Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Inglange/Inglingen
(F,  Dep.  Moselle,  Arr.  Thionville-Est,  Cant.  Metzervisse)
Aus  der  Bulle  Leos  IX.  für  die  Abtei  Hesse  erfährt  man,  daß  Graf  Hugo  V.,  seine
Gemahlin  Mathilde  und  beider  Sohn  Heinrich  der  Abtei  Hesse  die  Kirche  in
Inglingen324,  das  westlich  von  Thionville  liegt,  geschenkt  haben325.

Java
(B,  Prov.  Liège,  Arr.  Huy)
Siehe  unten  den  Artikel  'Moha'.

Kenzingen
(D,  Bld.  Baden-Württemberg,  Lkr.  Emmendingen)
Der  wenige  Kilometer  nördlich  von  Riegel  gelegene  breisgauische  Ort  Kenzingen326
  war  Pertinenz  des  Hofes  Riegel327.  Kenzingen  hatte  in  der  ersten  Hälfte
des  10.  Jahrhunderts  der  eberhardinische  Graf  Guntram  in  seiner  Hand328.  Im
Zusammenhang  mit  dem  Prozeß  gegen  diesen  Grafen329  wurde  Kenzingen
Guntram  im  Jahre  952  von  König  Otto  I.  abgesprochen  und  an  das  Kloster
Einsiedeln  weitergegeben,  wie  man  aus  einem  am  17.  Juni  1004  in  Zürich
ausgestellten  Bestätigungsdiplom  Heinrichs  II.  erfährt330.

Kippenheim
(D,  Bld.  Baden-Württemberg,  Lkr.  Ortenaukreis)
In  dem  badischen  Dorf  Kippenheim331  bei  Eppenheim  hatten  die  Egisheimer
Grafen  in  der  ersten  Hälfte  des  10.  Jahrhunderts  Besitzungen.  Von  einem  Grafen
Hugo  aus  dieser  Familie,  der  in  der  ersten  Hälfte  des  10.  Jahrhunderts  auf  Hohenburg
  residierte332,  erwarb  der  Straßburger  Bischof  Richwin333  in  Kippenheim  einen

324  siehe  Reichsland  III,  S.  483.
325  Calmet,  Histoire  de  Lorraine,  2.  Bd.,  2.  Aufl.,  preuves,  col.  289:  Ecclesia  Igolingen,
cum  conductu  &  villa  ex  tolo,  data  per  manus  Mathildis  dilectce  uxoris  fratris  nostri
Hugonis  prcedicti,  &  filii  ejus  Henrici.  Die  Echtheit  des  Privilegs  für  Hesse  wird  von
PARISSE,  La  noblesse  Lorraine,  S.  129,  angezweifelt.
326  Krieger,  Wörterbuch,  1.  Bd.,  Sp.  1139-1149;  zur  Lage  siehe  die  Karte  bei  Geuenich,
Graf  Guntram,  S.  11.
327  D  H  II  77;  vgl.  dazu  auch  Liber  Heremi,  S.  109;  siehe  dazu  Kläui,  Untersuchungen,
S.  92  f.
328  DH  II  77.
329  Siehe  dazu  oben,  S.  177-183.
330  D  H  II  77,  S.  98.  Siehe  das  Zitat  auf  S.  408  in  Anm.  111.
331  Krieger,  Wörterbuch,  1.  Bd.,  Sp.  1166-1168;  siehe  auch  RegBfeStr.  I,  Register,  S.  400.
332  Biller  u.  Metz,  Anfänge,  S.  247  ff.;  wahrscheinlich  handelt  es  sich  bei  diesem  Grafen
um  Hugo  I.;  vgl.  dazu  Keller,  Einsiedeln,  S.  15;  zu  Hugo  und  seiner  genealogischen
Einordnung  siehe  den  Art.  'Hohenburg'  u.  oben  S.  20  f.
333  Richwin  war  von  913  bis  933  Bischof  von  Straßburg,  siehe  dazu  RegBfeStr.  I,  Nrn.  121-132,
  S.  243  ff.  Wiegand,  Urkundenbuch  I,  Nr.  52,  S.  43,  Anm.  2,  selbst  gibt  in  einer

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