Bar und dessen Leute nach seinen Möglichkeiten zu unterstützen1024. Von derlei
Aktivitäten Alberts II. gegen Theobald von Bar wissen die Quellen jedoch nichts.
Die Stiftung des Klosters Val-Notre-Dame und der Tod Alberts II.
Die letzte Handlung Alberts II., von der wir Kenntnis haben, ist die Stiftung des
Zisterzienserinnenklosters Val-Notre-Dame bei Antheit in seiner Grafschaft Moha.
Die eigentliche Stiftung ist, wie die folgenden Ausführungen zeigen, obwohl schon
seit Mitte der achtziger Jahre des 12. Jahrhunderts projektiert, in das Jahr 1209 zu
datieren, denn die vom Grafen im Jahre 1210 ausgestellte sogenannte
Ausstattungsurkunde1025 markiert nicht den Beginn der Stiftung, sondern stellt den
Endzustand nach erfolgter Gründung dar.
Die Süftung ist von der älteren Forschung immer wieder im Zusammenhang mit
dem vermeintlichen tragischen Unfalltod der beiden angeblichen Söhne Alberts II.,
der ebenfalls 1202 erfolgt sein soll, gesehen worden1026. Diese Sichtweise ist durch
den Nachweis der Nichtexistenz der beiden angeblichen 'Söhne' des Stifters1027
obsolet geworden und muß hier nicht mehr diskutiert werden. Ähnlich verhält es
sich mit der Behauptung, daß die ersten Nonnen für Val-Notre-Dame aus Hocht
gekommen seien. Auch diese Auffassung hielt einer kritischen Prüfung durch die
neuere Forschung nicht stand1028.
Weitere Probleme, die die Forschung lange Zeit beschäftigt haben, waren der
Zeitpunkt der Stiftung und die Gründung von Val-Notre-Dame. Als Terminus ante
quem für den Abschluß der Stiftung und Gründung steht das Jahr 1210 fest, das
Jahr der Ausstellung der sogenannten Ausstattungsurkunde Alberts II., die den
Abschluß der Gründung der Abtei voraussetzt. Zu dem Problem, wann die Stiftung
erfolgt sei, gibt es die unterschiedlichsten Auffassungen. Sie reichen von einer
Annahme der Süftung im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts über die Meinung, die
Stiftung sei 1202 oder im Zeitraum zwischen 1207 und 1212 erfolgt, bis hin zur
Vermutung, das Jahr 1216 sei als Gründungsjahr anzusehen1029. Während letztere
1024 Druck des Vertrages bei Dieterlen, Le fonds lorrain, Nr. 3, S. 48-52: Si vero, quod
absit, dux vel fratres vel homines sui in comitem [= Theobald von Bar] vel in filium
suum vel in castella eorum manum miserint, nullum inde placitum fiet, sed sine placito
ostagii hujus pacis de pace fracta in conventiones inciderint et ad comitem et ad filium
ejus post ipsum cumfeodis suis laude ducis per hominium se tenebunt. Ab hac tamen
conventione excipiuntur, comes de Dasbor, comes Sigibertus, comes de Sarebruche,
comes de Gemino Ponte, comes Stephanus Burgondie, Symon dominus Jovisville, quod
si aliquis istorum comiti vel suis malum fecerit, non idcirco pax dicetur infracta, sed
dux contra eos ad posse suum in bona fide comiti et suis tenebitur subvenire (Zitat, S.
50). Regest bei Pöhlmann-Doll, Regesten, Nr. 35, S. 13 f. Vgl. auch S. 320.
1025 Original in Huy, AEH, abbaye du Val-Notre-Dame, boTte de chartes 1, n° 1. Siehe im
Anhang, Urkunde Nr. 14.
1026 Siehe dazu Donnet, Les origines, S. 135.
1027 Siehe dazu oben, S. 127 ff.
1028 Siehe dazu Donnet, Les origines, S. 147-151. Vgl. auch Osomer, Les origines, S. 59.
1029 Einen guten Überblick über die einzelnen Auffassungen bietet Donnet, Les origines,
S. 140 ff. ; ferner bei OPSOMER, Les origines, S. 56-61.
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