Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

ihn  nun  an  Ludwig  I.  und  der  wiedenim  an  Bertram  von  Metz  zurück,  welcher  ihn
schließlich  dem  Metzer  Heiligkreuzkloster  schenkte199.

Fliesbom
(F,  Dep,  Moselle,  Arr.  Metz-Campagne,  Cant.  Vigy)
In  dem  abgegangenen  Ort  Fliesborn,  bei  Vry  gelegen,  läßt  sich  dagsburgischer
Besitz,  nachweisen.  So  bestätigte  Graf  Albert  II.  von  Dagsburg  in  einer  undatierten
Urkunde  der  Abtei  Villers-Bettnach  die  Verpachtung  eines  Gutes  bei  Fliesbom
durch  Arnulf  von  Virei,  das  dieser  von  ihm  zu  Lehen  hatte.  Zudem  verzichtet  Albert
II.  auf  Bitten  des  Abtes  von  Haute-Seille  auf  seine  Besitzrechte  an  diesem  Gut  und
überträgt  es  an  die  Abtei  Villers-Bettnach  zu  freiem  Eigen200.
Der  Name  des  Ortes  lautet  jedoch  in  der  Urkunde  Blisborne201.  Dies  hat  zu  Unsicherheiten
  bei  der  Identifizierung  des  Ortes  geführt.  Schon  der  Schreiber  des  Chartulars
  von  Villers-Bettnach  w  ar  sich  nicht  ganz  sicher.  Er  hat  die  Urkunde  im  Ortsregister
  ursprünglich  unter  Blisburne  eingeordnet,  später  seine  Auffassung
korrigiert  und  die  Identifizierung  von  Blisborn  mit  Flisburne  alias  Le  Fresne
befürwortet202 203.  Nun  sind  Fliesbom  wie  Fresne  beides  heute  abgegangene
Örtlichkeiten  und  beide  in  der  Gemarkung  der  Gemeinde  Vry  zu  lokalisieren.  Die
von  Henri  Hiegel  aufgelisteten  Belege  zeigen  jedoch,  daß  Blisborn  mit  Fliesbom  zu
identifizieren  ist205.

Girbaden
(F,  Dep.  Bas-Rhin,  Arr.  Molsheim,  Cant.  Rosheim,  Com.  de  Mollkirch)
Die  Burg  Girbaden204  sicherte  die  Besitzungen  der  Dagsburger  Grafen  im  Breuschtal
  ab.  Die  ersünalige  Erwähnung  Girbadens  geschieht  in  der  wohl  1141  ausgestellten
  Urkunde  zu  der  1137  erfolgten  Weihe  der  Kapelle  in  Laubenheim205.  Was

199  Urkunde  Bertrams  in  Metz,  AD  Mos.,  H  3889,  1  (wie  Anm.  196).
200  Die  Urkunde  Alberts  II.  von  Dagsburg  für  die  Abtei  Villers-Bettnach  ist  nur  noch
abschriftlich  im  Chartular  der  Abtei  Villers-Bettnach,  fol.  %  r°  (Metz,  AD  Mos.,  H
1714)  erhalten.  Siehe  im  Anhang,  Urkunde  Nr.  11.
201  Siehe  im  Anhang,  Urkunde  Nr.  11.
202  Siehe  das  Ortsregister  im  Chartular  der  Abtei  Villers-Bettnach  (Metz,  AD  Mos.,  H  1714),
fol.  VIII  r°  (Blisburne)  und  fol.  XIII  v°  {Flisburne  alias  Le  Fresne).
203  H.  HlEGEL  u.  Ch.  HlEGEL,  Dictionnaire  étymologique  des  noms  de  lieux  du  département
de  la  Moselle,  Sarreguemines  1986,  S.  122  (Identifizierung  von  Blisborn  mit  Fliesborn)
u.  S.  128  (Art.  zu  Fresne).  Erwähnt  sei  noch,  daß  E.  DE  BouteiLler,  Dictionnaire
topographique  de  l'ancien  département  de  la  Moselle,  Paris  1874,  S.  32,  Bliesborn  mit
Bouchepome  identifiziert,  was  nicht  in  Frage  kommt.
2M  Clauss,  Wörterbuch,  S.  391  ff.;  Biller  u.  Metz,  Anfänge,  S.  281,  Nr.  15;  an  älterer
Literatur  sei  noch  die  Darstellung  von  L.  Levrault,  Le  château  de  Guirbaden,  in:
BSCMHA  1  (1856-1857),  Paris,  Strasbourg  1857,  S.  269-295,  genannt.
205 Druck  der  Urkunde  bei  Würdtwein,  7.  Bd.,  Nr.  37,  S.  96  ff:  ...  capellam  jux  ta
Girbadum  (Zitat,  ebda.,  S.  96);  zur  Datierung  siehe  RegBfeStr.  I,  Nr.  462,  S.  322,  und
Biller  u.  Metz,  Anfänge,  S.  281,  Nr.  15.

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