Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

einige  Bestimmungen  des  Vertrages  darauf  hin,  daß  als  Ergebnis  der  obenerwähnten
  militärischen  Auseinandersetzung,  von  der  uns  nur  die  Eroberung
Bernsteins  durch  den  Bischof  überliefert  ist,  wohl  eher  eine  Stärkung  der  Position
Simons  von  Leiningen  zu  konstatieren  ist.  Der  Vertrag  orientierte  sich  bezüglich
des  Besitzes  von  Girbaden  an  den  Bestimmungen  des  am  29.  September  1226
abgeschlossenen  Vertrages.  Die  Belehnung  mit  der  Befestigung  in  Girbaden  mit
Zubehör  wurde  erneuert.  Die  Verfügungsgewalt  über  die  Altdorfer  Güter  und
Vogtei  verblieb  dem  Straßburger  Bischof1370.  Ein  Nuweban  genannter  Wald  und
Fischereirechte  sollten  jedoch  der  gemeinsamen  Nutzung  offenstehen.  Die
gräflichen  Leute,  die  in  der  Burg  oder  unterhalb  davon  wohnten,  sollten  dem
Bischof  gehören,  auch  war  es  dem  Grafen  in  Zukunft  nicht  erlaubt,  weitere  Leute
aufzunehmen1371.  Der  Graf  und  seine  Leute  durften  auch  nur  durch  das  bischöfliche
  Tor  in  der  Burg  ein-  und  ausgehen1372.  Der  Anteil  am  Wald  von  Girbaden
sollte  den  Leuten  der  Altdorfer  Güter  verbleiben1373.  Der  Graf  durfte  das  Schoßhaus
  benutzen1374.  Er  erhielt  innerhalb  des  Gebietes  zwischen  dem  Rintbach  und
der  Magel,  das  der  Bischof  behielt,  die  Befestigung,  den  Weinberg  und  den
Schäferhof  und  alles  was  außerhalb  dieser  Grenzen  lag,  mit  Ausnahme  von  Altdorf,
was  nochmals  betont  wurde1375.  Auch  die  Bestimmungen  über  die  Vererbung  der
Güter  wurden  erneuert,  jedoch  mit  der  Einschränkung,  daß  Simon  dem  Bischof

1370  Grandidier,  Œuvres,  3.  Bd.,  Nr.  307,  S.  313:  Noverint  universi  presentes  et  juturi
quod  nos  dilecto  consanguineo  nostro  et  ecclesie  nostre  homini  legio  Symundo  comiti
de  Dagesburc  munitionem  suam  in  novo  castro  nostro  Girbadin  sitam,  cum  duobus
castellanis  Dietherico  de  Bischovesheim  et  Anselmus  advocato  de  Wazilinheim  una
cum  omnibus  pertinentiis  et  jure  per  omnia  sicut  prius  a  nobis  in  Jeudum  recepit  et
tenuit,  jure  sibi  concessimus  jeodotali,  excepta  advocatia  et  bonis  universis  in  Altorj
sitis,  que  nobis  retinuimus.  Zu  den  Altdorfer  Gutem  und  der  Vogtei  siehe  SlEFFERT,
Altdorf,  S.  104  f.;  vgl.  auch  eine  Urkunde  Bischof  Heinrichs  III.  von  Straßburg  vom
14.  April  1258,  abgedruckt  bei  Schöpflin,  Alsatia  diplomatica  I,  Nr.  576,  S.  423  f.,  die
von  einer  gerichtlichen  Verhandlung  wegen  Ansprüchen  von  Burchard  und  Heinrich
von  Hohenstein  auf  die  Altdorfer  Vogtei  berichtet.  Die  Hohensteiner  Ansprüche
wurden  von  Bischof  Heinrich  und  den  anwesenden  Zeugen  unter  dem  Hinweis
abgewiesen,  daß  die  Straßburger  Bischöfe  die  Vogtei  seit  dem  Vertrag  zwischen
Bischof  Berthold  und  Simon  von  Leiningen  besessen  hätten.  Siehe  RegBfeStr.  II,  Nr.
1534,  S.  165.
1371  Grandidier,  Œuvres,  3.  Bd.,  Nr.  307,  S.  313:  ...  excepto  etiam  nemore  quodam
nuweban  nuncupato,  quo  communiter  sine  destructione  et  alienatione  qualibet  uti
tenemus.  Piscarie  vero  communes  esse  debent,  homines  vero  quondam  comitis  in
castro  vel  sub  castro  presentaliter  domicilium  tenentes  nobis  remanebunt,  nullis
deinceps  hominum  aliqualiter  recipiendis,  qui  sunt  comitis
1372  Ebda.,  S.  313:  ...  item  comes  et  sui  aliunde  ingredi  vel  egredi  non  debent  nisi  per
portam  veslrcun.
1373  Ebda,  S.  313:  ...  item  homines  possessionum  de  Altorj  silvam  antiquam  de  Girbadin,
sicut  hactenus  consueverunt,  participabunt.
1374  Ebda.,  S.  313:  Domum  etiam  scotionis  sibi  ad  usus  suos  duximus  relinquendam.
1375  Ebda.,  S.  313:  ...  jeodum  autem  comitis  sic  distinctum  et  comprehensum  dinoscitur,
quod  omnia  que  sunt  inter  alveos  qui  Ruitbach  et  Magel  appellantur  nostra  sunt  et  ad
nos  perlinet,  excepta  vinea  et  prato  comitis  et  curti  ovili  que  tria  una  cum  munitione
predicta  et  castellanis  memoratis,  una  cum  his  que  extra  hos  alveos  sita  sunt,  excepto
Altorj  cum  suis  pertinentiis,  sicut  premissum  est,  ad  comitem  et  jeodum  ejus  pertinere
dinoscuntur.

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