der es um die Stiftung der St. Leo-Kapelle in Toul durch den Dekan Ludolf geht,
erstmals als Comes Hugo de Dasborc126 bezeichnet. Daß sich, wie bei Jean de
Bayon zu lesen ist, schon im 10. Jahrhundert einer der Vorfahren Hugos VI. nach
der Dagsburg nannte, nämlich Graf Ludwig, der Schwiegervater Hugos IV.127,
scheint unwahrscheinlich. Es handelt sich hier um einen Anachronismus, der durch
eine Rückprojektion von Verhältnissen aus späterer Zeit durch den im 14.
Jahrhundert schreibenden Jean de Bayon entstanden ist. Jedoch gilt es als sicher,
daß das dagsburgische Gebiet samt einer wohl damals schon vorhandenen
Befestigungsanlage durch die Ehe Heilwigs mit Hugo IV. in den Besitz der
Egisheimer Grafenfamilie gelangte128.
Das Dagsburger Gebiet und die Burg waren seit jeher im Besitz der Abtei
Andlau129. Die Dagsburger Grafen hatten dieses Gebiet und die Burg von Andlau,
deren Vögte sie im 12. Jahrhundert auch waren130 131, zu Lehen. So erwähnt die
Äbtissin Hedw ig von Andlau in einer Urkunde vom 4. März 1227, in der sie als
Lehensherrin der Dagsburg der Übertragung dieser Burg an den Straßburger
Bischof Berthold von Teck durch die als Erben der Dagsburger aultretenden
Markgrafen von Baden zustimmt, daß die Dagsburg olim comes Albertus de
Dagesburg & filia sua ab ecclesia de Andelahe tenuerunt^. Graf Albert und seine
Tochter hatten also die namengebende Burg ihres Geschlechtes von der Andlauer
Kirche jure hereditario132, sozusagen als erbliches Lehen innegehabt. Vom
Lehensnehmer der Dagsburg sei ein Zins zu entrichten, der antiquis temporibus
constituto133. Aus der Andlauer Vogtei erwuchs schließlich im 12. Jahrhundert
unter Hugo VIII. eine eigenständige Herrschaft, die sich nach Dagsburg nannte134
Ottos 111 in D O 11 65, S. 77 (Diospargo), D O II 143, S. 160 f (Diusburg), D O II 189,
S. 215 f. (Diusburg), D O III 12, S. 408 f. (Diusburg), D O III 13, S. 409 f. (Dusparge),
D O III 115, S. 526 f (Diaspurgo), D O III 116, S. 527 f. (Diaspurgo), D O III 387, S.
816 (Tuispurg).
126 Urkunde, abgedruckt bei Calmkt, Histoire de Lorraine, 3. Bd., 2. Aull, preuves, col. 20
ff, Zitat ebda., col 20, zu weiteren Drucken siehe das Regest bei Choux, Recherches,
Nr. 53, S. 217 f., der die Namensform Dalbort hat, zum Datierungsproblem vgl. Biller
u. Metz, Anfänge, S. 218 mit Anm. 7.
127 Chronicon Mediani-monasterii authore Joanne de Bayon, lib. II, ex cap. 43, col. 215: ..
Ludovicus Comes de Dasporch, avus S. Brunonis, vgl. auch Hlawitschka, Anfänge, S
105 mit Anm. 113.
128 Siehe dazu oben, S 195 f.
129 Siehe dazu Büttner, Andlau und der Dagsburger Wald, S. 14-17 (im Ndr. S. 272 ff).
Büttner legt seinen Ausführungen eine Urkunde Karts III. vom 19. Februar 884 zugrunde
(D Karl III 96, S. 156 f ); vgl. auch BÜTTNER, Andlauer Besitz und Reichsgut, S. 16 ff.
(im Ndr. S. 283 f).
130 Zur Vogtei Liber Andlau siehe unten im Kapitel 'Vogteien' den Artikel 'Andlau'.
131 Die Urkunde ist abgedruckt bei Schöpfen, Alsatia diplomatica I, Nr. 449, S. 360.
132 Ebda : ... oinne jus hereditarium castri pre/ati, secundum quod memoralus comes & filia
ejus ab ecclesia noslra jure hereditario lenuisse dignoscuntur, eidem domino Bertholdo
episcopo & ecclesie Argenlinensi... concessirnus.
133 Ebda
134 Urkunde Hugos VIII. von Dagsburg aus dem Jahre 1159, Original in Nancy, AD M-et-M,
H 594, abgedruckt bei Büttner, Andlauer Besitz und Reichsgut, Nr. 3, S. 29 f (im
Ndr S. 293 f): in omni dominatione de Dasborc ... (Zitat ebda., S. 294), vgl. ebda., S
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