einer Dorsualnotitz einer Bulle Leos IX. für Altdorf zu entnehmen ist153. Weil sich
der Straßburger Bischof Werner I.154 zunächst geweigert hatte, eine erneute Weihe
Altdorfs vorzunehmen, da dort gebannte Menschen begraben seien, wurde diese
Schenkung dem Altdorfer Kloster von der Witwe des Grafen Eberhard, Berta,
wieder entzogen und der Straßburger Marienkirche übereignet. Daraufhin erst
verstand sich der Bischof auf eine nochmalige Weihe der Altdorfer Kirche155. Der
Hinweis auf die gebannten Menschen wird wohl auf den wegen Hochverrats im
Jahre 952 verurteilten Grafen Guntram gemünzt werden können, denn gerade die
Übertragung der Schenkung des vierten Teiles der Dorlisheimer Kirche an die
Straßburger Marienkirche durch die Gräfin Berta könnte durchaus als Besänftigung
des Straßburger Bischofes gewertet werden156.
Vielleicht gehen auch die Dorlisheimer Besitzungen des Klosters Herbitzheim auf
eine Schenkung der Dagsburg-Egisheiiner zurück157.
Dossenheim
(F, Dep. Bas-Rhin, Arr. Saveme, Cant. Bou.xviller)
In der Gemarkung von Dossenheim bei Neuweiler158 hatte Graf Hugo VIII. von
Dagsburg unterhalb der Burg Warthenberg, welche ebenfalls im Besitz des Dagsburger
Grafen w ar159, einige Wiesen, die zum Hof in Dossenheim gehörten, von
der Abtei Neuweiler, der die Eigentumsrechte an diesem Hof zustanden, zu Lehen.
Wir erfahren von dieser Übertragung durch eine im Jahre 1158 ausgestellte
Urkunde des Abtes Erpho von Neuweiler160. Hugo VIII., der Obervogt der Abtei,
war nach Neuweiler gekommen und hatte den Abt und Konvent gebeten, daß sie
153 Notitiae Altorfenses, MGH SS XV,2, S, 994: ... preter quartam ecclesie partem ad
Torolfesheim, quam Guntramus, filius Hugonis, pro anime sue remedio tradidit istis
reliquiis,
154 Zur Identifizierung Werners I. siehe RegBfeStr. I, Nr, 245, S. 268.
155 Notitiae Altorfenses, MGH SS XV,2, S. 994 f.: Rursum ipsam partem ecclesie huic
abstulit Bertha comitissa, uxor Eberhardi, et donavit ad altare sancte Marie Strasburg
cum appendiciis decimarum, quas Guntramus memoratus huic cenobio attribuit, quia
presuli Vernhero renuente et negante istud templum ab ipso Deo consecrari, quod
homines hic anathematizati sepulti requiescerent.... Ytnmo presbyter ex iussu Berthe et
prelocuto patre composuit, Wernhero episcopo istam sententiam anathemate dictante et
firmante in consecratione huius templi. - RegBfeStr. I, Nr. 245, S. 268; vgl. auch
SiEFFERT, Altdorf, S. 51 u. 89.
156 Hlawitschka, Anfänge, S. 114.
157 Siehe dazu unten den Art. 'Herbitzheim'.
158 Clauss, Wörterbuch, S. 263 f.
159 Siehe dazu unten den Art. 'Warthenberg'.
160 Die Urkunde ist abgedruckt bei Würdtwhn, 9. Bd., Nr. 187, S. 365 ff.; weiterer Druck
bei Schöpflin, Alsatia diplomatica I, Nr. 298, S. 247 f.; die Urkunde wurde nach dem 9.
März des Jahres 1158 ausgestellt. Der terminus post quem für die Ausstellung ergibt sich
aus der folgenden Angabe in der Urkunde: Factum est autem hoc Cyrographum anno ab
incarnatione domini millesimo, centesimo quinquagesimo octavo, regnante glorioso
Cesare Friderico, anno regni ejus septimo (Würdtwein, 9. Bd., Nr, 187, S. 366) und
dem Zeitpunkt des Regierungsantritts von Friedrich I. am 9. März 1152. Das siebente
Regierungsjahr begann folglich am 9. März 1158.
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