Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Rechte  und  Einkünfte,  die  dem  Dagsburger  Grafen  zustanden,  sind  größtenteils  in
den  entweder  gegen  Ende  des  12.  oder  im  ersten  Viertel  des  13.  Jahrhunderts  in
altfranzösischer  Sprache  abgefaßten  droits  der  Stadt  Metz  niedergelegt577.  Er  hatte
als  Vogt  den  Bürgern  von  Metz,  die  seinem  Gerichtshof  unterstanden,  überall
Beistand  und  Schutz  zu  gewähren578,  er  hatte  einen  dreimal  im  Jahr  stattfindenden
Gerichtstag  abzuhalten,  führte  den  Vorsitz  des  Kriminalgerichtes  und  übte  die
oberste  Polizeigewalt  innerhalb  der  Stadt  Metz  und  ihrer  Bannmeile  aus579.  Ohne
Zustimmung  des  Grafen  konnte  der  Bischof  keinen  Angeklagten  frei  sprechen580.
Auch  mußte  er  das  Eichmaß  überwachen581,  bei  falsch  abgemessenem  Wein
standen  dem  Bischof  zwei  Drittel,  dem  Grafen  ein  Drittel  des  als  Strafe  vom

die  sich  auch  in  der  späteren  Edition  bei  Parisse  findet.  -  1168:  Hugo  VIII.  von
Dagsburg  stimmt  in  seiner  Eigenschaft  als  Vogt  des  Metzer  Bischofs  einem  Tausch  von
Gütern  zwischen  der  Straßburger  Kirche  und  dem  Kloster  MaursmUnster  zu,  den  der
Straßburger  Bischof  Rudolf  beurkundet,  Drucke  bei  Schöpflin,  Alsatia  diplomática  I,
Nr.  311,  S.  257  f.,  und  bei  Würdtwein,  10.  Bd.,  Nr.  11,  S.  29  ff..  Regest  der  Urkunde
bei  RegBfeStr.  I,  Nr.  586,  S.  343  f.  Kurzregest  bei  Parisse,  Actes,  2ème  série,  I,C,
Thierri  III,  Ferri,  Thierri  IV,  Nr.  20,  S.  45,  der  allerdings  als  Ausstellungsdatum
1170  angibt.  -1170:  Nennung  in  der  Zeugenreihe  einer  Urkunde  von  Bischof  Theoderich
III. von  Metz  für  das  Kloster  Lübeln.  Chartular  des  Klosters  Lübeln,  Paris,  BN,  MS  latin
10030,  fol.  31  v°  -  32r°.  Edition  in:  Parisse,  Actes,  2ème  série,  I,C,  Thierri  III,  Ferri,
Thierri  IV,  Nr.  19,  S.  43  f.,  dem  die  Eintragung  in  dem  Pariser  Chartular  entgangen  ist
und  der  die  Urkunde  nach  der  Metzer  Abschrift  abdruckt,
577  Die  droits  de  Metz  sind  in  mehreren  späteren  Abschriften  überliefert.  Abdruck  der  droits
nach  einem  Vidimus  von  1486  bei  François  u.  Tabouillot,  Histoire  de  Metz  VI,  S.
306-314,  neuere  Edition  bei  H.  Klipffel,  Metz,  cité  épiscopale  et  impériale  (Xe  au
XVIe  siècle).  -  Un  épisode  de  l'histoire  du  régime  municipal  dans  les  villes  romanes
de  l'empire  germanique,  in:  Mémoires  couronnés.  Autres  mémoires,  19.  Bd.,  Bruxelles
1867,  S.  381-387;  Ch.  Abel,  Recherches  historiques  sur  les  plus  anciennes  chartes  de
Metz,  in:  Mémoires  de  l'académie  impériale  de  Metz  4L  Jg.  1859  -  1860  (=  2.  Série,  8.
Jg.),  Metz  1860,  S.  325-340,  druckt  eine  weitere  Fassung  (14.  Jhdt.)  ab;  zur
Überlieferung  siehe  Klipffel,  Metz,  S.  381;  zur  Datierung  vgl.  Voigt,  Bertram  von
Metz,  2.  Teil,  S.  4  f,  Anm.  4,  H.  V.  Sauerland,  Die  Immunität  von  Metz  von  ihren
Anfängen  bis  zum  Ende  des  elften  Jahrhunderts,  Metz  1877,  S,  56,  Anm.  2,  und  J.
Schneider,  Metz,  S.  93  f.  mit  Anm.  68;  zu  dem  Inhalt  der  droits  siehe  auch  E.
MüSEBECK,  Zoll  und  Markt  in  Metz  in  der  ersten  Hälfte  des  Mittelalters,  in:  JGLGA  15,
Metz  1903,  S.  3  u.  8-13.
578  Klipffel,  Metz,  S.  387:  Messire  H  cuens  de  Daubure  si  est  voués  de  tous  les  frans
hommes  dou  Pallais  où  qu'ils  soient  et  ces  doit  warder  et  warantir  à  son  povoir.
579  Siehe  das  Zitat  in  Anm.  578  und  in  Anm.  584.  Zu  dem  dreimaligen  Abhalten  eines
Placitums  innerhalb  eines  Jahres  siehe  die  entsprechende  Bestimmung  in  einem
Capitulare  missorum  Ludwigs  des  Frommen  aus  dem  Jahre  819:  De  placitis  siquidem
quos  liberi  homines  observare  debent  constitutio  genitoris  nostri  penitus  observando
atque  tenenda  est,  ut  videlicet  in  anno  tria  solumtnodo  generalia  placita  observent
(MGH  Capitularía  regum  Francorum  I,  ed.  A.  BoRETlUS,  Hannover  1883,  Nr.  141,
S.  290).
580  Klipffel,  Metz,  S.  387:  Messire  H  evesque  ne  aultre  pour  lui  n'ait  povoir  d'acquitter  la
partie  tnonsignour  le  conte  de  Daubore,  se  par  lui  n'est.
581  Ebda.,  S.  387:  Messire  li  cuens  de  Daubore  ait  son  sestier  en  ceste  ville  à  cui  on
redresse  les  mesure  dou  vin  de  la  ville  et  s'en  reffait  on,  chacan,  les  muyes  de  Mets  et
des  villes  entour,  et  de  chacun  mut  c'on  y  reffait  doit  avoir  messire  li  cuens  nu  d

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