Eschenz
(CH, Kant. Thurgau, Ab. Steckbom)
Der im Kanton Thurgau gelegene Hof Eschenz190 findet sich in dem von Otto I im
Jahr 952 konfiszierten Güterkomplex des Grafen Guntram191. Eschenz lag strategisch
sehr günstig an dem äußerst wichtigen Nord-Süd-Übergang am Hochrhein192.
Otto I. schenkte schließlich diesen wichtigen Hof neben anderen ehemaligen Besitzungen
Guntrams am 6. Januar 958 an das Kloster Einsiedeln193.
Dem Hof Eschenz waren noch einige Orte als Pertinenzen zugehörig, wie sich aus
dem Diplom Ottos II. vom 14. August 972 erweist, in dem Otto dem Kloster
Einsiedeln dessen Besitzungen bestätigte194. Diese Pertinenzen haben sich wohl
auch in Guntrams Hand befunden und sind in der Konfiskationsmasse von 952
enthalten gewesen. Die Quellen sagen jedenfalls nichts Gegenteiliges aus. Paul
Kläui glaubt, in den Eschenz nahegelegenen Höfen Bleuelhausen, Bonihausen und
Windhausen diese Pertinenzen erkennen zu können, da an eben diesen genannten
Örtlichkeiten im 13. Jahrhundert Mansen des Hofes Eschenz zu finden waren195.
Essey-et-Maizerais
(F, Dep. Meurthe-et-Moselle, Arr. Toul, Cant, Thiaucourt-Regnieville)
Hugo VIII. von Dagsburg, der Graf von Metz, hatte vom Metzer Bischof wahrscheinlich
einen Wald namens St. Georg im Bann des östlich des Lac de Madine
gelegenen Essey zu Lehen. Diese Annahme basiert auf dem Umstand, daß der Wald
St. Georg als Lehen von Bischof Bertram von Metz in den Händen von Graf
Ludwig I. von Saarwerden zu finden ist196. Hans-Walter Herrmann meint, Gertrud,
die Tochter des Metzer Grafen Hugo VIII. von Dagsburg, habe den Wald und
weitere, den Saarwerdener Grafen zugehörige, in der Umgegend von Metz zu
lokalisierende Besitzungen197 mit in ihre Ehe mit Graf Ludwig I. von Saarwerden
gebracht198. Den Wald hatte Graf Ludwig weiter an einen gewissen Wirich von
Virei und dieser wiederum an die Ritter Penis und Ewruinus verleimt. Wirich gab
190 Siehe die Karte bei Kläui, Untersuchungen, nach S. 118.
191 D O I 189: ... in ducatu Alatnannico in comitatu Burchardi ducis Durgeuui noncupatu in
villa Askinza talem proprietatem qualem Gundranmus comes in ipso loco obtinuit sibique
ob perfidiam sui reatus iusto iudicio publice in ius regium et diiudicata, zum Prozeß
gegen Guntram siehe oben, S. 177-183.
192 Keller, Einsiedeln, S. 103.
193 D O I 189: vilta Askinza ...ad monasterium Meginratescclla noncupato... condonatnus. -
Vgl. zur Schenkung von Eschenz an das Kloster Einsiedeln neuerdings J. SAI.ZGEBER,
Landschenkungen an das Kloster Einsiedeln im 10. Jahrhundert, in: StMGBO 107. Bd.,
1. Heft, 1996, S. 248.
194 D O II 24, S. 33 f.: ... in comitatu Türgeuue Aschenza cum sibi pertinentibus locis (ebda.,
S. 34).
195 Kläui, Untersuchungen, S. 99; vgl. auch SALZGEBER, Landschenkungen, S. 253 f.
196 Siehe die undatierte Urkunde des Bischofs Bertram von Metz in Metz, AD Mos., H 3889,
1; Regest bei Herrmann, Saarwerden, 1. Bd., Regest Nr. 89a, S. 89.
197 Siehe unten die Art. 'Maxe', 'Montoy', 'St. Georg in der Metzer Vorstadt'.
198 Siehe Herrmann, Saarwerden, 2. Bd., S. 52 f.
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