Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

zustande.  Der  Bischof  übergab  den  Hof  bei  Altdorf  mit  sämtlichem  Zubehör,  einschließlich
  der  bäuerlichen  Leistungen  und  der  Wald-  und  Weidenutzung  an  Haute-Seille.
  Ausgenommen  war  der  Gerichtsbann,  der  bei  der  Straßburger  Kirche  verbliebt

Eineinhalb  Jahre  später  verständigte  sich  Bischof  Berthold  mit  Kaiser  Friedrich  II.
um  die  strittigen  Straßburger  Kirchenlehen  der  Staufer.  In  diesem  Vertrag  bekundet
der  Kaiser  auch  seinen  Verzicht  auf  die  Burgen  Egisheim,  Bernstein,  Girbaden  und
Dagsburg.  Damit  waren  die  Staufer  von  ihren  Ansprüchen  auf  die  dagsburgische
Erbschaft  endgültig  zurückgetreten.  Lediglich  die  Colmarer  Vogtei  konnten  sie
ganz  für  sich  gewinnen1389 1390.
Zu  weiteren  Konfrontationen  um  die  dagsburgischen  Güter  kam  es  nach  dem
zwischen  1234  und  1236  erfolgten  Tode  Simons  von  Leiningen1391.  Der  Bischof
war  wohl  entgegen  seinen  vertraglichen  Zusagen  nicht  bereit,  die  Erben  Simons  mit
den  einstmals  Simon  zugestandenen  Lehen  aus  der  dagsburgischen  Erbmasse  zu
belehnen1392.  Es  kam  wiederum  zu  kriegerischen  Auseinandersetzungen  zwischen
dem  Bischof  und  den  Leininger  Grafen1393,  in  deren  Folge  von  den  Leiningem  die
Dagsburg  belagert  und  eingenommen  wurde1394.  Jedoch  konnte  sich  Bischof
Berthold  hier  gegenüber  Friedrich  und  Emich  von  Leiningen  leichter  durchsetzen,
als  noch  gegenüber  deren  verstorbenen  Bruder  Simon1395.  Am  13.  Februar  1239
stellte  Friedrich  von  Leiningen  eine  Urkunde  aus,  in  der  er  dem  Straßburger  Bischof

1389  ]3ie  Urkunde  ist  abgedruckt  bei  Grandidier,  Œuvres,  3.  Bd.,  Nr.  339,  S.  330  f.:
Noverint  universi  presentes  et  futuri,  quod  nos  curiam  nostram  in  Altorf,  que  quondam
comitis  Alberti  de  Dacsborc  fidisse  dinoscitur,  per  nos  cum  castro  de  Guirebalde  et  suis
pertinentiis  ecclesie  nostre  debite  conquisitam  cum  omni  jure  proprietate  et  libertate,
curia  scilicet  in  villa,  nemore,  pratis,  terris  arabilibus,  cultis  et  incultis,  Banwardia,
operibus  etiam  rusticorum  vulgariter  Daguowantz  nuncupatis,  pasturam  et  silvarum
usibus,  aliisque  justiciis  quibuslibet,  excepta  sola  jurisdictione  que  vulgo  Tuvanc
appetatur,  abbati  Alte  silve  Johanni  et  ejus  conventui  de  consensu  tocius  capituli  nostri
dedimus,  donavimus  liberam  et  absolutam.  Weiterer  Druck  bei  Mone,  Urkunden  und
Auszüge,  S.  194  f  ;  RegBfeStr  II,  Nr.  1025,  S.  66.
1390  Siehe  dazu  unten  im  Kap.  'Vogteien'  den  Art.  'Colmar'.
1391  Ab  1237  sind  nur  noch  Simons  Brüder  nachweisbar;  siehe  auch  Toussaint,  Grafen,  S.
248,  Stammtafel  1.
1392  Dies  vermutet  Toussaint,  Grafen,  S.  128.
1393  Vgl.  die  bei  Wiegand,  Urkundenbuch  I,  Nr.  253,  S.  197,  abgedruckte  Urkunde
Friedrichs  II.  vom  10.  Juli  1237,  in  der  er  unter  der  Bedingung  den  Straßburger
Bürgern  Schutz  gewährt,  daß  sie  während  der  Fehde  zwischen  dem  Bischof  und  den
Grafen  von  Leiningen  Neutralität  wahren  sollten:  ...  supplicarunt  culmini  nostro  cives
Argentinenses  fideles  nostri,  ut,  quia  timebant,  quod  occasione  gwerre,  que  dudum  est
inter  venerabilem  Argentinensem  episcopum  dilectum  principem  nostrum  et  comitem
de  Liningen,  eis  posset  aliquod  periculum  generari,  ipsos  cum  omnibus  bonis  suis  sub
nostre  dejfiensionis  gratia  recipere  dignaremur,  nos  ...  predictos  cives  cum  omnibus
bonis  suis  in  nostram  et  imperii  protectionem  duximus  assumendos  volentes  quam
diu  predicto  principi  nostro  contra  comitem  de  Liningen  auxilium  non  prestabunt.
1394  Richeri  gesta  Senonensis  ecclesiae,  MGH  SS  XXV,  lib.  IV,  cap.  23,  S.  312,  mit
falscher  zeitlicher  Einordnung  des  Ereignisses:  Frater  vero  dicti  comitis  defuncti  ad
castrum  Daxporc  cum  armis  veniens,  ipsum  obtinuit,  vgl.  Toussaint,  Grafen,  S.  128.
1395  Vgl.Toussaint,  Grafen,  S.  128.

387
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.