vater des französischen Königs, verweigerte jedoch den Durchzug der königlichen
Truppen durch sein Territorium744. Daraufhin lud Heinrich VI. den Hennegauer
Grafen vor seinen Hof. Dieser wollte allerdings nicht ohne Zusage von sicherem
Geleit nach Lüttich kommen, da sich dort dem Grafen feindlich gesinnte Personen
aufhielten, namentlich der Kölner Erzbischof, der Graf von Flandern und der
niederlothringische Herzog. Der König sandte nun dem Grafen die gewünschten
Geleitpersonen entgegen, nämlich Erzbischof Philipp von Köln, Bischof Rudolf von
Lüttich, Konrad, den Pfalzgrafen bei Rhein, den Herzog Heinrich von Limburg und
Graf Albert II. von Dagsburg745, der sich demnach zu dieser Zeit in Lüttich am
Königshof aufgehalten haben muß. Graf Balduin verteidigte sich jedoch so
geschickt, zudem kam ein Befehl Barbarossas, den Feldzug nicht durchzuführen,
worauf der König die Sache schließlich auf sich beruhen ließ und sich zurückzog746.
Das nächste nachweisbare Zusammentreffen zwischen dem Dagsburger Grafen und
dem König erfolgte dann allerdings erst zweieinhalb Jahre später, am 4. März 1188
in Toul. Albert II. ist dort Zeuge bei der Beurkundung eines Hofgerichtsentscheides
durch Heinrich VI., wodurch Streitigkeiten einerseits zwischen den Kanonikern von
Toul und dem Grafen Matthäus von Toul und andererseits zwischen den Touler
Kanonikern und Gral' Hugo von Vaudemont, einem Verwandten Alberts II.,
beigelegt wurden747. Ein gutes Jahr später, im April 1189, traf Albert mit Heinrich
VI. im elsässischen Hagenau zusammen, wo der König mit seinem kaiserlichen
Vater das Osterfest (9./10. April) feierte748. Albert II. und Heinrich VI. werden in
der schon erwähnten Urkunde Friedrichs I. vom 14. April genannt749. Einen
knappen Monat später, am 7. Mai, ist Albert wiederum am Hofe König Heinrichs
VI. zu finden. Er fungiert an diesem Tag als Zeuge in einem in Basel ausgestellten
Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert. Festgabe
zu seinem sechzigsten Geburtstag, hrsg. v. E. Meuthen u. S. Weinfurter,
Sigmanngen 1988, S. 191 ff.; Csendes, Heinrich VI., S. 60; U. Roeder, Heinrich VI. in
Lüttich 1185. Zu den Zielen staufischer Politik in Niederlothringen, in: Geschichte
in Köln 36, Köln 1994, S. 33-54.
744 La chronique de Gislebert de Mons, S. 188.
745 Ebda., S. 188 f.: Comes autem Hanonietisis illuc ire disponens, usque ad Andennam cum
militibus circiter 200 venit, et ulterius, quia in curia illa principes erant viri
potentissimi, qui sibi inimicabantur, scilicet archiepiscopus Coloniensis Philippus et
comes Flandrie et dux Lovaniensis, transire absque sano conducto noluit. Dominus
autem rex conductores quos comes Hanoniensis voluit obviam misit, scilicet
Coloniensem archiepiscopum, Radulphum Leodiensem episcopum, Conrardum comitem
palatinum Reni, Henricum ducem de Letnborch et Aubertum comitem de Danborch,
siehe auch L. KÖNIG, Die Politik des Grafen Balduin V. von Hennegau. Ein Beitrag zur
Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen gegen Ende des 12. Jahrhunderts, in:
BCRH 74, 1905, S. 280, u. Chr. Ct Craecker-Dussart, L'évolution du sauf-conduit
dans les principautés de la Basse-Lotharingie du VIIIe au XIVe siècle, in: Le Moyen
Age 80, 1974, S. 221.
746 La chronique de Gislebert de Mons, S. 189 f.
747 Druck: Calmet, Histoire ecclésiastique, 2. Bd., 1. Aufl., pr. col. 402 f. - Regest:
Böhmer-Baaken, Nr. 66.
748 So Csendes, Heinrich VI., S. 73.
749 Siehe oben, S. 277 mit Anm. 739.
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