um Berthold V. von Zähringen bildeten, gehörte auch Graf Albert II. von Dagsburg.
Er wird zwar an der entsprechenden Stelle in den Annales Marbacenses nicht
explizit als zu diesem Personenkreis gehörend genannt, es heißt dort nur, daß am
festgesetzten Tennin die niederrheinischen Fürsten den Zähringer zum König
gewählt hätten, ohne daß irgendwelche Namen genannt wurden908. Allerdings geht
seine Beteiligung an der Wahl aus der sich unmittelbar daran anschließenden
Mitteilung in den Annales Marbacenses hervor. Herzog Berthold weigerte sich
letztendlich, seine Erhebung anzunehmen, da seine Wähler als Bedingung für die
Wahl von ihm eine Summe von 1700 Pfund Silber verlangten909. In dieser Situation
übten nun Graf Albert II. von Dagsburg zusammen mit dem Straßburger Bischof
gehörigen Druck auf den widerstrebenden Herzog Berthold V. von Zähringen aus.
Der Herzog hatte schließlich wohl vor allem den Drohungen des Straßburger
Bischofs und des Grafen von Dagsburg nachgegeben, stellte Geiseln wegen der
Bezahlung des geforderten Geldes und sagte zu, zum festgesetzten Tag Ende des
Monats März in Andernach zu erscheinen und seine Versprechungen zu erfüllen910,
anschließend sollte die offizielle Wahl stattfinden911. Warum hätte der Dagsburger
Graf so massiv auf den Zähringerherzog einwirken sollen, wenn er nicht auch an
der von diesem zu leistenden Zahlung partizipierte? Letzteres konnten aber doch
wohl nur die Wähler des Zähringers. Außerdem hatte ja nur ein Wähler Bertholds
Grund, diesem zu drohen, er möge die gestellten Bedingungen einhalten.
Die engagierten Bemühungen des Straßburger Bischofs und des Dagsburger
Grafen, den Zähringer bei der Stange zu halten, waren nicht von Erfolg gekrönt, da
Berthold V. von Zähringen kurze Zeit später durch massives Einwirken der
Gegenseite, sprich des Konstanzer Bischofs und des Pfalzgrafen von Tübingen, auf
seine Wahl verzichtete und sich der Partei Philipps von Schwaben imschloß912.
Stehkämper nicht ein Hücker, Otto IV, spricht die Vorgänge um die Erhebung
Bertholds nicht explizit an, es wird aber aus seinen Formulierungen deutlich, daß er eher
der Mitteisschen These, es habe keine Wahl Bertholds von Zähringen stattgefunden,
anhängt. Er schreibt: „Erst als sich auch Berthold nach anfänglichem Interesse wegen
der zu erwartenden Kosten versagte, einigten sich die antistaufischen Fürsten auf die
Wahl Ottos von Poitou“ (ebda, S. 23).
908 Annales Marbacenses, ad 1198, S. 72.
909 Annales Marbacenses, ad 1198, S. 72. Hücker, Otto IV., S. 32, glaubt, daß Berthold
sowohl jeweils für den Kölner als auch für den Trierer Erzbischof 1700 Mark zu zahlen
hatte, sich also die Gesamtsumme auf 3400 Mark belaufen haben soll.
910 Annales Marbacenses, ad 1198, S. 72: Tandem precibus suorum et precipue minis
Argentinensis episcopi et comitis de Tagesburc devictus, datis obsidibus de solvenda
pecunia, promisit se cerlo die venturum et quodpromiserat facturum. Vgl. dazu auch
Ottonis de Sancto Blasio Chronica, cap. 46, S. 73, wo allerdings Albert von Dagsburg
nicht erwähnt wird.
911 Knipping, Regesten, 2. Bd., Nr. 1538.
9,2 Annales Marbacenses, ad 1198, S. 72 f. Es ist gut möglich, daß Berthold V. unter
anderem die Aufwendungen für seine Wahl zu groß waren. So berichtet uns Otto von St.
Blasien, Chronicon, cap. 46, S. 73, daß Herzog Berthold nach dem Rücktritt von seinen
Versprechungen gegenüber seinen Wählern sich nicht mehr um die Freilassung der von
ihm gestellten Geiseln gekümmert hat und das von seinen Wählern geforderte Geld
schließlich von den Geiseln selbst den Fürsten bezahlt werden mußte.
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