Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Gries
(F,  Dep.  Bas-Rhin,  Arr.  Strasbourg-Campagne,  Cant.  Brumath)
An  der  Strecke  zwischen  Brumath  und  Bischwiller  liegt  wenige  Kilometer  westlich
von  Bischwiller  der  Ort  Gries229.  Hier  hatten  die  Egisheimer  Grafen  allodiale
Besitzungen,  denn  wir  finden  dort  den  Grafen  Guntram  hereditarii  iuris230  begütert.
Gries  ist  als  Pertinenz  von  Brumath  zu  sehen231  und  mußte  wohl  von  Guntram  in
der  Folge  des  Hochverratsprozesses  gegen  ihn  an  König  Otto  I.  abgetreten  werden232,
  der  Gries  wiederum  am  11.  August  953  an  das  Kloster  Lorsch233  weitergab.

Guede
(B,  Prov.  Liège,  Arr.  Huy)
Eine  bei  Wanze  gelegene  kultivierte  Flur  namens  Guede  war  ursprünglich  allodialer
Besitz  der  Grafen  von  Moha.  Sie  war  zuerst  von  Graf  Albert  II.  von  Dagsburg  und
Moha  der  Zisterze  Villers-en-Brabant  geschenkt  worden  und  wurde  nach  der
Stiftung  von  Val-Notre-Dame  durch  Albert  II.  dieser  Abtei  übertragen234.

Haneffe
(B,  Prov.  Liège,  Arr.  Warenmie)
Der  nordöstlich  von  Huy  an  der  Yeme  gelegene  Ort  Haneffe  war  der  Grafschaft
Moha  zugehörig235  und  ist  als  Besitzung  der  Dagsburger  Grafen  im  12.  Jahrhundert
nachzuweisen.  So  berichtet  Jacques  de  Hemricourt,  daß  Haneffe  die  Mitgift  der
Schwester  Alberts  II.  von  Dagsburg  für  ihre  Ehe  mit  dem  Grafen  Theoderich  von
Hochstaden  gewesen  sei236.  Diese  Aussage  des  Jacques  de  Hemricourt  findet  dadurch
  eine  Bestätigung,  daß  Bertha,  die  Tochter  aus  der  Ehe  von  Alberts  Schwester
mit  Theoderich  von  Hochstaden,  im  Besitz  des  Zehnten  von  Haneffe  war,  wie  uns
eine  Urkunde,  die  Bertha  zusammen  mit  ihrem  Gemahl,  Eustache  von  Donmarün,
für  die  Abtei  Aywières  ausgestellt  hat,  belegt237.

229  Siehe  Reichsland  III,  S.  362.
230  DO  I  166,  S.  247.
231  D  O  I  166,  S.  247;  siehe  auch  Glöckner,  Codex  I,  Nr.  69,  S.  352.
232  Siehe  dazu  Zotz,  König  Otto  I.,  S.  71-76.
233  D  O  I  166,  S.  247,  Zitat  siehe  oben  S.  402  mit  Anm.  69;  Grandidier,  Histoire  1,2,  Nr.
274,  S.  120,  identifiziert  den  Ort  nicht  richtig  mit  „Kriegesheim“  (=  Kriegsheim).
234  Urkunde,  abgedruckt  bei  Poncelet,  Actes,  Nr.  275,  S.  256  f.  Siehe  zu  Guede  oben  den
Art.  'Campial’.
235  Siehe  DE  Marneffe,  Recherches,  S.  243  und  Karte.
236  Œuvres  de  Jacques  de  Hemricourt  I,  cap.  172,  S.  126.  ...  la  terre  de  Haneffe,  en
Hainsbange,  qui  soloit  estre  des  allouz  de  Mohaute,  tnais  elle  parvint  alle  conte  de
Hoghestroite  de  part  sa  femme,  qui  fut  sereur  aile  conte  Albier  de  Mohaut,  qui  assy  astoit
contes  [de]  Dasborghe\  zu  der  Ehe  der  Schwester  Alberts  II.  mit  Theoderich  von
Hochstaden,  siehe  oben  das  Kapitel  'Die  Gemahlin  Theoderichs  von  Hochstaden'.
237  Druck  der  Urkunde  bei  Kurth,  Chartes  I,  Nr.  199,  S.  252  f.

425
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.