Dagsburger Grafen explizit für Albert II. von Dagsburg, den Sohn Hugos VIII.,
belegt. Er hat die Burg Herrenstein zusammen mit der Vogtei über Neuweiler in der
undatierten - aber wohl um das Jahr 1204 ausgestellten - Erbschaftsvereinbarung
zwischen ihm und dem Herzog Heinrich von Brabant ausdrücklich aus dem Teil der
Erbmasse herausgelöst, der die Metzer Bistumslehen betrifft, welche Herzog
Heinrich ebenfalls von ihm erhalten sollte, um sie selbst in seiner Verfügungsgewalt
zu behalten259.
Auch unter der letzten Gräfin von Dagsburg ist die Burg im Besitz dieser Familie
nachzuweisen. So hat sich Gertrud von Dagsburg im Jahre 1224 auf Herrenstein
auf gehalten, wie aus der Actumszeile einer Urkunde dieses Jahres, die sie für die
Abtei Haute-Seille ausgestellt hat, ersichtlich wird260. Nach dem Tod der Gräfin
Gertrud zog der Metzer Bischof Johann von Apremont Herrenstein zusammen mit
anderen erledigten Lehen der Dagsburger ein261. Er baute schließlich im Zuge
seiner Territorialpolitik in diesen Orten die Befestigungsanlagen aus262 263.
Herrlisheim-pres-Colmar/Herlisheim
(F, Dep. Haut-Rhin, Arr. Colmar, Cant. Wintzenheim)
Angeblich schenkte Graf Albert I. von Egisheim um das Jahr 1092 dem
Regularkanonikerstift Marbach unter anderem ein predium quoddam apud
Herlichisheim positum, ad cuius ius perlinet quarta pars patronatus et octava pars
decimarum ecclesie in Herlichishem263. Auch sein Bruder Gerhard und dessen
Gemahlin Richgard gaben ihre Besitzanteile aus dem Herlisheimer Bann an
259 Siehe im Anhang, Urkunde Nr. 13; vgl. zur Ersterwähnung von Herrenstein auch J.-M
Rudrauf, Le Herrenstein, in: Pays d'Alsace, 164. Bd., Saveme 1994, S. 25, der jedoch
Albert II. mit Hugo VIII. verwechselt.
260 Urkunde, abgedruckt bei Grandidier, Œuvres, 3. Bd., S. 299 f.: Actum est apud
Herresten anno domini M. CC. XX. ////. (ebda., S. 300). - Regest: Böhmer-Ficker -
Winkelmann V,4, Nr. 10916; Duvernoy, Catalogue, Nr. 338, S. 213. Zur Urkunde
siehe oben den Art. 'Altdorf.
261 Richeri gesta Senoniensis ecclesiae, MGH SS XXV, lib. IV, cap. 23, S. 312: Nam
Metensis episcopus Johannes audiens defectum heredum illius comitatus, quedam castra.
scilicet Hernestem et Turquestem ad ius et proprietatem Metensis episcopi resumpsit
etxaxiit. Bei dem Wort xaxiit dürfte es sich um eine Verschreibung von sacire handeln,
wie schon der Herausgeber der Chronik, Georg Waitz, festgestellt hat, der in der
entsprechenden Anmerkung die Emendation in sasivit vornimmt (ebda., Anm. 9).- Gesta
episcoporum Mettensium, continuatio altera, MGH SS X, S. 548: Nam idem episcopus
comitatum Metensem et quatuor castra nobilia, Saraborc videlicet, Albam, Truquestein
et Herrestein, quae erant de feodo predicto, cum suis appendiciis adquisivit et Metensi
ecclesie perpetuo contulit possidenda.
262 Gesta episcoporum Mettensium, continuatio altera, MGH SS X, S. 550: Nam in oppido
Saleborc, quod tempore predecessoris sui ardenti desiderio fuerat inchoatum,
munitionibus insignibus, turribus et fossatis et murorum propugnaculis fortissimis
consummavit, et de Alba, de Herrestein et de Drukestein turres et muros in melius
reparavit, novas cisternas profundando.
263 Angebliches Original in Strasbourg, AD BR, G 17 (hiernach das Zitat); die Urkunde ist
abgedruckt bei Grandidier, Histoire 11,2, pièces justificatives, Nr. 507, S. 158. Weiterer
Druck bei Würdtweem, 6. Bd., Nr. 108, S. 254 ff.
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