über Stadt und Bistum mit weiteren Vogteien, formell wohl vom Bischof,
übertragen bekommen571. Friedrich I. besuchte Anfang des Jahres 1153 das Elsaß
und Oberlothringen572. Es ist durchaus wahrscheinlich, daß während dieses
Aufenthalts des Königs in Oberlothringen die Nachfolge in der Metzer Grafschaft
verhandelt wurde, denn am 10. Januar trafen Friedrich I. und Hugo VIII. von
Dagsburg in Metz zusammen. Wir erfahren dies aus einer Urkunde, die Friedrich I.
dort an diesem Tag zugunsten von Wibald von Stablo ausstellte, mittels dieser er
Wibald den Teil der Vogtei des Klosters Stablo schenkte, den früher Graf Heinrich
von Laroche innehatte573. Als letzter der Zeugenreihe wird Graf Hugo von
Dagsburg genannt574.
Wann geschah die Übertragung der Grafschaft Metz an Hugo VIII. von Dagsburg?
Zum ersten Mal wird Hugo VIII. in einer kurz nach dem 23. Juni 1154 in
Maastricht ausgestellten Urkunde Friedrichs I. als Graf von Metz beutelt575. Wir
können somit eine Eingrenzung vornehmen. Die Belehnung muß also nach dem 10.
Januar 1153 und vor dem 23. Juni 1154 erfolgt sein. In der Folgezeit ist Hugo VIII.
dann immer wieder in den Urkunden der einzelnen Bischöfe von Metz nach
weisbar576.
571 Parisse, Albert, Comte de Dabo, S. 163. Es ist nicht so, wie Parisse, Présence, S. 208,
meint, daß durch die vom König vorgenommene Übertragung der Grafschaft der
Dagsburger Graf Vasall des Königs geworden ist. Es läßt sich indes eindeutig
feststellen, daß der Bischof bei Veräußerungen oder Übertragungen aus dem
Grafschaftsbesitz durch den Dagsburger Grafen zustimmen mußte, so z. B. als Albert II.
an das Stift St. Theobald das Patronatsrecht der Kirche Heiligkreuz und der Kapelle St
Ferrucius zu Metz, die er als Lehen des Bischofs von Metz bezeichnete, übertrug (siehe
im Anhang, Urkunde Nr. 7). Es sei noch erwähnt, daß König Philipp von Schwaben
diese Übertragung dem Stift St. Theobald am 7. April 1200 bestätigte (Druck der
Urkunde bei BÖHMER, Acta, Nr. 214, S. 195 f ). Von der Einholung einer Zustimmung
des Königs durch Albert II. ist jedoch nicht die Rede. König und Bischof standen wohl
in Konkurrenz was die Grafschaft Metz betraf, jedoch konnte der Bischof durchaus
seine Rechte als Lehensherr gegenüber dem Metzer Grafen bewahren.
572 Zu dieser Reise Friedrichs I. siehe F. Opll, Das Itinerar Kaiser Friedrich Barbarossas
(1152-1190), Wien-Köln-Graz 1978, S. 10 f. u. 167; vgl. auch Parisse, Présence, S.
204.
573 D F I 44, S. 74 f.
574 Ebda
575 Druck: D F I 83, S. 138 f.: ... Hugone Metensi et Musacensi comité (Zitat, ebda.,
S. 138).
576 1163, vor dem 8. Juli: Zeuge in einer Urkunde von Bischof Theoderich III. von Metz für
das Kloster Maursmünster, Drucke bei P. Wentzcke, Zur Geschichte Bischof
Theoderichs III. von Metz, in: JGLGA 20, Metz 1908, S. 454, und bei Parisse, Actes,
2ème série, I,C, Thierri III, Ferri, Thierri IV, Nr. 2, S. 10 f. - 1165: Nennung in der
Zeugenreihe einer Urkunde von Bischof Theoderich III. von Metz für das Kloster
Lübeln. Abschrift des 14. Jhdts. im Chartular des Klosters Lübeln, Paris, BN, MS latin
10030, fol. 33r° - 33v°. Abschrift des 18. Jhdts. in Metz, AD Mos., H 1028, S. 115-117.
Die Edition der Urkunde in: Parisse, Actes, 2ème série, I,C, Thierri III, Ferri, Thierri
IV, Nr. 7, S. 19 f,, ist fehlerhaft. So wurden in der Zeugenreihe die Namen der Grafen
Hugo von Dagsburg und Simon von Saarbrücken vergessen, dafür hat Graf Reynald von
Monsons zwei Grafentitel bekommen. Die Zeugenreihe wird vollständig wiedergegeben
bei Herrmann, Saarwerden, 1. Bd., Nr. 50, S. 75 f., jedoch mit unrichtiger Folioangabe,
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