Ob die Dagsburg-Egisheimer Grafen noch weitere Besitzungen in Hohwarth hatten,
kann nicht nachgewiesen werden. Hohwarth findet sich unter den Besitzungen des
Straßburger Bistums301 und wurde am 14. 6. 1269 an die Habsburger verlehnt302.
Huccorgne
(B, Prov. Liège, Arr. Huy)
Siehe unten den Artikel zu 'Moha'.
Huttenheim/Hüttenheim
(F, Dep. Bas-Rhin, Arr. Selestat, Cant. Benfeld)
Der Ort Hüttenheim303, im Elsaß an der Straße zwischen Straßburg und Schlettstadt
südlich Benfeld gelegen, befand sich in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts im
Besitz des Grafen Guntram aus der eberhardinisehen Grafenfamilie. Hüttenheim
wurde von König Otto I. im Zusammenhang mit dem Prozeß gegen Guntram im
Jahre 952 konfisziert304, und der König schenkte den Ort zusammen mit dem
ebenfalls Guntram abgesprochenen Colmar am 14. April 959 an seinen Schwager,
Herzog Rudolf von Burgund305. Herzog Rudolf wiederum gab Hüttenheim als
Schenkung an das Kloster Peterlingen306.
Der Besitz Guntrams in Hüttenheim geht wohl schon auf alten Etichonenbesitz
zurück, denn der Etichone Graf Eberhard, Sohn des Herzogs Adalbert, hat im 8.
Jahrhundert seiner Stiftung, dem Kloster Murbach, Besitz in Hüttenheim geschenkt,
was durch eine zwischen 735 und 737 ausgestellte Urkunde dokumentiert ist307.
Huy
(B, Prov. Liège, Hauptort des Arr.)
In der Stadt Huy, die nicht mehr zur Grafschaft Moha gehörte, sondern den
Hauptort einer eigenen Grafschaft bildete308, werden Rechte und Besitzungen der
Dagsburger durch eine Schenkung deutlich, welche die Gräfin Ermensinde von
301 J. Fritz, Territorium, S. 102 u. 113.
302 Schöpflin, Alsatia diplomatica 1, Nr. 655, S. 463.
303 Clauss, Wörterbuch, S. 503 f.
304 Siehe oben das Kap. 'Der Prozeß gegen Guntram'.
305 D O I 201, S. 281. Siehe das Zitat auf S. 409 in Anm. 117.
306 D O I 201, S. 280 f,; Bestätigungsurkunden durch Otto II. (D O II 51, S. 60 f.) und
Heinrich II. (DH II 69, S. 85f.).
307 Urkunde Eberhards abgedruckt bei Schöpflin, Alsatia diplomatica 1, Nr. 9, S. 8-10,
Zitat, S. 9: ... & in Pago Alsegaugensi loca indominicata nuncupantes, .... Hittenheim,
weiterer Druck bei Trouillat, Monuments 1. Bd., Nr. 35, S. 70-74; zur Echtheit der
Urkunde siehe W. Levison, Kleine Beiträge zu Quellen der fränkischen Geschichte, in:
NA 27, 1902, bes. S. 331-388; die Datierung der Urkunde auf das Jahr 728 kann nicht
stimmen. Zur vermuteten Datierung zwischen 735 und 737 vgl. ebda., S. 384 f.
308 Siehe die Karte bei de Marneffe, Recherches, Karte vor S. 229. Zu den einzelnen
kirchlichen Einrichtungen in Huy siehe den Art. 'Huy' von M.-É. Montulet-Henneau
in: DHGE25, Paris 1995, Sp. 477-485.
437