Grafen, so daß im Verlauf der Zeit noch zwei weitere separate Burganlagen auf
dem Egisheimer Burgberg entstanden sind1112, was durchaus die Abgrenzungsthese
unterstützt.
Es wurde nicht nur der dagsburgische Erbanteil an dem Egisheimer Burgenkomplex
von Hugo VIII. umgestaltet, sondern es hat auch kurz nach der Mitte des 12. Jahrhunderts
wahrscheinlich die namengebende Burg des Geschlechtes, die Dagsburg,
in dieser Zeit ihre charakteristische Gestalt erhalten, die uns aus den im 17.
Jahrhundert durch Matthäus Merian angefertigten Kupferstichen bekannt ist1!13.
Daß die Aktivitäten Hugos VIII. im Burgenbau von staufischer Seite wahrgenommen
und als Bedrohung empfunden wurden, macht besonders die weiter oben
ausführlich behandelte 'Horburger Fehde' aus dem Jahre 1162 deutlich, in deren
Verlauf Hugo VIII. von Dagsburg den Colmar gegenüberliegenden Stammsitz
Walthers von Horburg, eines seiner Konkurrenten, belagert und die Burg zerstört
hatte1114. Dieses Vorgehen mußte Friedrich Barbarossa auf den Plan rufen, der als
Gegenschlag eine der strategisch wichtigsten Burgen seines dagsburgisehen
Rivalen, die das Breuschtal beherrschende und die dortigen dagsburgi sehen
Allodialbesitzungen sichernde Burg Girbaden zerstörte1115. Der Dagsburger Graf -
es wird wohl noch Hugo VIII. gewesen sein - hat Girbaden in der Folgezeit wieder
aufbauen lassen1116, was die Wichtigkeit dieser Burg für das Grafenhaus nur unterstreicht.
Das Breuschtal und Girbaden haben in den strategischen und territorialpolitischen
Plänen der einzelnen Magnaten immer wieder eine große Rolle gespielt,
wie uns zum Beispiel die Fehde von Herzog Theobald I. von Oberlothringen gegen
den jungen Stauferkönig Friedrich II. oder einige Zeit später das Gerangel um die
Burg im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen um das Dagsburger Erbe
vor Augen führen1117.
Gegen Ende des 12. Jahrhunderts erfolgt noch die Erwerbung der Herrschaft und
der Burg Türkstein durch Albert II.1118. Auch die anderen im Besitz der
Dagsburger befindlichen Burgen, so die Saaralbener Burg, Herrenstein, die Burg
Wartlienberg auf dem Daubenschlagfelsen und Diedersdorf1119, stellten strategisch
1112 Siehe ebda
1113 Siehe Biller u. Metz, Anfänge, S. 255; vgl. dazu die Ansichten aus dem 17. Jhdt. bei
M. Merian, Topographia Alsatiae, Faks. d. 2. verm. Aufl. Frankfurt a. M. 1663, hrsg.
v. L. H. Wüthrich, Kassel u. Basel 1964, nach S. 12. Allerdings zeigt der erste der
drei Stiche, obwohl so bezeichnet, nicht die Dagsburg, sondern Vianden.
1114 Annales Marbacenses, ad 1162, S. 50 f.; zu den Vorgängen um die Horburger Fehde
siehe ausführlich oben, S. 261-271.
1115 Annales Marbacenses, ad 1162, S. 50 f.; zu Girbaden siehe unten im Kap.
'Besitzungen' den Art. 'Girbaden'.
1116 Jedenfalls wird Girbaden in der Erbschaftsvereinbarung zwischen Albert II. von
Dagsburg und Herzog Heinrich von Brabant genannt. Siehe im Anhang, Urkunde,
Nr. 13.
1117 Siehe dazu unten die Kap. 'Die Zeit bis 1220 - Die Ehe Gertruds mit Herzog Theobald
I. von Oberlothringen' und 'Berthold von Teck und das Dagsburger Erbe im Elsaß'.
1118 Zu Moha siehe unten im Kap. 'Besitzungen' den Art. 'Moha'.
1119 Zu den einzelnen Burgen siehe unten im Kap. 'Besitzungen' die einzelnen Art.
'Herrenstein', 'Sarralbe/Saaralben', Thicourt/Diedersdorf', 'Warthenberg'.
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