Auf die Dagsburg und die sie umgebende Herrschaft, zu der im 13. Jahrhundert die
Orte Alberschweiler und Walscheid, der Hof Engenthal 05 sowie das Priorat
Dürrenstein (heute St. Léon) und ein nicht genau bestimmbares Collrental
gehörten135 136, haben nach dem Tod der Gräfin Gertrud von Dagsburg im Jahre 1225
die verschiedenen Parteien Erbansprüche erhoben, sie kam schließlich als Straßburger
Lehen an die Grafen von Leiningen137 138, die unter dem Namen Grafen von
Dagsburg-Leiningen eine eigene dynastische Linie bildeten 08.
Dagsburg (Teil der Hoh-Egisheimer Burganlage)
(F, Dep. Haut-Rhin, Arr. Colmar, Cant. Wintzenheim, Com. Husseren-Les-Chateaax))
Siehe dazu den Artikel 'Haut-Eguisheim/Hoh-Egisheim'.
Dambach-la-Ville/Dambach
(F, Bas-Rhin, Arr. Selestat, Cant. Barr)
Der zur Burg Bernstein gehörende, nordwestlich von Schlettstadt gelegene Ort
Dambach139 war alter Allodialbesitz der Grafen von Dagsburg-Egisheim. So ist in
einem, von einer Nonne namens Mathilde ausgestellten Güterverzeichnis der von
Hugo IV. von Dagsburg-Egisheim gestifteten Abtei Heiligkreuz bei Woffenheim zu
lesen, daß ihre nicht namentlich bezeichnete Mutter an die Abtei Güter zu Dambach
geschenkt hat: Ad Dambach, quantum maler mea pro anima patris mei dedil140.
293, Vorbemerkung zu der Urkunde Hugos VIII.; siehe auch oben das Kapitel
'Herrschaftsbildung unter Hugo VIII,'.
135 Der Ort Alberschweiler wird in einer Bulle von Papst Nikolaus IV. flir Steigen vom 1.
Februar 1289 erwähnt, abgedruckt bei SCHÖPFUN, Alsatia diplomatica II, Nr. 761, S. 41
f , siehe auch Reichsland III, S 9 f.; zu Walscheid siehe unten den Art. 'Walscheid'; zu
Engenthal siehe Reichsland III, S. 261.
136 Friedrich von Leiningen wurde im Juni 1239 vom Straßburger Bischof mit der Dagsburg
sowie Dürrenstein und Collrental belehnt, Druck in: Schöpflin, Alsatia diplomatica I,
Nr. 496, S. 383; zum Priorat Dürrenstein siehe noch die Bulle von Papst Nikolaus IV.
vom 1. Februar 1289, abgedruckt bei Schöpflin, Alsatia diplomatica II, Nr. 761, S. 41 f.
Siehe auch D. Fischer, L'ancien prieuré de Durrenstein prés de Walscheid (comté de
Dabo), in: MSAL 2^ série, 14^ vol., Nancy 1872,301-322, sowie Reichland III, S. 238 u.
972; bei Collrental ist es nicht sicher, daß es zur Dagsburger Grafschaft gehört hat.
Toussaint, Grafen, S. 129 mit Anm. 248, meint, daß es sich nicht, wie manchmal
angenommen, um das Köllertal bei Saarbrücken handelt, sondern möglicherweise um ein
Köhlertal in der Nähe der Dagsburg. Zu weiteren Theorien vgl. FISCHER, Durrenstein,
S. 319 f.
137 Zu den politischen Vorgängen siehe oben das Kap. 'Berthold von Teck und das Dagsburger
Erbe im Elsaß'.
138 Siehe Toussaint, Grafen, Stammtafeln IV u. V, S. 280 f.
139 Clauss, Wörterbuch, S. 233-236.
140 Die Notitia bonorum ist abgedruckt bei Schöpfun, Alsatia diplomatica I, Nr. 680, S. 477
f., Zitat S. 477; auch bei Grandidier, Histoire 11,2, Nr. 502, S. 152 ff., u. bei Viellard,
Documents, Nr. 97, S. 147-150.
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