Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Ferner  dürfen  wir  den  Sohn  Eberhards  I.  höchstwahrscheinlich  in  jenem  Hugo
wiedererkennen,  der  in  einer  am  4.  Februar  910  von  einem  gewissen  Dietbald  in
Straßburg  ausgestellten  Urkunde,  in  der  dieser  der  Marienkirche  in  Straßburg
ackerbares  Land  bei  Achenheim  schenkt,  als  dessen  senior  genannt  wird,  mit  dessen
Einwilligung  die  Schenkung  vollzogen  wird  und  der  auch  zusätzlich  sein  Signum
hinzufügt* 82 83.  Außerdem  tritt  Graf  Hugo  in  zwei  Diplomen  von  König  Konrad  I.  als
Intervenient  und  Supplikant  auf.  In  ersterem  Diplom  Konrads  I.,  am  11.  Januar  912
in  der  Pfalz  Bodman  ausgestellt,  schenkt  der  König  interventu  et  admonitione
fidelissimi  nobis  Salomonis  episcopi,  comitum  quoque  Erchangarii  et  Chuonradi,
Ödalrici,  Hugonis83  dem  Kloster  St.  Gallen  Besitzungen  in  Wunderklingen.  Wir
können  mit  Sicherheit  in  dem  Grafen  Hugo  denselben  Grafen  Hugo  erblicken,  der
schon  in  dem  erwähnten  903  ausgestellten  Diplom  Ludwigs  des  Kindes  für  St.
Gallen  zu  finden  ist.  Das  zweite  Diplom  Konrads  I.,  in  dem  wir  Hugo  unter  den
Supplikanten  vorfinden,  ist  eine  am  12.  März  913  in  Straßburg  für  das  Kloster
Murbach  ausgestellte  Urkunde84.  Hugo  trägt  zwar  hier  keinen  Titel,  wird  aber  als
Getreuer  des  Königs  angesprochen,  was  schon  auf  einen  hohen  Rang  hinweist85.
Vergleicht  man  zudem  noch  die  Namensreihen  aus  beiden  Diplomen,  so  handelt  es
sich  bei  Hugo  zweifelsohne  um  ein  und  dieselbe  Person.  Betrachten  wir  uns  die
Namensfolge  in  der  Urkunde  vom  12.  März  913,  in  der  Hugo  eingeordnet  ist,  sie
lautet:  ...  per  supplicationem  fidelium  nostrorum,  Hathonis  videlicet,  Salomonis,
Thiodolfi,  Hildini,  Einhardi,  Erchengarii,  Chuonradii,  Hugonis,  Ottonis,  Heinrici,
Bopponis,  Udalrici,  Eberhardi86.  Die  Übereinstimmungen  mit  der  Reihe  aus  dem
Diplom  vom  12.  Januar  912  fallen  sofort  auf.  In  Salomon,  Erchangar,  Konrad,
Hugo  und  Ulrich  der  Urkunde  vom  12.  März  913  sind  eindeutig  Bischof  Salomon
und  die  Grafen  Erchangar,  Konrad,  Hugo  und  Ulrich  der  Urkunde  vom  12.  Januar
912  auszumachen.  Eine  Gleichsetzung  der  beiden  Hugo  genannten  Personen  darf
also  mit  Sicherheit  angenommen  werden.  Für  eine  Identifizierung  dieses  Grafen
Hugo  mit  dem  Sohn  Eberhards  I.  sprechen  auch  die  Ausstellungsorte  der  beiden
Diplome.  Straßburg  liegt  in  der  den  Eberhardinem  gehörenden  Grafschaft  im
elsässischen  Nordgau,  und  bei  Bodman  kann  man  die  räumliche  Nähe  zu  dem
Einflußgebiet  dieser  Grafenfamilie  in  der  heutigen  Schweiz  anführen.  Auch  ist  die
Urkunde  vom  12.  März  913  für  das  von  dem  Etichonen  Eberhard  gestiftete  Kloster

illustri  comitis,  scilicet  Bernardo  seu  Rathfrido  ac  Reginardo,  quasdam  res  prophetatis
nostrae  ad  prophum  largiremur,  quas  olim  pater  noster  Arnoljus  Hildemanno  ex  parte
dedit;  sed  ipse  fallaci  versucia  deceptus  ultra  modum  donationis  excessit  subripiendo.
Quod  praenominatus  comes  Hugo,  in  cuius  comitatu  ipsq  res  constiterant,  adprobans
nostrisque  auribus  denuntians,  iudicio  fidelium  nostrorum  praesentialiter  adsistentium
fisco  dominico  redegimus.  Quorum  petitioni  libenter  adquiescentes  praefatis  viris,
Bernardo  videlicet,  Rathfrido  ac  Reginardo,  ipsas  res  sitas  in  pago  et  comitatu  Albinse  in
villa  siquidem  vocabulo  Domni  Apri,  mansos  XX  cum  omnibus  ad  se  iuste  et  legaliter
pertinentibus,  regia  donatione  impertiri  decrevimus,...  (Zitat,  ebda.,  S.  213).
82  Wiegand,  Urkundenbuch  1,  Nr.  37,  S.  29  f:...  cum  manu  senioris  mei  Hugonis  tradidi
...  signum  Hugonis,  qui  istam  traditionem  mecum  fecit  (ebda,,  S.  30).  -  Regest:
Bruckner,  Regesta  Alsatiae,  Nr.  669,  S.  402.
83  DKI2,  S.  2  f.,  Zitat  S.  3.
84  DK  I  17,  S.  16  f.
85  Ebda.,  S.  16.

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