sind beide am 8. August 1225 ausgestellt und bestätigen dem Herzog von Oberlothringen,
Matthias II., das Bergheimer Lehen57, wobei eine der beiden Urkunden
es ausdrücklich als ehemaliges dagsburgisches Lehen kennzeichnet58.
Bernstein
(F, Dep. Bas-Rhin, Arr. Selestat, Cant. Barr, Com. de Dambach-la-Ville)
Die Burg Bernstein ist im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum ersten Mal
urkundlich nachweisbar, denn in einer Urkunde von Bischof Rudolf von Straßburg,
in der dieser Schenkungen von Graf Hugo von Metz und Dagsburg bestätigt, findet
sich unter den Zeugen ein Thietmarus castellanus de Berenstein59.
In der Folgezeit ging Bernstein als Heiratsgut oder als Erbe Gertruds von Dagsburg
an das oberlothringische Herzogshaus über. Im Jahr 1213 konnte jedenfalls der
oberlothringische Herzog schon über Bernstein verfügen60. Danach haben im Zuge
der Auseinandersetzungen zwischen König Friedrich II. und Herzog Theobald I.
von Oberlothringen wohl die Staufer Anrechte an der Burg erworben61.
Nach dem Tode Gertruds von Dagsburg kam es am 29. September des Jahres 1226
zu einem Vertrag zwischen Bischof Berthold I. von Straßburg und Simon von
Leiningen, dem letzten Ehemann Gertruds, in dem der Bischof dem Leininger unter
anderem versprach, diesem die Burgen Dagsburg und Bernstein zu Lehen zu geben,
falls er die besagten Burgen für sich erwerben könne62. Ebenso ließ er sich am 2.
November desselben Jahres von den Markgrafen von Baden deren erbrechtliche
Ansprüche an Bernstein abtreten63. Der Bischof setzte schließlich auch militärische
57 Original in Nancy, AD M-et-M, B 565, Nm. 1 u. 8; siehe im Anhang, Urkunden Nr. 27 u.
28; Regest bei LeMercier de Moriere, Catalogue, № 48, S. 123 (Urk. v. 8. August
1225) u. ebda. № 49, S. 123 f. (Urk. vom 8. August 1225).
58 Siehe im Anhang, Urkunde Nr. 27.
59 Abschrift aus dem 16. Jahrhundert in Straßburg, AD BR, G 1308 (a); Druck der Urkunde
bei Würdtwein, 10. Bd., S. 35-38, Zitat, S. 35 f. - RegBfeStr. I, Nr. 595, S. 345 f.; zur
Datierung der Urkunde von Bischof Rudolf siehe unten den Art 'Burgerith'; vgl. auch
Biller u. Metz, Anfänge, S. 282.
60 Richeri gesta Senonensis ecclesiae, MGH SS XXV, lib. III, cap. 2, S. 286.
61 Siehe oben das Kapitel 'Die Zeit bis 1220 - Die Ehe Gertruds mit Herzog Theobald I. von
Oberlothringen'.
62 Würdtwein, 13. Bd., Nr. 76, S. 294: Promittimus & nos comiti memorato, quod si
contingat nos proprietates castrorum de Tagesburc & de Berenstein cum suis pertinendis
nobis, vel Ecclesie nostre conquirere, sibi proprietates easdem in feodum sub sepedicta
forma feodali, & secundum quod predicti qua tuor arbitri ab utraque parte faciendum
decreverunt, in feodum concedemus, RegBfeStr. II, Nr. 917, S. 43 f.
63 Original in Strasbourg, AD BR, G 41, n° 1: Ad maiorem autem cautelam et efficatiam
possessionum predictarum vocabula quedam propriis et certis nominibus duximus
exprimenda, castrum videlicet Tagisburc, castrum Girebaden, castrum Bernstein, castrum
Egensheim cum omni jure et pertinentiis universis, oppidis, villis, possessionibus
quibuscunque, pratis, nemoribus, silvis, pascuis, cultis et incultis, piscinis, aquarum
decursibus, hominibus quoque quacunque conditione preditis, que omnia sub forma
iuramenti et promissione prefata dedimus et donavimus ecclesie prenominate, RegBfeStr.
II, Nr. 918, S. 44.
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