Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

somit  nahe,  daß  der  in  Alberts  Urkunde  Hermenwirre  genannte  Ort  lediglich  eine
orthographisch  abweichende  Form  von  Henvilrre  ist255.

Hermol  sheim
(F,  Dép.  Bas-Rhin,  Com.  de  Mutzig,  Arr.  Molsheim,  Cant.  Molsheim)
Albert  I.  von  Dagsburg  und  sein  Bruder,  der  Touler  Großarchidiakon  Bruno,
schenken  an  das  Stift  St.  Gangulf  in  Toul,  dem  Bruno  gleichzeitig  als  Propst  vorsteht,
  Weingüter  im  elsässischen  Hermolsheim,  wie  wir  aus  einer  Besitzbestätigung
für  das  Kanonikerstift  durch  Bischof  Pibo  von  Toul  vom  6.  Juni  1102  erfahren256.
Hugo  VIII.  von  Dagsburg  beruft  sich  im  Jahre  1172  auf  diese  Schenkung  und
erneuert  unter  Vermittlung  der  Äbte  von  Beaupré  und  Haute-Seille  eine
Vereinbarung  zwischen  dem  Dekan  Theodericus  und  den  Brüdern  von  St.  Gangolf
einerseits  und  den  Brüdern  Walricus  und  Conradus  von  Girbaden  in  dieser  Weise,
wonach  erstere  das  einst  von  Hugos  Vorfahren  geschenkte  Gut  an  das  genannte
Brüderpaar  für  zwanzig  Jahre  veqiachten.  Über  den  Besitz  dieses  Gutes  war  es  in
der  Vergangenheit  zwischen  den  Brüdern  von  St.  Gangolf  und  dem  Vater  und
Großvater  der  genannten  Brüder  schon  zu  Streitigkeiten  gekommen,  und  Hugo
VIII.  hat,  sozusagen  als  Nachkomme  des  Schenkers,  die  Verpflichtung
übernommen,  eine  Lösung  der  Besitzprobleme  herbeizuführen257.

Héron
(B,  Prov.  Liège,  Arr.  Huy)
Siehe  unten  den  Artikel  zu  'Moha'.

Herrenstein
(F,  Dep.  Bas-Rhin,  Arr.  Saverne,  Cant.  Bouxwiller,  Com.  de  Neuwiller-les-Saveme)

Angeblich  war  die  Burg  Herrenstein  schon  im  10.  Jahrhundert  in  den  Händen  der
Dagsburger  Grafen  und  ist  von  diesen  im  Jahre  1005  restauriert  worden258.
Herrenstein  wird  jedoch  erst  unter  Hugo  VIII.  von  Dagsburg,  als  diesem  die
Grafschaft  Metz  übertragen  wurde,  als  Lehen  an  die  Dagsburger  Grafen  gekommen
sein.  Durch  die  Quellen  ist  die  Burg  als  Metzer  Bistumslehen  in  den  Händen  der

255  Siehe  auch  Lepage,  Les  seigneurs,  S.  194.
256  Urkunde  von  Bischof  Pibo  von  Toul:  ...  apud  Hertnoteseim  vineas  quas  dedit  Bruno
ejusdem  loci  prepositus  et  fr  a  ter  ejus  cornes  Albertus.  Neuester  Druck  bei  Douche,
Actes,  Nr.  41,  S.  184-188,  Zitat,  S.  185;  älterer  Druck  bei  Calmet,  Histoire  de  Lorraine,
3. Bd.,  2.  Aufl.,  preuves,  col.  49-53,  mit  Datierung  1105;  Regest  bei  Choux,  Recherches,
Nr.  86,  S.  234  f.,  dort  auch  zur  Frage  der  Datierung;  vgl.  BöNNEN,  Toul,  S.  274;  zu
Hermolsheim  siehe  auch  Clauss,  Wörterbuch,  S.  462  f.  Douche,  S.  187,  identifiziert
Hertnoteseim  unrichtig  mit  Herbitzheim,  zudem  bezeichnet  sie  im  Register  ebda.,  S.  376,
Bruno  fälschlich  als  Priester  in  Herbitzheim.
257  Abschrift  in  Paris,  AN,  LL  986,  fol.  33  v°.  Siehe  im  Anhang,  Urkunde  Nr.  2.
258  SoClauss,  Wörterbuch,  S.  463,  ohne  Quellenangaben.

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