Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

111  ki  r  ch  -  Graffen  s  taden/  Illki  rch
(F,  Dep.  Bas-Rhin,  Arr.  Strasbourg-Campagne,  Hauptort  des  Cant.)
Illkirch  ist  wahrscheinlich  alter  Etichonenbesitz315.  So  hat  die  aus  dem  Etichonengeschlecht
  stammende  Hl.  Odilia  dem  Kloster  Ebersheimmünster  drei  Mansen
mit  Höfen  und  Fischrechten  geschenkt,  wenn  man  dem  Chronicon  Ebersheiinense
glauben  darf316.  In  Illkirch  waren  ebenfalls  die  Abtei  Hohenburg317  und  das
Straßburger  St,  Stephanstift318  begütert.
Die  Nachkommen  der  Etichonen,  die  älteren  Egisheimer  Grafen,  die  auch  als
Eberhardiner  betitelt  werden,  hatten  ebenfalls  noch  Güter  in  Illkirch.  Der  Straßburger
  Bischof  Richwin  hat  von  diesen  Gütern  zwischen  913  und  933319  von  dem
Grafen  Eberhard  sechs  Mansen  erworben,  die  dann  vom  Bischof  an  das  Straßburger
Stift  St.  Thomas  weitergeschenkt  wurden.  Dies  erfährt  man  aus  einem  um  1007
entstandenen  Güterverzeichnis  für  St.  Thomas320.  Aus  diesem  Güterverzeichnis
geht  weiterhin  hervor,  daß  während  des  Episkopats  des  Straßburger  Bischofs
Ruthart,  also  zwischen  933  und  950321,  der  Kleriker  und  Eremit  Eberhard,
möglicherweise  ein  naher  Verwandter  des  Grafen  Eberhard322,  auch  in  Illkirch
Besitzungen  hatte.  Er  übertrug  zweieinhalb  Mansen  aus  dieser  Gemarkung  ebenfalls
  an  St.  Thomas323.  In  späterer  Zeit  läßt  sich  egisheimischer  Besitz  in  Illkirch
nicht  melir  nachweisen.

315  Clauss,  Wörterbuch,  S.  513.
316  Chronicon  Ebersheimense,  MGH  SS  XXIII,  S.  438..Dedit  [=  St.  Odilia]  itaque  predicto
monasterio  ...  in  Illechilechen  tres  mansus  cum  curtibus  suis  et  piscationibus,  vgl.
Bruckner,  Regesta  Alsatiae,  Nr.  76,  S.  31  f.  „Legendenhaft“  nennt  Bruckner  den  ganzen
Passus  (ebda.).
317  Bulle  Leos  IX.,  abgedruckt  bei  SchÖpflin,  Alsatia  diplomatica  I,  Nr.  209,  S.  166  f.;  vgl.
Clauss,  Wörterbuch,  S.  513.
3,8  Clauss,  Wörterbuch,  S.  513.
319  Bischof  Richwin  hatte  den  Straßburger  Bischofssitz  zwischen  913  und  933  inne.  Siehe
dazu  RegBfeStr.  I,  Nm.  121-132,  S.  243  ff.
320  Druck  des  Güterverzeichnisses  in:  Wiegand,  Urkundenbuch  1,  Nr.  52,  S.  43  ff.:  ...
Rihuuinus  ejusdem  apostolicce  cathedrce  episcopus  ...  in  Illachirecha  marcha  mansas  6,
quas  ad  Eburharttum  comitem  emerat,  pro  remedio  sue  anime  fratribus  ad  annonam
tradita  sunt  (Zitat,  S.  43  f.).  -  RegBfeStr.  I,  Nr.  130,  S.  244  f.;  in  diesem  Güterverzeichnis
wird  noch  ein  weiteres  Mitglied  der  Egisheimer  Grafenfamilie  als  Schenker  -  allerdings
nicht  von  Besitzungen  in  Illkirch  -  genannt,  nämlich  ein  Graf  Hugo,  siehe  dazu  unten  die
Art.  'Kippenheim'  und  'Kippenheimweiler'.
321  Ruthart  hatte  den  Straßburger  Bischofssitz  zwischen  933  und  950  inne.  Siehe  dazu
RegBfeStr.  I,  Nm.  133-139,  S.  245  f.
322  Siehe  dazu  Keller,  Einsiedeln,  S.  14  ff  ;  zu  den  Verwandtschaftsverhältnissen  siehe
oben,  S.  21-24.
323  Wiegand,  Urkundenbuch  I,  Nr.  52,  S.  44:  ...  quidam  Eburharttus  clericus  et  heremita  in
predicta  marcha  Illechirecha  mansas  2  et  dimidiam  pro  remedio  suce  anime  fratribus
sancti  Thotme  penitus  et  annonam  tradiderat.

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