Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

gungsurkunde  von  Herzog  Friedrich  II.  von  Oberlothringen  erfährt,  die  dieser  als
Rechtsnachfolger  des  Grafen  ausgestellt  hat40.

Barembach/Bärenbach
(F,  Dep.  Bas-Rhin,  Arr.  Molsheiin,  Cant.  Schirmeck)
Von  Graf  Hugo  III.  raucus  wurde  die  Kirche  samt  Zubehör  des  im  Breuschtal  bei
Schirmeck  gelegenen  Ortes  Bärenbach41 42  der  Abtei  Altdorf,  einer  von  seinem  Vater
initiierten  und  von  ihm  vollendeten  Stiftung,  geschenkt*^.  Außerdem  gehörten  zu
der  Schenkung  Hugos  III.  noch  der  Zehnte43  und  der  nicht  näher  umrissene
Waldzehnte  für  den  zu  diesem  Ort  gehörenden  Wald44.  Bärenbach  ist  dem  alten
Allodialgut  der  Egisheimer  Familie  zuzurechnen,  das  sich  um  die  namentlich  nicht
mehr  bekannte  Burg  auf  dem  sogenannten  Burgberg  gruppierte45.

Bechtheim
(D,  Bld.  Rheinland-Pfalz,  Lkr.  Alzey-Worms)
Im  Lehensbuch  Werners  II.  von  Boianden  aus  dem  Ende  des  12.  Jahrhunderts  finden
  sich  auch  Eintragungen  über  Lehen,  welche  Werner  II.  von  Boianden  vom  Gra¬40

  Regest  ebda.,  Nr.  236,  S.  160  f.  Die  von  Duvernoy  angegebene  originale  Pergamenturkunde
  in  Nancy,  AD  M-et-M,  B  481,  Nr.  42,  war  bei  meinen  dortigen  Besuchen  in  den
Jahren  1993  und  1997  nicht  aufzufinden.  Es  existiert  aber  eine  spätere  französischsprachige
  Abschrift  auf  Papier,  ebenfalls  in  Nancy,  AD  M-et-M,  Signatur  B  481,  Nr.  43,
fol  lv  (nicht  bei  Duvernoy,  Catalogue,  Nr.  236  angegeben).  Duvernoy  datiert  die
Urkunde  zwischen  1211  und  1213.  Den  Terminus  ante  quem  bildet  das  Todesjahr  des
Herzogs  1213,  den  Terminus  post  quem  das  Todesjahr  Alberts  II.  Die  Bestätigung  ist
sicher  nach  dem  Tod  Alberts  II.  anzusetzen,  da  im  Vermählungsvertrag  zwischen  der
Tochter  Alberts,  Gertrud,  und  dem  Sohn  Herzog  Friedrichs,  Theobald,  die  Besitzung
nicht  unter  der  Mitgift  Gertruds  aufgeführt  ist  (Druck  bei  Dieterlen,  Le  fonds  lorrain,
Nr.  2,  S.  47;  Regest  bei  Duvernoy,  Catalogue,  Nr.  221,  S.  151).  Das  bedeutet,  daß  der
Herzog  als  Rechtsnachfolger  des  Grafen  erst  nach  dessen  Tod  aufgetreten  ist.  Der  Tod
Alberts  erfolgte  aber  wahrscheinlich  erst  am  Anfang  des  Jahres  1212,  frühestens  aber  am
25.  Dezember  1211  (siehe  dazu  oben,  S.  115  f.),  so  daß  der  Zeitraum  für  die  Ausstellung
der  Urkunde  Herzog  Friedrichs  auf  die  Zeit  zwischen  1212  und  1213  eingeschränkt
werden  kann.
41  Clauss,  Wörterbuch,  S.  67  f.
42  Notitiae  Altorfenses,  MGH  SS  XV,2,  Nr.  2,  S.  994:  Hugo  comes  acquievit,  sed  magna
maioribus  cutnulavit  beneficiis;  siquidem  ...  ecclesiam  Berbach  cum  pertinentiis  suis.
43  Hugo  raucus  schenkte  der  Abtei  den  Zehnten  der  Orte,  welche  der  Länge  und  Breite  nach
um  den  Burgberg  lagen,  wie  wir  aus  den  Notitiae  Altorfenses,  MGH  SS  XV,2,  Nr.  2,  S.
994,  erfahren:  qui  Hugo  in  ipsa  dedicatione  ad  hanc  ecclesiam  tradidit  decimas  istius
villae  quae  dicitur  Altorjf  unaque  omnis  montani  ruris  quod  adiacet  circa  Burchbergh
tarn  in  longiludine  quam  in  lalitudine.  Grendelbruch  liegt  in  unmittelbarer  Nähe  vom
Burgberg.  Sieffert,  Altdorf,  S.  94,  identifiziert  die  Burg  auf  dem  Burgberg
fälschlicherweise  mit  der  Burg  Girbaden.  Zu  der  Burg  auf  dem  Burgberg  siehe  unten  den
Artikel  'Burcberck'.
44  Notitiae  Altorfenses,  MGH  SS  XV,2,  Nr.  3,  S.  994:  ...  cum  banno  et  decimas  ex  silva  in
Berenbac  et  Grendelbac\  zum  Waldzehnt  von  Barembach  vgl.  Sieffert,  Altdorf,  S.  987.
45  Siehe  unten  den  Artikel  'Burcberck'.

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