.
346  Zur  Burg  Kolmont  siehe  C.-Th.  F.  M.  de  Borman,  Histoire  du  château  de  Colmont,
Liège  1862;  zur  Lage  von  Kolmont  siehe  die  Karte  7  u.  die  Karte  bei  Baerten,  Het
graafschap  Loon,  S.  9.
347  Gesta  abbatum  Trudonensium,  MGH  SS  X,  S.  358.
348  Zu  Gertrud  siehe  oben,  S.  82-88.
349  Zu  Kolmont  siehe  de  Borman,  Le  livre,  S.  12,  18,  21,  24,  30,  81,  96,  100,  201,  236  f,
242  u.  245;  siehe  oben  den  Art.  'Bilzen'.
350  Siehe  Baerten,  Agnès  de  Metz,  S.  57-64;  Ders.,  De  aanchechting,  S.  54-63;  Ders.,  Het
graafschap  Loon,  S.  48-53;  zu  der  Problematik  siehe  oben,  den  Art.  'Bilzen'.
351  Notitiae  Altorfenses,  MGH  SS  XV,2,  Nr.  2,  S.  994:  Hugo  comes  acquievit,  sed  magna
maioribus  cumulavit  beneficiis;  siquidem  ...  curiam  Ergersheim  et  Meistersheim  cum
pertinentiis  suis,  vgl.  Sieffert,  Altdorf,  S.  95.
352  RegBfeStr.  I,  Nr.  130,  S.  244  f.;  vgl.  auch  J  Fritz,  Territorium,  S.  27,  und  Clauss,
Wörterbuch,  S.  324  f.
353  Clauss,  Wörterbuch,  S.  574  f.

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