daß de Hugone comite Hohenburc regnante dem Bischof Richwin von Straßburg
ein Hof in Kippenheim zusammen mit der Hälfte der Ortskirche und der Ort
Kippenheimweiler geschenkt worden waren293. Dieser Graf Hugo ist aller
Wahrscheinlichkeit nach mit Hugo I. gleichzusetzen294.
Thomas Biller und Bernhard Metz identifizieren die Hohenburg mit dem inneren
Abschnitt der sogenannten 'Heidenmauer' auf dem Odilienberg295 296. Außerdem
relativieren Biller und Metz das im Güterverzeichnis behauptete regnante des
Grafen auf Hohenburg und äußern die durchaus begründete Vermutung, daß die
Hohenburg noch in ottonischer Zeit als sogenannte Fliehburg - auch für den Grafen
- diente und nicht als ständiger Adelswohnsitz fungierte290.
Hohwarth
(F, Dep. Bas-Rhin, Arr. S€lestat, Cant. Ville, Com. de Saint-Pierre-Bois)
Östlich von Ville im Elsaß erstreckt sich die Gemeinde Hohwarth297. Im 12. Jahrhundert
besaßen die Dagsburg-Egisheimer Grafen dort einen Hof, den Hugo VIII.
von Dagsburg vor 1171298 gegen Zins und Naturalabgaben an die Zisterzienserabtei
Baumgarten geschenkt hat. Dies erfährt man aus einer Urkunde von Bischof
Rudolf von Straßburg, der im Zusammenhang mit anderen Schenkungen an Baumgarten
jene Schenkung Hugos VIII. von Dagsburg bestätigte299. Auch die Banngewalt
im Hohwarther Bann übten die Dagsburger Grafen aus, da sie daraus
Nutzungsrechte an Baumgarten abtraten, was durch selbige Urkunde berichtet
wird300.
der von Wiegand angegebenen angeblichen Lebenszeit Hugos. Denn Richwin war
bekanntlich von 913 bis 933 Straßburger Bischof (siehe RegBfeStr. I, Nm. 121-132, S.
243 ff. Wiegand, Urkundenbuch I, Nr. 52, S. 43, Anm. 2, selbst gibt in einer Anmerkung
zu ebendiesem Gliterverzeichnis die Regierungszeit Richwins unrichtig mit 916-932 an),
was zweifelsfrei eine Festlegung der Lebenszeit jenes Grafen Hugo auf die erste Hälfte
des 10. Jahrhunderts ergibt.
293 Wiegand, Urkundenbuch I, Nr, 52, S. 43 ff., Zitat, S. 44: ... in vico autem Kippenheim
curtem 1 et dimidiam partem cecclesice ejusdem vici et villulam Langisesuuilare de
Hugone comite Hohenburc regnante prejatus Rihuuinus episcopus conquiserat et
fratribus tradiderat; RegBfeStr. I, Nr. 130, S. 244 f.; siehe auch unten die Art.
'KippenheinV und 'Kippenheimweiler'.
294 Zur Identifizierung dieses Grafen Hugo siehe oben, S. 20; vgl. dazu Keller, Einsiedeln,
S. 15.
295 Biller u. Metz, Anfänge, S. 247, und Lageplan der 'Heidenmauer', ebda., S. 246.
296 Vgl. ebda., S. 247.
297 Clauss, Wörterbuch, S. 491,
298 Zur Diskussion um das Datum der Schenkung siehe oben den Art. 'Burgerith'.
299 Druck der Urkunde bei WÜRDTWEIN, 10. Bd., S. 35-38: Insuper notificandum est, quod
predictus Comes [= Hugo VIII. von Dagsburg] etiam prefato Cenobio curiam de
Hohenwart cum omnibus pertinentiis suis, & totam terram ad eandem pertinentem sub
Censu XIII denariorum & uno obulo, nec non XIIII sextariorum <£ dimidio siliginis &
duabus quartalibus avene absque ulla contradictione omnium hominum concessit (Zitat,
S. 37). - RegBfeStr. I, Nr. 595, S. 345 f.
300 Würdtwein, 10. Bd., S. 37.
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