ebenfalls der Koalition um Ludwig von Loon gegen Herzog Heinrich I. von Niederlothringen
angehörten. Bevor es zu größeren militärischen Auseinandersetzungen
kam, konnte Graf Philipp von Namur schließlich noch im selben Jahr einen Waffenstillstand
vermitteln965.
Im folgenden Jahr war aber die Koalition um den Grafen von Loon wieder vereint.
Allerdings dürfte Albert II. von Dagsburg dieser Koalition nicht angehört haben,
wie sich aus der sogleich zu erörternden Vereinbarung Alberts II. mit dem Lütticher
Bischof wegen des gräflichen Allods Moha herauslesen läßt966, denn Albert II. war
wahrscheinlich in der ersten Hälfte des Jahres in eine Fehde mit dem Grafen von
Loon verwickelt, deren auslösendes Moment wir nicht kennen. Wir erfahren aus der
Erbschaftsvereinbarung zwischen Albert II. und dem Bischof lediglich vom
Friedensschluß zwischen beiden Kontrahenten967. Die Koalition um den Grafen
von Loon machte indes Front gegen den Grafen Wilhelm von Holland und dessen
Verbündeten, Herzog Heinrich von Niederlothringen. In dieser Situation und wohl
auch angesichts seiner schon lange andauernden Kinderlosigkeit übertrug Albert II.
im Jahre 1204 die Grafschaft Moha mit allen Rechten und Zubehör der Lütticher
Bischofskirche968. Albert II. hatte sich jedoch ein lebenslanges Nutzungsrecht für
die zu übertragenden Güter ausbedungen. Erst nach seinem Tode - unter der
einschränkenden Bedingung, daß er kinderlos stürbe - sollten die besagten Güter
laut Erbrecht auf den Bischof übergehen969. Träte jedoch der Fall ein, daß dem
Grafen aber dennoch ein Sohn oder eine Tochter geboren werde, so kämen auch
diese und alle weiteren Nachkommen der nachfolgenden Generationen in den
Genuß des Nießbrauches der dem Bischof überschriebenen Güter970.
965 Reineri annales, MGH SS XVI, ad 1203, S. 657.
966 Siehe dazu unten Anm. 971; Mohr, Lothringen, 2. Bd., S. 135 f , meint, daß Albert II
der Koalition gegen Heinrich von Brabant und Wilhelm von Holland angehört habe, was
sich angesichts des Textes der Vereinbarung zwischen Albert II. und dem Bischof von
Lüttich als Fehlschluß erweist.
967 Siehe dazu unten Anm. 971.
968 Druck des Vertrages in: Bormans u. Schoolmeesters, Cartulaire I, Nr. 92, S. 146 f
Innotescat igitur tam presentibus quam futuris quod comes Albertus de Musal allodium
suum de Musal et de Waleue cum familia et omnibus appenditiis pro se et
antecessoribus suis ad honorem Dei et beate Dei gentricis Marie et beati Lamberti
ecclesie Leodiensi libere contulit cum omni integritate, tali interveniente compositione
quod ipse in priori libera et legitima possessione iam dictum allodium quamdiu vivet
retinebit; auch Reiner von Lüttich berichtet uns von dieser Vereinbarung: Reineri
annales, MGH SS XVI, ad 1204, S. 657. Der Vertrag ist auch teilweise inseriert in Vitae
CKdiliae liber III de triumpho S. Lamberti in Steppes, ed. J. Heller, MGH SS XXV, S.
173.
969 Bormans u. Schoolmeesters, Cartulaire I, Nr. 92, S. 146 f.: Post mortem [Alberts II ]
vero, si sine liberis decedat, iure hereditario, omni alio herede excepto, ad iam dictam
Leodiensem ecclesiam libere et absolute cum omni integritate pertinebit.
970 Ebda., S. 147: ... alioquin si filius vel filia superstes fuerit, iure hereditario supradictum
allodium possidebit hoc modo quod ab ecclesia prefata in feudo recipere et ligium
homagium facere tenebitur; qui etiam filius scilicet vel filia si sine liberis subinde
decesserit usque in terciam et quartam generationem et amplius, ad pretaxalam
ecclesiam tnemoratum allodium revertetur libere et absolute.
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