Weines erhielt331. Der Bischof scheint sich also eine Rückendeckung für sein
weiteres Vorgehen in der Dagsburger Erbschaftsfrage verschafft zu haben, was man
auch daran erkennen kann, daß die Vereinbarung mit Herzog Matthäus zeitlich
noch vor dem aküven Eingreifen des Bischofs in den Erbfolgestreit liegt1331 1332. Hans-Walter
Herrmann meint, daß der Bischof dem Abkommen mit seinem neuen
Vasallen nicht viel Vertrauen entgegenbrachte, da in einem späteren Vertrag mit
Simon von Leiningen, der die Übertragung der Burg Girbaden durch den Bischof an
Simon betrifft, die Passage aufgenommen ist, Simon dürfte dem Bischof als
zukünftigen Nachfolger für Girbaden weder einen Herzog, König, Kaiser oder
deren Söhne präsentieren1333. Hans-Walter Herrmann zieht daraus die Schlußfolgerung,
daß mit dem „Herzog“ nur Herzog Matthäus von Oberlothringen
gemeint sein könnte, der Bischof also weiterhin ein Eingreifen des Oberlothringers
befürchtete1334.
Am 29. September 1226 kam es zwischen Bischof Berthold und Simon von Leiningen
zu einem Vertrag1335. Simon von Leiningen übertrug dem Straßburger
Bischof und dessen Kirchen die Rechte an den Burgen Alt- und Neugirbaden mit
dem zugehörigen Gebiet im Breuschtal. Dafür sollten Simon und dessen Erben eine
Befestigung vor Neugirbaden auf dem Felsen, der Falkenstein genannt wird, dazu
vier Häuser der Ritter Walram, Rudolf von Baldeburnen, Dietrich von
Bischofsheim und des Vogtes Anselm von Wazzelnheim, zudem einen Weinberg
samt Wiese und Schäferei mit allen außerhalb der genannten Grenzen liegenden
dazugehörigen Gütern vom Bischof zu Lehen erhalten1336. Über die Einhaltung des
1331 Druck der Urkunde bei SchÖPFLIN, Alsatia diplomatica I, Nr. 443, S. 357: Noverint
universi quod nos inspecta excellentia predilecti amici & fidelis vasalli nostri Mathei
ducis Lothoringie, utilitate nichilominus ecclesie nostre pensata, viginti & tres
carratas vini de collecta nostra Molesheim in feodum & homagium concessimus eidem,
singulis annis in tempore autumnali persolvendum ibidem, & per illud feodum ipsum
ecclesie nostre vasallum conquisivimus in devotione & fidelitate debita eidem ecclesie
& nostris successoribus permansurum. Regest bei RegBfeStr. II, Nr. 911, S. 42.
032 Der erste Vertrag Bertholds in der Dagsburger Angelegenheit trägt das Datum vom 29
September 1226. Siehe dazu Anm. 1335.
1333 Siehe das Zitat in Anm. 1376; RegBfeStr. II, Nr 934, S. 49 ff.; Herrmann,
Territoriale Verbindungen, S. 147.
1334 Herrmann, Territoriale Verbindungen, S. 147.
1335 Druck des Vertrages bei Würdtwein, 13. Bd., Nr. 76, S. 292-295; RegBfeStr. II, Nr.
917, S. 43 f.
1336 Würdtwein, 13. Bd., Nr, 76, S. 292 f.: Noverint universi, quod S. comes de Dagesburc
nobis & ecclesie argentinensi, nostrisque successoribus, quicquid juris in Castro
Girbaden antiqui & novi cum suis pertinentiis, tam in hominibus, quam in
possessionibus, vel aliis quibuscunque habebat, tradidit & donavit; nos autem
universa, que sunt intra decursum alvei, qui vulgo Rintbach nuncupatur, usque in
Bruscam fluvium ex una parte, & ex altera a prato comitis juxta alveum qui Magelle
dicitur, usque in Bruscam similiter dirigentis, quod nobis & tam in hominibus,
castellanis, residendis & eorum pertinendis, possessionibus mobilibus & immobilibus,
cum omni jure ad manus nostras & usus nostros nobis & Ecclesie nostre retinemus;
excepta quadam municione in exteriori parte novi castri versus rupem, qui dicitur
Valckenstein sita cum quatuor mansionibus, videlicet domo Waltrami, Rudolfi de
Baldeburnen Anselmi advocati in Wanelheim, & Dietheri de Bischovesheim militum.
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