gestaltete sich dieses Vorhaben als schwierig. So wirkten in Niederlothringen
gerade am Ende des 12. und am Anfang des 13. Jahrhunderts einzelne mächtige
Dynasten, die hier ihre territorialpolitischen Rivalitäten austrugen und kaum
Spielraum für weitere Rivalen zuließen: Herzog Heinrich von Niederlothringen, der
Herzog von Limburg, die Grafen von Hennegau, von Namur sowie von Loon und
natürlich, nicht zu vergessen, der Lütticher Bischof. Auch war die Grafschaft Moha
eher klein, relativ geschlossen und zudem noch eingekeilt zwischen der Graf schalt
Namur, dem Lütticher Bistumsbesitz, zu dem die Grafschaft Huy gehörte, und den
Besitzungen der Grafen von Loon. Zusätzlich spielten reichspolitische Interessen
der Staufer an der Maas eine Rolle. Im niederlothringischen Raum gab es also
wenig Entfaltungsmöglichkeiten für den Dagsburger Grafen, obschon er immer
wieder in dieser Hinsicht aküv wurde, wie seine Teilnahme an den verschiedensten
Fehden in Niederlothringen belegt.
Im Elsaß war die Konkurrenz der Staufer war dort übermächtig, das Elsaß bildete
ein Kernland in ihren Besitzungen. Hier war es immer wieder zu Auseinandersetzungen
zwischen Mitgliedern aus beiden Familien gekommen. Der letzte
Versuch der Dagsburger Grafen unter Albert II., im staufisch-welfischen
Thronstreit ihren Einfluß im Elsaß auszudehnen und die Staufer zurückzudrängen,
ging für Albert II. negativ aus. Er mußte sich schließlich dem militärischen Druck
Philipps von Schwaben beugen, der ihm sicher einige Zugeständnisse gemacht hat,
aber nicht gewillt war, die starke staufische Position im Elsaß aufzugeben.
In Oberlothringen jedoch, im Bistum Metz, war die Situation anders. Albert II. war
als Graf von Metz und Hochvogt des Bischofs die einflußreichste weltliche,
politische lokale Größe in dieser Gegend. Hier kann man territorial politische
Aktivitäten Alberts II. erkennen, die erfolgreich verlaufen sind, wie uns das
Beispiel der Erwerbung der Herrschaft Türkstein vor Augen führt. Interesse an
diesem Gebiet zeigte Albert II. wohl schon länger, bildete die Herrschaft Türkstein
doch einen wichtigen Stützpunkt zwischen der von seinem Vater erworbenen
Grafschaft Metz im Westen und der Herrschaft Dagsburg im Osten. Gelegenheit zur
Erwerbung hatte Albert II. erst, als er, wolil um 1186, in einem Streit zwischen der
Abtei Haute-Seille und Kuno von Türkstein vermitteln sollte, der für den
Türksteiner negativ ausging, und dieser mußte seine Ländereien an Albert II.
übertragen und von ihm zu Lehen nehmen1137
1137 Siehe dazu ausführlich unten im Kap. 'Besitzungen den Art. Turquestein/Türkstein'.
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