Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Während  Joseph  Clauss  und  Emil  von  Ottenthal  in  dem  in  der  Urkunde  erwähnten
Bernnesheim  den  Ort  Bemolsheim  sehen  möchten71,  plädiert  Karl  Glöckner  aus
sprachlichen  Gründen  für  eine  Identifizierung  des  Ortes  mit  Berstheim72.  Letzterer
  Identifizierung  hat  sich  auch  Thomas  Zotz  angeschlossen73.  Nun  liegen  sowohl
Bernolsheim  als  auch  Berstheim  in  der  unmittelbaren  Umgebung  von  Brumath,
Berstheim  ist  dabei  etwas  weiter  entfernt  von  Brumath,  Bemolsheim  dagegen  in  der
unmittelbaren  Nähe  der  Orte  Mommenheim  und  Wahlenheim,  die  ebenfalls  in  der
Urkunde  genannt  sind74,  Berstheim  hingegen  ist  auf  halbem  Wege  zwischen
Brumath  und  Morschweiler  zu  finden,  welche  ebenso  in  besagter  Urkunde  enthalten
sind75,  so  daß  die  Lage  der  jeweiligen  Orte  nicht  zur  Klärung  des  Problems
beitragen  kann.  Jedoch  scheint  die  sprachlich-etymologische  Ableitung  Glöckners
von  Bernnesheim  zu  Berstheim  am  ehesten  Wahrscheinlichkeit  für  sich  beanspruchen
  zu  können.

Biegel
(CH,  Kant.  Bern,  Ab.  Burgdorf)
Siehe  den  Artikel  'Oberer  Aargau'.

Bilzen
(B,  Prov.  Limbourg,  Arr.  Tongres)
Um  die  im  heutigen  Belgien  gelegenen  Orte  Bilzen76  und  Kolmont  entbrannte  am
Anfang  der  siebziger  Jahre  des  12.  Jahrhunderts  ein  Streit  zwischen  den  Brüdern
Hugo  IX.  und  Albert  II.  von  Dagsburg  einerseits  und  dem  Grafen  Gerhard  von
Loon  andererseits.  Die  Dagsburger  Brüder  warfen  dem  Grafen  von  Loon  vor,  daß  er
sie  um  ihr  Erbe  bringen  wolle77.  Dies  bedeutet,  daß  die  Dagsburger  Grafen  Erbansprüche
  auf  Bilzen  und  Kolmont  gestellt  haben.
Wie  die  Orte  in  dagsburgischen  Besitz  kamen,  ist  unklar.  Ob  Bilzen  und  Kolmont
durch  die  Gemahlin  von  Hugo  VII.,  Gertrud,  in  dagsburgischen  Besitz  übergingen,
wie  Jean  Baerten  vermutet78,  da  Gertrud  seiner  Meinung  nach  einem  Geschlecht
entstammte,  das  sich  von  Bilzen  und  Kolmont  nannte,  bleibt  eher  unwahrscheinlich79.
  Schon  die  Mutter  Hugos  VII.,  Ermensinde  von  Luxemburg,  hatte

71  Clauss,  Wörterbuch,  S.109,  u.  Böhmer-Ottenthal,  Nr.  232,  S.  109;  so  auch
Grandidier,  Histoire  1,2,  Nr.  274,  S.  120,  der  noch  die  im  18.  Jahrhundert  gebräuchliche
Namensform  „Bernisheim“  (siehe  M.  Barth,  Handbuch  der  elsässischen  Kirchen  im
Mittelalter,  1.  Bd.,  Sp.  132)  verwendet.
72  Glöckner,  Codex  I,  S.  352,  Anm.  3  zu  Nr.  69.
73  Zotz,  König  Otto  1.,  S.  71.
74  Siehe  Anm.  69.
75  Siehe  Anm.  69.
76  Bilzen  liegt  ca.  12  Kilometer  nördlich  von  Tongeren.
77  Gesta  abbatum  Trudonensium,  MGH  SS  X,  S.  3.58.
78  Baerten,  Agnès  de  Metz,  S.  61  f.  ,  Ders.,  Het  graafschap  Loon,  S.  48  ff.
79  Siehe  dazu  oben  das  Kapitel  'Gertrud,  die  Gemahlin  Hugos  VII.'.

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