in Besançon, als der Kaiser schon auf dem Weg nach Italien war874. Das
Zusammentreffen in Besançon sollte die letzte Begegnung zwischen Albert II. von
Dagsburg und dem Kaiser sein.
Die Situation nach dem Tod Kaiser Heinrichs VI. im Jahre 1197
Der Tod Kaiser Heinrichs VI. am 28. September 1197875 ließ den alten, scheinbar
ab den frühen siebziger Jahren des 12. Jahrhunderts unter Friedrich Barbarossa beseitigten876,
jedoch latent weiter schwelenden Gegensatz zwischen Staufern und
Dagsburgem wieder aufbrechen.
Wohl unmittelbar nachdem Albert II. vom Tod Kaiser Heinrichs VI. erfahren hatte,
entfaltete der Dagsburger Graf größere politische Aktivitäten, denn mit dem Tod
des Kaisers bot sich ihm plötzlich die Möglichkeit, mit Hilfe der sich in dieser Zeit
um den Kölner Erzbischof gruppierenden niederrheinischen Opposition gegen das
Kaiserhaus, die staufische Konkurrenz, die seiner projektierten Territorialpolitik im
Elsaß, in Oberlothringen und im niederlothringischen Maasgebiet im Wege war,
weitgehend auszuschalten. Wann Albert II. Anschluß an die niederrheinische, antistaufische
Koalition gefunden hat, die sich zum Ziel gesetzt hatte, einen nichtstaufischen
König zu wählen, läßt sich nicht mehr feststellen. Albert II. wird jedoch
schon bald nach Bekanntwerden von des Kaisers Tod die Möglichkeiten und
Vorteile erkannt haben, die sich für ihn und seine territorialen Interessen aus dem
Bemühen des Kölner Erzbischofs, die Erhebung eines nichtstaufischen Königs zu
betreiben, ergeben könnten.
Die territorialpolitische Konkurrenzsituation zwischen Staufern und Dagsburgern
war ab den achtziger Jahren des 12. Jahrhunderts noch unter Friedrich Barbarossa
wieder verstärkt hervorgetreten. So hatte Friedrich I. in dieser Hinsicht zum Beispiel
mit der beabsichtigten Gründung der Markgrafschaft Namur ab 1184 ganz
handfeste Aktivitäten im Maasgebiet entwickelt877, und auch sein Sohn Heinrich
VI. zeigte durch seine Präsenz in diesem Gebiet an, daß hier weitergehende
staufische Pläne verfolgt wurden878. Nach dem Scheitern der staufischen Absichten
874 Regest: Böhmer-Baaken, Nr. 530, S. 215; zum Druck der Urkunde siehe oben, S. 112
mit Anm. 625.
875 Annales Marbacenses, ad 1197, S. 70.
876 Siehe oben, S. 273 f.
877 D F I 857, S. 90 f.; zu den Aktivitäten Friedrichs I. im Maasgebiet siehe Küpper,
Friedrich Barbarossa im Maasgebiet, S. 225-240; vgl. auch G. ALTHOFF, Die Erhebung
Heinrichs des Kindes in den Reichsfürstenstand, in: Hessisches Jahrbuch für
Landesgeschichte 43. Bd., Marburg 1993, S. 1-17, der sein Hauptaugenmerk auf die
Erhebung Balduins vom Hennegau in den Reichsfürstenstand legt (ebda., S. 13-17; zur
Markgrafschaft Namur siehe jetzt M. deWaha, La marche impériale de Namur-Luxembourg.
Vicissitudes d'un concept géo-politique de 1150 à 1300, in: Ermesinde et
l'affranchissement de la ville de Luxembourg, S. 91-159.
878 Aufenthalte Heinrichs VI. in Lüttich: 1182 (Böhmer-Baaken, Nr. lk, S. 3), 1185
(ebda., Nr. 4b, S. 7), 1189 (ebda., Nr. 77a, S. 36) u. 1192 (ebda., Nr. 253, S. 103), siehe
dazu noch den ohne Ort u. Datum überlieferten Brief Heinrichs VI. für St. Lambert in
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