Verzicht von Waremme war der Kampf um den niederlothringischen Teil des
Dagsburger Erbes zugunsten des Lütticher Bischofs entschieden.
Die Auseinandersetzungen um die Grafschaft Metz
Als Lehensherr über die Metzer Lehen der Dagsburger Grafen und über die
Grafschaft Metz hatte sich für den Metzer Bischof, Johann von Apremont, die
Möglichkeit ergeben, diese Ländereien einzuziehen, um eigenständig darüber
verfügen zu können. Er hatte sich bereits 1224 von Gertrud von Dagsburg bzw.
schon vorher durch ihren ersten Gemahl, Herzog Theobald I. von Oberlothringen,
die Burgen Türkstein, Diedersdorf und die Abtei Hesse zu Lehen auftragen
lassen1296. Im Mai 1225, zwei Monate nach Gertruds Tod, erklärte er, daß er die
Grafschaft Metz und alles, was die letzte Dagsburger Gräfin in der Stadt Metz
besessen hatte, ebenso wie Diedersdorf, Sarrebourg und Hesse einbehalten
werde1297. Der Bischof mußte jedoch gegenüber hochrangigen Mitgliedern des
Metzer Domkapitels das Versprechen abgeben, nur mit deren Zustimmung über
diese Besitzungen zu verfügen1298. Man wird sich hier mit Recht der in der
Forschung in diesem Zusammenhang geäußerten Vermutung anschließen können,
daß aus letzterer Bestimmung ein nicht unwesentlicher Einfluß des Domkapitels auf
die Politik Johanns von Apremont zu erkennen sei1299.
Bischof Johann wird auch noch die nicht in der urkundlichen Erklärung enthaltenen
Burgen Herrenstein und Türkstein sowie den Ort Saaralben als erledigte dagsburgische
Lehen eingezogen haben, wie uns aus der Chronik Richers von Senones
überliefert ist1300.
Der Hauptgegner des Bischofs in der Dagsburger Erbschaftsfrage war Simon von
Leiningen, der das Erbe seiner verstorbenen Gemahlin, vor allem aber die Metzer
Lehen inklusive der Grafschaft Metz, die ihm eine starke Stellung in Oberlothringen
sichern sollten, beanspruchte. Auf den Erwerb der Hinterlassenschaft
1296 Urkunde Theobalds von Oberlothringen, abgedruckt bei Marichal, Cartulaire I, Nr.
221, S. 496. Zur Urkunde Gertruds siehe oben, S. 132 mit Anm. 729.
1297 MetZi AD Mos., G 152, Nachtrag 2: Noverit .... quod nos retinuimus ad usum
episcopatus nostri comitatum Mettensem et omnia quod comitissa de Daborc nuper de
medio sublata in civitate Mettensi cum appenditiis possidebat, debemus etiam retinere
Tihecort, Sareborc, Hesse cum appenditiis.
1298 Ebda.
1299 Siehe Toussaint, Grafen, S. 123.
13°° Richeri gesta Senonensis ecclesiae, MGH SS XXV, lib. IV, cap. 23, S. 312: Nam
Me tensis episcopus lohannes audiens defectum heredum illius comitatus, quedam
castra, scilicet Hernestem et Turquestem, et quedam opida peroptima, videlicet Albam
et Saleborc, et comitatum civitatis Metensis et terras et homines, que omnia comes de
Daxporc a priscis temporibus nomine feodi possederat ab eodem episcopo, ad ius et
proprietatem Metensis episcopii resumpsit et xaxiit. - Gesta episcoporum Mettensium,
continuatio altera, MGH SS X, S. 548: Nam idem episcopus comitatum Metensem et
quatuor castra nobilia, Saraborc videlicet, Albam, Turquestein et Herrestein, quae
erant de feodo predicto, cum suis appendiciis adquisivit et Metensi ecclesie perpetuo
contulit possidenda.
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