wirtschaftlich wieder etwas besser gestellt war, hatte sie einen Teil dieser Güter
wieder zurückgekauft1357 *. Noch im Januar 1228 einigte sich Berthold mit dem Abt
von Haute-Seille!358. Abt und Konvent verzichteten gegenüber dem Bischof auf die
Altdorfer Besitzungen!359. Dafür hatte ihnen Berthold von Teck 55 Mark zu
übergeben, die in jährlichen Raten von je 11 Mark zu zahlen waren1360.
Der Bischof mußte sich in der Folgezeit verstärkt seinen oberelsässischen Gegnern
zuwenden, die sich um die Grafen von Pfirt gruppierten, welche ebenfalls als Erben
der dagsburgi sehen Güter auf traten. So erhoben sie sofort nach dem Tode der Gertrud
Ansprüche auf die Allmende von Colmar. Diese Rechte aus der Vogtei über
den Oberhof des Klosters Peterlingen in Colmar waren bekanntlich ehemals den
Dagsburger Grafen als Vögte des Oberhofes zugewachsen1361. Die Pfirter Grafen
stellten jedoch noch weitergehende Erbansprüche. So war der ehemalige dagsburgische
Drittelsanteil an der egisheimischen Burganlage ein wichtiger Faktor in der
pfirtischen Erwerbspolitik, da sich die restlichen zwei Drittel schon in ihrem Besitz
befanden1362. Sie konnten sich in ihren Ansprüchen auch bestärkt fühlen, da König
Heinrich (VII.) sich von ihnen am 27. September des Jahres 1227 die Burg Hoh-Egisheim
auftragen ließ und sie ihnen anschließend als Lehen übertrug1363. Heinrich
handelte hier ganz im Gegensatz zu seinen noch am 28. November 1226
gegenüber Berthold getätigten Bekundungen, daß er keine Ansprüche bezüglich der
1357 Dies wird erwähnt in der Urkunde von Bischof Berthold von Teck vom Januar 1228,
abgedruckt bei Grandidier, Œuvres, 3. Bd., Nr. 302, S. 309 f.
•358 Ebda.; vgl. RegBfeStr. II, Nr. 930, S. 47; siehe dazu auch im Kap 'Besitzungen' den
Art. 'Altorf/Altdorf
1359 Grandidier, Œuvres, 3. Bd., Nr. 302, S. 309 f.: Noverint universi presentes et futuri
quod orta discordia inter nos ex una parte et abatem de Alta silva et conventum
ejusdem ex altera super possessiones quibusdam, universis scilicet agris arabilibus in
Altdorf sitis ad Castrum nostrum Girbaden pertinentibus, quas a comi tissa quondam
filia comitis Alberti de Tagesburc pro quadam summa debiti centum scilicet et viginti
librarum Metensium, in quibus eidem cenobio comitissa tenebatur memorata legitime
ecclesie sue donatas affirmabat; .... Unde postrnodum eciam пае ta bonorum
predictorum possessione quieta pro xrv. marcis medietatem eorumdem a se redemptam
asserebatur. ...At sepedicto abbate et ejus conventu pro se et ecclesia sua omni juri
quod in bonis prefatis et debito supra dicto habebant, vel habere videbantur, in
manibus nostris renunciantibus omnino nos de consilio, scienda et consensu capituli
nostro plenario LV. marcos argenti dare permisimus eisdem singulis annis in festo
beati Andree xi. persolvendas.
•360 Ebda., siehe das Zitat in Anm. 1359.
1361 Druck bei Finsterwalder, Colmarer Stadtrechte, 1. Bd., Nr. 24, S. 28: Dess voglls
rittern und rhäten ouch gantier getneind zu Cobnar alls der graffvon Pfirt die alltnend
zu Colmar, so der kilchen von Pätterlingen mit allen rechten zugehörig, unbillicher
wyss vorgehalten, das sy dieselb wyder betzogen zu handen und nutz des convents
Pätterlingen a. 1225, vgl. Hund, Colmar, S. 56, der die Passage auch abdruckt; vgl.
ebda, S. 79; siehe auch unten im Kap. 'Vogteien' den Art. 'Colmar'.
•362 Siehe dazu unten im Kap. 'Besitzungen' den Art. 'Haut-Eguisheim/Hoh-Egisheim'.
•363 Die Urkunde ist abgedruckt bei Schöpflin, Alsatia diplomatica I, Nr. 454, S. 362 f.:
Didi comites de Ferrelo castrum & proprietatem castri Egensheim cum suis attinendis
nobis contulerunt & a nobis in rectum feudum receperunt (Zitat, ebda., S. 363);
Böhmer-Ficker, Nr. 4080; siehe auch RegBfeStr. II, Nr. 933, S. 48 f.
382