burger Bischof auf Besitzrechte an Girbaden verzichtet, der die Burg seinem Besitz
einverleiben konnte214.
Gomerkinden
(CH, Kant. Bern, Ab. Burgdorf)
Siehe den Artikel 'Oberer Aargau'.
Gondreville
(F, Dep. Meurthe-et-Moselle, Arr. Toul, Cant. Toul Nord)
Für knappe fünf Jahre - von Mai 1220 bis zum Tod Gertruds von Dagsburg im
März 1225 - ging der zwischen Nancy und Toul gelegene Ort Gondreville in dagsburgischen
Besitz über. Er bildete zusammen mit Nancy das Heiratsgut Gertruds für
ihre zweite Ehe mit Graf Theobald von der Champagne, welches ihr von Herzog
Matthäus II. von Oberlothringen, dem Bruder ihres verstorbenen ersten Mannes,
Theobald von Oberlothringen, im Rahmen eines Vertrages zwischen dem Herzog
einerseits, und der Gräfin Bianca von Troyes und ihrem Sohn, Graf Theobald von
der Champagne, andererseits übergeben wurde215. Nach Gertruds Tod sollten die
genannten Orte wieder in den Besitz des Herzogs übergehen216. Allerdings bildeten
gewisse Gondreville zugehörige Lehen, die in der Hand Guidos von Planciaco
waren, eine Ausnahme. Sie sollten im Besitz von Graf Theobald von der Champagne
- dem zukünftigen Ehemann der Gertrud - und dessen Mutter Bianca von
Troyes verbleiben217. Da es sich um das Witwengut der Mutter von Herzog
Matthäus handelte, mußte diese natürlich der Vergabe an Gertrud erst zustimmen,
wie aus dem obengenannten Versprechen des Herzogs faciam eis quittari ä
carissima matre mea Ducissa Lotharingice 218 deutlich wird. Nach vorher
getroffenen Vereinbarungen mit Bianca von Troyes und Theobald von der Champagne219
stimmte die Herzogimnutter dieser Transaktion im Juni 1220 zu220.
214 Siehe dazu ausführlich das Kap. 'Berthold von Teck und das Dagsburger Erbe im Elsaß'.
215 Druck der Urkunde in: Bouquet, Recueil, 18. Bd., S. 695: Nanciacum et Gundrevillam,
quæ eis assignavi pro dotalitio carissinue sororis meœ Gertrudis Comitissæ Metensis et
Damburgensis, quondam Ducissœ Lotharingice, et quiequid in duobus castellis illis et in
castellaniis eorum habebam, tam in domanio quam in feodis, in dominio, in justitia, et in
omnibus modis et commodis, faciam eis quittari à carissima matre mea Ducissa
Lotharingice.
216 Ebda.: Post mortem verö dictce Gertrudisprcedicta duo castella cum omnibus appendiliis
suis, ad me vel ad homines sine contradictione qualibet revertentur.
217 Ebda.: Prceterea omnia feoda ad caslellaniam Gundricurice pertinentia, quee Guido de
Planciaco de me tenebat et de fratre meo tenuit, supradictis B. ei Th. Comiti nato ejus
dedi in perpetuum et quittavi, jure hcereditario possidenda.
218 Ebda.
219 Das Abkommen mit Blanca und Theobald von der Champagne ist gedruckt bei Calmet,
Histoire ecclésiastique, 2. Bd., 1. Aufl., preuves, col. 430.
220 Die Verzichtserklärung der Herzogin Agnes ist gedruckt bei ebda., preuves, col. 429.
Von Gondreville ist explizit hierin nicht die Rede. Agnes verzichtet, so ist zu lesen, auf
Nantiacum cum omnibus pertinendis, quod nomine dotalitii possidebam, & quiequid
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