deten Güter in Rosheim dem jungen Herzog entzog1191, der Zeitpunkt ist nicht
bekannt1192.
Die Gründe, weswegen Friedrich II. Herzog Theobald I. das Pfand verweigert hatte,
liegen im dunkeln. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang zwischen diesen
Vorgängen und den Erbschaftsstreiügkeiten um die Champagne, in die auch Herzog
Theobald I. involviert war. Da Theobald I. die Lehensabhängigkeit von den Grafen
von der Champagne abschütteln wollte, hat er Erard von Brienne bei seinen
Ansprüchen auf die Champagne gegen Bianca von Troyes und ihren Sohn Theobald
IV. unterstützt, auf deren Seite aber der Staufer Friedrich II. stand1193. Michel Bur
meint nun, die Wegnahme Rosheims durch den König sei erfolgt, um einen Angriff
von Herzog Theobald zu provozieren, damit ein offizieller Anlaß für einen Gegenangriff
Friedrichs II. und seiner Verbündeten gegeben sei1194. Man hat auch gemutmaßt,
daß die Teilnahme Theobalds I. auf seiten Ottos IV. an der Schlacht von Bouvines
die Ursache für die Vorgehens weise Friedrichs II. gewesen sei1195, aber auch
lüer kann letztgültig keine Sicherheit erzielt werden.
Herzog Theobald griff, vielleicht enttäuscht, daß Friedrich II. das Pfand, ohne es
auszulösen, wieder an sich genommen hatte, möglicherweise mit Unterstützung des
Straßburger Bischofs Heinrich II.1196 iin Frühjahr 1218 Rosheim an.1197 Der Herzog
führte sein Heer schließlich durch das ihm durch seine Ehe zugefallene
Breuschtal, wobei er wohl gedachte, die wichtige, das Tal beherrschende Burg
Girbaden als Rückendeckung zu benutzen1198. Er ließ seinen Vertrauten Lambi-1191
Richen gesta Senonensis ecclesiae, MGH SS XXV, lib. 111, cap. 21, S. 298; vgl.
Stürner, Friedrich II., 1. Bd., S. 220.
1192 Die Behauptung in Richeri gesta Senonensis ecclesiae, MGH SS XXV, lib. III, cap. 21,
S. 298, trifft wohl nicht zu, da der Angriff auf Rosheim erst 1218 erfolgt ist und eine so
lange Zeitspanne zwischen dem Entzug Rosheims und der Reaktion Theobalds nicht
erklärbar ist. Die Erklärung bei Gumlich, Beziehungen, S. 154 f., daß Friedrich II.
dem Herzog eine Rückgabe im Falle der Bewährung in Aussicht gestellt hat und, da
die Rückgabe 1218 immer noch nicht erfolgt war, Theobald schließlich die Geduld
verloren und Rosheim angegriffen habe, trifft nicht zu, da er sich auf die gefälschten
Erinnerungen des Kanzlers Errard stützt. Siehe dazu Kienast, Fürsten 11,1, S. 5, Ders.,
Deutschland und Frankreich, 3. Teil, S. 570, Anm. 1638, L. Schaudel, Les comtes de
Salm et l'abbaye de Senones aux XIIe et XIIIe siècles, Nancy, Paris, Strasbourg 1921,
S. 79 f., Anm. 2.
1193 Zu den Vorgängen siehe D 'Arbois de Jubainville, Histoire, 4. Bd,, S. 101-197;
Kienast, Fürsten 11,1, S. 3 ff.; Winkelmann, Philipp von Schwaben und Otto IV., 2.
Bd., S. 454 ff., u. Bur, Les relations, S. 79 f.; die Darstellung der Ereignisse bei
Winkelmann, Friedrich IL, 1. Bd., S. 5-8, ist überholt, da er sich öfters auf die
gefälschten Erinnerungen des Kanzlers Errard beruft (siehe Anm. 1192).
1194 Bur, Les relations, S. 79; in diese Richtung weisen auch die Ausführungen von Mohr,
Lothringen, 3. Bd., S. 52.
1193 So bei Stürmer, Friedrich IL, 1. Bd., S. 220.
1196 Siehe dazu Annales Marbacenses, S. 88, die aber die Ereignisse fälschlicherweise dem
Jahr 1219 zuordnen und auch sonst einige chronologische Unrichtigkeiten in ihrer
Darstellung der Geschehnisse aufweisen. Vgl. dazu RegBfeStr. II, Nr. 838, S. 19 f.
1197 Zur Datierung siehe RegBfeStr. II, Nr. 838, S. 19 f.; vgl. auch Mohr, Lothringen, 3.
Bd., S. 150, Anm. 346.
1198 Siehe Anm. 1199.
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