Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Hof  und  einen  Teil  der  Kirche,  wie  aus  einem  Verzeichnis  von  Gütern  des  Stiftes
St.  Thomas  in  Straßburg  aus  dem  frühen  11.  Jahrhundert  hervorgeht334.  Richwin
gab  dann  diese  Erwerbung  an  das  Straßburger  Stift  St.  Thomas  weiter335.

Kippenheim  weder  (Langisesuuilare)
(D,  Bld.  Baden-Württemberg,  Lkr.  Ortenaukreis)
Im  Zusammenhang  mit  dem  Erwerb  von  Kippenheim  durch  den  Straßburger
Bischof  Richwin  erlangte  der  Bischof  auch  eine  villulam  Langisesuuilare  de
Hugone  cornite  Hohenburc  regnante336,  das  Richwin  ebenfalls  wie  Kippenheim
dem  Straßburger  St.  Thomas-Stift  weitergab337.  Die  Identifizierung  von
Langisesuuilare  bereitet  indes  Schwierigkeiten.  Ein  Ort  dieses  Namens  ist  sonst
nicht  nachzuweisen,  es  dürfte  sich  aber  wahrscheinlich  um  den  kleinen  Ort
Kippenheimweiler,  unweit  von  Kippenheim,  südlich  von  Lahr  handeln,  wie  Paul
Wentzcke338  und  Albert  Krieger339  vermuten.

Kirchzarten
(D,  Bld.  Baden-Württemberg,  Lkr.  Breisgau-Hochschwarzwald)
Der  wenige  Kilometer  östlich  von  Freiburg  im  Breisgau  gelegene  Ort  Kirchzarten340
  zählte  ebenso  wie  das  Kirchzarten  gegenüberliegende  Unter-Birken341  in
der  ersten  Hälfte  des  10.  Jahrhunderts  zu  den  Besitzungen  des  Grafen  Guntram342
und  bildete  eine  Pertinenz  des  Hofes  Riegel343.  Riegel  und  seine  Perünenzen  waren
auf  dem  Augsburger  Hoftag  des  Jahres  952  von  Otto  I.  im  Zusammenhang  mit  dem
Hochverratsprozeß  gegen  Guntram  diesem  Grafen  abgesprochen  und  vom  König  an
das  Kloster  Einsiedeln  weitergegeben  worden344.  Eine  über  die  Schenkung  des
Hofes  Riegel  samt  Pertinenzen  an  Einsiedeln  Auskunft  gebende  Urkunde  Ottos  I.
hat  sich  zwar  nicht  erhalten,  wir  erfahren  aber  von  dieser  Schenkung  durch  das

Anmerkung  zu  eben  diesem  Güterverzeichnis  die  Regierungszeit  Richwins  unrichtig  mit
916-932  an.
334  Das  Güterverzeichnis  ist  abgedruckt  in:  Wiegand,  Urkundenbuch  I,  Nr.  52,  S.  43  ff.:  ...
in  vico  autem  Kippenheim  curtem  1  et  dimidiam  partem  cecclesice  ejusdem  vici  ...de
Hugone  cornite  Hohenburc  regnante  prefatus  Rihuuinus  episcopus  conquiserat  et
fratribus  tradiderat  (ebda.,  S.  44);  RegBfeStr.  I,  Nr.  130,  S.  244  f.
335  Siehe  das  Zitat  in  Anm.  334.
336  Ebda.,  Nr.  52,  S.  43  ff.,  Zitat,  S.  44;  RegBfeStr.  I,  Nr.  130,  S.  244  f.;  siehe  auch  oben,
S.  20.
337  Wiegand,  Urkundenbuch  I,  Nr.  52,  S.  43  ff.
338  RegBfStr.  I,  Register,  S.  400.
339  Krieger,  Wörterbuch,  1.  Bd„  Sp.  1168.
340  Ebda.,  Sp.  1179-1182.
341  Siehe  den  Art.'Unter-Birken'.
342  Siehe  Geuenich,  Graf  Guntram,  S.  13  u.  Karte,  S.  11.
343  Dies  ergibt  sich  aus  den  Annalen  des  Gilg  Tschudi  (Liber  Heremi,  S.  109);  siehe  dazu
Kläui,  Untersuchungen,  S.  92  f.;  vgl.  neuerdings  Salzgeber,  Landschenkungen,  S.  250.
344  Daß  Riegel  aus  den  ehemaligen  Besitzungen  Guntrams  stammt,  erfahren  wir  aus  D  H  II
77;  dazu  und  zur  Schenkung  von  Riegel  an  Einsiedeln  siehe  unten  den  Art.  'Riegel'.

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