Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Philipp  von  Schwaben  und  Bischof  Konrad  der  Frieden  ausgehandelt946.  Über  die
Verhandlungen  und  Vereinbarungen  des  Staufers  mit  dem  Dagsburger  Grafen,  die
sich  über  einen  längeren  Zeitraum  hingezogen  haben  dürften,  ist  aus  den  Quellen
nichts  zu  erfahren.  Philipp  wird  wohl  auch  dem  Dagsburger  einige  nicht
unbedeutende  Zugeständnisse  gemacht  haben.  Der  Erfolg  Philipps  war  von
dauerhafter  Art.  Der  Dagsburger  Graf  ist  von  diesem  Zeitpunkt  an  nicht  mehr  auf
seiten  des  Welfen  nachzuweisen.  Daß  Albert  II.  und  Philipp  künftig  in  gutem
Einvernehmen  standen,  zeigt  eine  am  7.  April  1200  in  Straßburg  ausgestellte
Urkunde  von  König  Philipp,  in  der  dieser  bestätigt,  daß  Graf  Albert  II.  von
Dagsburg  dem  Bischof  Bertram  von  Metz  das  Patronatsrecht  der  Kirche
Heiligkreuz  zu  Metz  zugunsten  des  Stiftes  St.  Theobald  resigniert  hat947.
Papst  Innozenz  III.,  der  sich  inzwischen  klar  auf  Ottos  IV.  Seite  gestellt948  und
sicher  von  den  Rückschlägen  der  Verbündeten  seines  Kandidaten  erfahren  hatte,
versuchte  indes  alles,  um  Bischof  Konrad  von  Straßburg,  den  Grafen  von  Dagsburg
und  andere  elsässische  Große  auf  seiten  des  Welfen  zu  halten  und  schrieb  unter
anderem  an  die  zwei  genannten  elsässischen  Magnaten.  Im  Thronstreitregister  sind
zwei  Briefe  des  Papstes,  jeweils  mit  dem  Datum  1.  März  1201,  eingetragen,  die  sich
im  Inhalt  nur  unwesentlich  voneinander  unterscheiden.  Der  eine  Brief  ist  direkt  an
Albert  von  Dagsburg949,  der  zweite  Brief  ist  an  den  Straßburger  Bischof  gerichtet,
mit  dem  Zusatz,  daß  Briefe  mit  ähnlichem  Wortlaut  auch  an  Graf  Albert  von
Dagsburg,  Graf  Rudolf  von  Habsburg  und  den  Bischof  von  Basel  adressiert  sind950.
In  dem  Brief  von  Papst  Innozenz  III.  an  Graf  Albert  von  Dagsburg  drückt  der  Papst
seine  Freude  darüber  aus,  daß  der  Graf  den  Treueid  auf  Otto  IV.  geleistet  habe951.
Des  weiteren  ermahnt  er  den  Grafen,  daß  dieser  beharrlich  auf  Ottos  Seite  bleiben
solle.  Die  dem  Herzog  von  Schwaben  geleisteten  Eide  erklärt  der  Papst  für  ungültig952.

Der  Brief  von  Innozenz  III.  an  den  Straßburger  Bischof  ist  in  einem  ähnlichen
Tenor  abgefaßt.  Der  Bischof  sei  lediglich  durch  Zwang  zu  Philipp  von  Schwaben

946 Annales  Marbacenses,  ad  1199,  S.  74.
547  Druck  der  Urkunde  bei  Böhmer,  Acta,  Nr.  214,  S.  195  f.;  Regest:  Böhmer-Ficker,  Nr.
45;  zur  Übertragung  des  Patronatsrechtes  der  Kirche  Heiligkreuz  siehe  oben,  S.  252  mit
Anm.  571;  vgl.  unten  im  Kap.  'Vogteien  und  Patronate'  den  Art.  'Heiligkreuz  in  Metz';
siehe  dazu  die  Vorurkunden  des  Dagsburger  Grafen  und  des  Metzer  Bischofs  zu  der
Sache  im  Anhang,  Urkunde  Nr  7,.  8  u.  9.
948  RNI29.
949  RNI35.
950  RNI45.
951  RNI  35,  S.  112  f.:  Gaudemus  ergo  quod  carissimo  in  Christo  filio  nostro  illustri  regi
Ot(toni),  in  Romanorum  imperatorem  electo,  iuramentum  fidelitatis,  sicut  accepimus,
prestitisti  et  ei  disposuisti  fideliter  et  firmiter  adherere
952  RNI  35,  S.  113:  Monemus  igitur  nobilitatem  tuam  et  exhortamur  attentius  et  per
apostolica  tibi  scripta  precipiendo  mandamus  quatinus  in  eiusdem  regis  fidelitate
fideliter  et  deuote  persistas,  et  ipsi  de  cetero  regalem  honorificentiam  studeas  exhibere,
ad  honorem  et  exaltationem  ipsius  per  te  ac  tuos  prudenter  et  potenter  intendens,  non
obstante  iuramento  si  quod  duci  predicto  ratione  regni  fortisan  prestitisti,  cum  nos  illud,
eo  reprobato,  decreuitnus  non  seruandutn.

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