Colmar durch die Dagsburger Grafen ableiten können123. Möglicherweise spricht
dieser Umstand für Eigengut in Colmar, das die Egisheimer Grafen zurückgefordert
und zu einem uns unbekannten Zeitpunkt, jetzt in der Form von Vogteien, erhalten
hatten.
Couthuin
(B, Prov. Liège, Arr. Huy)
Couthuin, westlich von Wanze bei Huy gelegen, können wir als allodialen Besitz
Hugos VIII. von Dagsburg nachweisen. Der Graf bestätigte 1163, daß einer seiner
Bauern neben anderen Lnndereien ein terram de Cutuain an das von der Prämonstratenserabtei
Floreffe abhängige Priorat Wanze übertragen hatte124.
Dabo/Dagsburg
(F, Dep. Moselle, Arr. Sarrebourg, Cant. Phalsbourg)
Die erste verbürgte Erwähnung des Namens Dagsburg125 fällt in das Jahr 1091. So
wird Graf Hugo VI. in einer von Bischof Pibo von Toul ausgestellten Urkunde, in
123 Zu den Colmarer Vogteien der Dagsburger siehe im Kap. 'Vogteien' den Art. 'Colmar'.
124 Druck bei V. Barbier, Histoire, II éd., tom. II, Nr. 41, S. 25 ff.: Preterea concessi eis
possidendas in sempiternum terras quasdam, terram scilicel Balduini, terram Adelatdis,
terram Alardi, terram de Cutuain datam eis in elemosinam a rustico meo, salvo tarnen
jure et reddilu. quod de terris eisdem annualim mihi persolvetur a fratribus jure antiquo:
de terra Adelaïdis II tnodi spelte et XXI denarii censuales et duo arieles; de terra Alardi
XVI duzini spelte et VIII duzini avene (Zitat, ebda., S. 26).
125 Die von Dugas de Beaulieu, Le comté de Dagsbourg, S. 114 u. 123, geäußerte
Behauptung, die Dagsburg werde schon im 9. und 10. Jahrhundert erwähnt, hält einer
kritischen Überprüfung nicht stand. Dugas de Beaulieu, S. 114, möchte den in einer
Urkunde Karls des Einfältigen aus dem Jahre 890 für die Kanoniker von Toul genannten
Ort qui vocatur Disborch mit der Dagsburg identifizieren. Dieser Beleg scheidet aber aus
verschiedenen Gründen aus Das angebliche Ausstellungsdatum der Urkunde, das
Beaulieu mit 890 angibt, kann nicht stimmen, da der westfränkische König Karl III. der
Einfältige erst 893 den Thron bestieg. Es handelt sich bei dem von Dugas de Beaulieu
angegebenen Dokument in Wirklichkeit um die bei Lot u Lauer, Recueil, Nr. 114, S.
269-272, abgedruckte, am 4 März 922 von diesem König ausgestellte Urkunde für die
Kanoniker von Toul, die die besagte Passage ad locum qui vocatur Disborch (ebda., S.
270) enthält. Die Fälschungsvermutung bei F. X. Kraus, Kunst und Alterthum in
Lothringen, 3. Bd., Strassburg 1889, S. 83, läßt sich allerdings nicht bestätigen. Die
Verwechslung des Ausstellungsdatums bei Beaulieu kommt wahrscheinlich deswegen
zustande, weil dieses Diplom Karls III. des Einfältigen eine Urkunde von Karl III. dem
Dicken (!) vom 21. Juni 885 bestätigt (D Karl III 124, S. 197 ff ), die aber zufällig das
falsche Inkarnationsjahr 890 hat. In dieser Urkunde wird aber der Ort Disborch nicht
genannt Außerdem handelt es sich bei dem Ort Disborch eindeutig um Duisburg (so bei
Lot u. Lauer, Recueil, Nr. 114, S. 269, u. siehe das Folgende). Dugas de Beaulieu, S.
114, Anm. 1, verweist noch auf eine Urkunde „d'Othon de 986“, die Dagsburg ebenfalls
nennen soll F. X. Kraus, Kunst und Alterthum, 3. Bd., S. 83, der die Urkunde allerdings
fälschlicherweise Otto II. zuschreibt - Kaiser Otto II ist schon im Jahre 983 verstorben -,
nennt das genaue Datum, den 29. November 986. Es handelt sich wahrscheinlich um die
Urkunde Ottos III. vom 29. November 986 (D O III 28, S. 427 f ), die als Ausstellungsort
Dispargo hat, was aber ebenfalls nicht mit Dagsburg, sondern wiederum mit Duisburg zu
identifizieren ist. Duisburg findet man als Ausstellungsort von Diplomen Ottos II und
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