Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

November  huldigte  Heinrich  I.  schließlich  dem  Staufer984.  Der  Parteiwechsel
Heinrichs  wurde  in  zwei  Vertragsdokumenten  festgehalten985,  welche  beide
Passagen  über  das  Erbe  Alberts  II.  von  Dagsburg  enthalten,  ln  dem  Vertrag,  der  die
Nachricht  von  der  Huldigung  Heinrichs  enthält,  ist  der  Passus  enthalten,  daß  Philipp
dem  Herzog  die  Reichslehen  seines  Onkels  Albert  II.  von  Dagsburg  nach  dessen
Tod  übertragen  werde986.  In  dem  zweiten  Dokument,  einem  Zusatzvertrag,
versichert  der  König  unter  anderem,  daß  er  dem  Herzog  behilflich  sei,  daß  die
Bischöfe  von  Straßburg  und  Metz  ihn  mit  den  Lehen  Alberts  II.  von  Dagsburg
belehnen  werden,  falls  dieser  ohne  leibliche  Erben  sterben  sollte.  Ferner  verspricht
der  König,  daß  er  sich  in  den  Angelegenheiten  zwischen  ihm  und  dem  Grafen  von
Bar  dem  Rat  des  Bischofs  von  Speyer,  des  Grafen  von  Dagsburg  und  Heinrichs  von
Niederlothringen  fügen  werde,  ebenso  solle  der  Herzog  für  die  Restituierung  von
Nimwegen  nach  Rat  des  Erzbischofs  von  Köln,  des  Bischofs  von  Speyer  und  der
Grafen  von  Dagsburg  und  Jülich  entschädigt  werden987.
Albert  II.  hat  dann  -  wahrscheinlich  noch  im  Jahre  1204  -  die  Grafschaft  Moha  und
seine  Reichslehen  seinem  Neffen,  Herzog  Heinrich  I.  von  Niederlothringen
versprochen988.  In  dem  diesbezüglichen  Vertrag  wurde  vereinbart,  daß  Albert
seinem  karissimum  nepolem  ...  ducem  lotharingie  Henricum  die  Burgen  Dagsburg,
Girbaden,  Türkstein  mit  allem  Zubehör,  Saaralben  mit  Zubehör,  die  Abteien  Hesse
mit  Zubehör,  Altdorf,  Herbitzheim  mit  der  Vogtei  und  allem  Zubehör,  dazu  die
Grafschaft  und  Vogtei  über  Metz  und  Lehen  vom  Metzer  Bistum  vererben  werde.
Aus  diesem  Metzer  Komplex  wurden  die  Burg  Herrenstein  und  die  Vogtei  über
Neuweiler  ausgenommen,  die  einstweilen  im  Besitz  des  Grafen  verbleiben  sollten.
Als  Gegeiüeistung  sollte  Heinrich  von  Brabant  in  drei  Raten  insgesamt  15000  Mark

984  Butkens,  Trophées  I,  preuves,  S.  55  f.;  siehe  Böhmer-Ficker  V,l,  Nr.  87,  vgl.  auch
Annales  Sancti  Trudperti,  ed.  G.  H.  Pertz,  MGH  SS  XVII,  ad  1204,  S.  292.
985  Beide  Verträge  gedruckt  bei  Butkens,  Trophées  I,  preuves,  S.  55  f.;  siehe  Böhmer-Ficker
  V.l,  Nr.  87  u.  88.  Ausführliche  Regesten  in:  Urkundenregesten  zur  Tätigkeit  des
deutschen  Königs-  und  Hofgerichts  bis  1451,  2.  Bd.,  Nm.  15  u.  16,  S.  15  ff.
986  Butkens,  Trophées  I,  preuves,  S.  55  f.:  Item  concessimus  ei  omne  fœudum,  quod
Patruus  suus  Comes  Albertus  de  Dagispurg  de  manu  nostra  &  Imperio  obtinet;  ita  quod
ipse  Dux  post  mortem  ipsius  Comitis,  in  omnibus  bonis  sive  pactis  absque  cuiuslibet
contradicionis  impedimento  (si  tamen  Comes  sine  hcerede  discesserit)  ei  succedat.
987  Butkens,  Trophées  I,  preuves,  S.  56:  Promisimus  etiam  Duci  memorato  quod  si  Argent,
&  Me  tensis  Episcopi  &  alij,  à  quibus  Comes  Albertus  de  Dasburch  est  infeudatus  (  qui
ipsum  Ducem  omnium  bonorum  suorum  hœredem  instituit)  ei  foeuda  conferre  noluerint,
nos  omni  posse  nostro  &  bonà  fide  laborabimus,  quod  hoc  effectu  mancipetur  &  ipsi
cum  infoeudent.  ...  Prœterea  declaravi  de  contentione,  quce  vertitur  inter  nos  &
Comitem  Barrensem,  promisimus  stare  consilio  Episcopi  Spirensis  &  Comitis  de
Daesburg  &  Ducis  Lotharingiœ  &  Brabantiœ,  ut  si  quid  inter  nos  corrigendum  fuerit,
consilio  ipsorum  emendetur,  Item  Oppidum  Noviomagum  quod  Dux  possidet,  per  alia
bona  loco  ei  competenti  compensabimus,  consilio  Archiepiscopi  Coloniensis  &  Episcopi
Spirensis  &  Comitis  de  Daesburg  &  Comitis  Iuliacensis,  quibus  bonis  ei  collatis,  ipse
prcedictum  Oppidum  nobis  restituet.
988  Datierung  nach  Reineri  annales,  MGH  SS  XVI,  ad  1204,  S.  658.  Vgl.  auch  Smets,  Henri
I  duc  de  Brabant,  S.  111.  Der  Datierungsvorschlag  von  Verkooren,  Inventaire  1,1,  Nr.
8,  S.  12  f.,  u.  Wegnez,  Les  comtes,  S.  117,  die  den  Vertrag  ins  Jahr  1202  setzen,
überzeugt  nicht.

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